Politische Tomatenschlacht zwischen Kanaren, Marokko und EU

Bild Info: Die Tomaten sind der wichtigste Exportartikel auf den Kanarischen Inseln. Bild: Archiv

Kanarische Inseln – Die Kanarischen Inseln haben neben dem Tourismus auch noch andere Industriezweige, mit denen man Geld verdient, darunter auch der Anbau von Tomaten. Nun gibt es jedoch ein Problem, mit Marokko. Nach Angaben des Ministers für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Wasserwirtschaft, Juan Ramon Hernandez, soll Marokko gegen die EU vorgaben was den Anbau und die Importquote betrifft verstoßen.

Bisher wurden die Tomatenmengen, die aus Marokko in die EU gebracht wurden, auf 12 Monate berechnet, jedoch würde Marokko lediglich in den Monaten Dezember, Januar, April und Mai Tomaten produzieren und in die EU transportieren. Somit müsse die EU die Werte neu berechnen und entsprechend festlegen. Dies würde dazu führen, dass die Tomaten, die von den Kanaren in die EU gebracht werden, in einem fairen Wettbewerb zu Marokko gehandelt werden können. Ein ähnlicher Antrag wird derzeit von der Zentralregierung in Madrid vorbereitet.

Nach Ansicht des zuständigen Ministers auf den Kanaren zieht die EU die marokkanischen Tomaten vor, weil diese wesentlich günstiger sind, natürlich, denn diese überliegen nicht den strengen Pflanzenschutzmaßnahmen der EU, er sagte dazu „Marokko erfüllt nicht die Bedingungen der aktuellen Vereinbarung“.

Auch die Zentralregierung in Madrid möchte die Kanaren unterstützen, indem man die Transportkosten der Tomaten von den Kanaren irgendwie reduzieren möchte. Man möchte auf die EU entsprechend Druck ausüben, damit die Landwirtschaft auf den Kanaren wieder wachsen kann.

Tatsächlich sollte man sich in der aktuellen Wirtschaftslage Fragen, ob die Richtlinien für den Import von Waren nicht überarbeitet werden müssen. Denn alles, was man auf europäischem Boden herstellen bzw. anbauen kann, muss man nicht aus einem anderen Land oder gar von einem anderen Kontinent herschaffen, das wäre auch für den Umweltschutz besser. – JM

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