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Teide aktuell: Schon fünf Bebenschwärme auf Teneriffa registriert

Die Wachsamkeit ist sehr hoch.

Lesedauer 3 Minuten

Kanaren – Der Vulkankomplex Teide-Pico Viejo auf Teneriffa zeigt sich in diesen Tagen von seiner unruhigen Seite. Was am 7. Februar mit vereinzelten Signalen begann, hat sich über das vergangene Wochenende zu einer intensiven seismischen Serie ausgeweitet. Wie Itahiza Domínguez, die Direktorin des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) auf den Kanaren, am Montagmorgen im Fernsehen berichtete, wurden innerhalb kürzester Zeit zwei weitere Bebenschwärme registriert. Damit steigt die Zahl der signifikanten seismischen Ereignisse innerhalb weniger Wochen auf insgesamt fünf an.

Besonders die Dynamik der letzten Stunden sorgt in der Fachwelt für Aufmerksamkeit. Während der vierte Schwarm am Wochenende noch vergleichsweise schwache „Hybridereignisse“ aufwies, startete pünktlich zur Mitternacht am Sonntag ein fünfter, deutlich kräftigerer Schwarm. Dieser konzentriert sich erneut auf das Gebiet westlich von Las Cañadas del Teide.

Tausende Beben in der Tiefe: Was die Sensoren verraten
Die nackten Zahlen verdeutlichen die Intensität der aktuellen Phase. Laut Domínguez wurden allein im jüngsten, am Montagmorgen noch aktiven Schwarm bereits rund 1.000 einzelne Ereignisse lokalisiert. Diese spielen sich in einer Tiefe von etwa 8 bis 10 Kilometern ab. In der Geologie markiert diese Zone den Übergangsbereich zwischen der Basis der Inselstruktur und dem darunter liegenden Erdmantel.

Die Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang oft von „Hybridsignalen“. Dabei handelt es sich nicht um klassische tektonische Erdbeben, die durch das Brechen von Gestein entstehen, sondern um Vibrationen, die durch die Bewegung von Flüssigkeiten im Untergrund ausgelöst werden. Dies können hydrothermale Gase, Wasser oder eben magmatische Fluide sein. Dass sich diese Aktivität in einer Tiefe von knapp 10 Kilometern abspielt, ist für die Forscher ein bekanntes Muster: Hier sammeln sich oft über Jahrzehnte hinweg magmatische Massen an, bevor es zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt.

Seit dem Beginn der Serie am 7. Februar lassen sich die Ereignisse wie folgt zusammenfassen:

  • 12. bis 13. Februar: Erster Schwarm mit über 800 Beben.
  • 16. bis 17. Februar: Zweiter Schwarm mit über 1.400 Ereignissen.
  • 18. bis 20. Februar: Die bisher intensivste Phase mit über 3.000 Beben.

Das vergangene Wochenende: Zwei weitere Schwärme, wobei der letzte am Montagmorgen noch andauerte.

Keine akute Gefahr: Ein Vergleich mit La Palma

Trotz der beeindruckenden Anzahl an Erschütterungen geben die Experten vorerst Entwarnung für die Bevölkerung. Die aktuelle Situation am Teide unterscheidet sich massiv von den Vorboten, die im Jahr 2021 dem Ausbruch des Tajogaite auf La Palma vorausgingen. Itahiza Domínguez betonte in ihrem Statement, dass für einen bevorstehenden Ausbruch zwei wesentliche Faktoren fehlen: spürbare Erschütterungen an der Oberfläche und eine signifikante Deformation des Bodens.

Bei einem unmittelbar bevorstehenden magmatischen Aufstieg würde sich die Erdkruste messbar aufwölben, da das Magma mit großem Druck nach oben drängt. „Das beobachten wir derzeit nicht“, stellt die Direktorin klar. Die aktuellen Beben sind für die Bewohner und Urlauber auf Teneriffa in der Regel nicht spürbar. Dennoch bleibt die Überwachung des Vulkansystems lückenlos. Ein Vulkan wie der Teide gilt als „schlafend, aber aktiv“, was bedeutet, dass solche Phasen der Instabilität zum normalen Lebenszyklus des Berges gehören.

Die Wissenschaftler des IGN nutzen nun die gewonnenen Daten, um die Modelle der magmatischen Kammern unter Teneriffa zu verfeinern. Jeder dieser Schwärme liefert wie ein Ultraschallbild neue Erkenntnisse darüber, wie die Kanareninsel im Inneren „atmet“. Auch wenn ein Ausbruch kurz- oder mittelfristig ausgeschlossen wird, mahnt Domínguez zur professionellen Wachsamkeit: Die Natur ist dynamisch, und die Lage im Untergrund kann sich jederzeit ändern.

Weitere Artikel zum Thema:
Teneriffa: Wissenschaftler analysieren „neue Phase seismischer Aktivitäten“, vom 19.02.2026
Unruhiger Untergrund auf Teneriffa: Über 1.400 seismische Ereignisse unter Las Cañadas registriert, vom 18.02.2026

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