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Das strategische Grundstück Toboplaya in Playa del Inglés ist ein weiterer Schandfleck des Gebietes, doch warum?

Bild Info: Fast jeder dürfte das Grundstück kennen, dafür ist die Lage zu exponiert. Bild: Google Maps

Playa del Inglés – Neben den Strandkiosken bietet Playa del Inglés durchaus noch andere fragwürdige „Ecken“ an, so auch das total verfallene Grundstück, welches unter dem Namen Toboplaya bekannt ist. Es befindet sich direkt an der Strandpromenade und darauf verfallen Gebäude sowie eine Wasserrutsche, Müllberge sammeln sich an und es sieht einfach schrecklich aus. Weder die Gemeindeverwaltung, noch die Küstenbehörde oder gar der Grundstückseigentümer haben eine Lösung für das Problem parat. Die Optik in der Ecke von Playa del Inglés ist durch diesen Schandfleck massiv beeinträchtigt und die negativen Wellen die ein Tourist empfinden kann schwingen immer mit.

Wenn man möchte, kann man hier sogar eine Art apokalyptische Postkarte erstellen, ohne in ein Gebiet außerhalb des belebten Touristenzentrums zu gehen. Dieses Objekt bietet dafür eine nahezu perfekte Ausgangslage, auch wenn das eher negativ zu sehen ist.

Das Grundstück befindet sich in privatem Besitz und wurde 1996 im Generalplan der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana zu einer öffentlichen Grünfläche erklärt, da hier nichts mehr betrieben wurde. Niemand gab gegen diese Planung ein Veto ab und nach einer gewissen Frist wurde dies dann in Zement gemeißelt.

Jahre später ist dem Eigentümer aufgefallen, dass man ja „geprellt“ wurde und mit dem Grund nichts mehr anfangen könnte. Er forderte vor Gericht die Zahlung eines Enteignungsbeitrages ein. In erster Instanz wurde dieser Antrag vom Gericht abgelehnt. Der Eigentümer trieb es jedoch weiter und zog vor das oberste Gericht, diese Instanz gab dem Eigentümer letztendlich recht und die Gemeinde musste eine Entschädigung zahlen. Diese wurde auf 3 Millionen Euro festgelegt. Trotzt dieser Entscheidung hat die Gemeinde dem Eigentümer das Geld nicht überwiesen.

Seither verfällt das Grundstück immer weiter und keine der involvierten Parteien scheint großes Interesse an diesem doch sehr strategischen Grund zu haben. Da lässt man es anscheinend lieber weiter verfallen und die Touristen können denken, was sie wollen. – TF

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