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Gran Canaria 2026: Rekordausbau der Solarenergie und grüne Autarkie

Gran Canaria forciert die Energiewende: Ein Solar-Rekordjahr für die Inselautarkie!

Lesedauer 5 Minuten

Gran Canaria – Das Jahr 2026 markiert einen historischen Wendepunkt in der Energiepolitik Gran Canarias. Mit einer ambitionierten Strategie zur Förderung des solaren Eigenverbrauchs treibt der Inselenergierat (Consejo Insular de la Energía, kurz CIE) die Dekarbonisierung des Archipels mit beispielloser Geschwindigkeit voran. Aktuelle Daten belegen, dass die Insel nicht nur ihre Kapazitäten massiv ausbaut, sondern auch technologisch neue Wege beschreitet, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen endgültig zu beenden.

Der Start in das Jahr 2026 verlief für den Energierat von Gran Canaria überaus erfolgreich. Mit insgesamt 22 aktiven Photovoltaikanlagen, die sich im direkten Besitz der öffentlichen Hand befinden, hat das Cabildo de Gran Canaria ein starkes Fundament für eine grüne Zukunft gelegt. Diese Anlagen, die strategisch über die gesamte Insel verteilt sind, verfügen über eine installierte Gesamtleistung von 4,69 Megawatt (MW). Das Ergebnis dieser Infrastruktur ist beachtlich: Rund 7,0 Gigawattstunden (GWh) sauberer Strom werden pro Jahr produziert.

Dieser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Resultat einer konsequenten Investitionsphase im Jahr 2025. Allein im vergangenen Jahr wurden drei maßgebliche Großprojekte ans Netz genommen, die die Kapazität um 1,43 MW steigerten. Diese neuen Anlagen befinden sich im Nord-Ökopark der Hauptstadt Las Palmas, im Interpretationszentrum Caserones in La Aldea de San Nicolás sowie im Weingut Insular in San Mateo.

Wirtschaftlichkeit und Ökologie: Eine Bilanz der Nachhaltigkeit

Der Ausbau der Solarenergie ist für Gran Canaria längst keine reine Umweltfrage mehr, sondern ein knallharter Standortvorteil. Durch die Nutzung der 22 bestehenden Anlagen erzielt die Inselverwaltung jährliche Einsparungen von rund 1,45 Millionen Euro. In Zeiten schwankender Energiepreise auf den Weltmärkten bietet die Sonne eine stabile und kostenlose Ressource, die den Haushalt des Cabildos spürbar entlastet.

Doch die ökonomischen Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Die ökologische Wirkung der Solarkraftwerke ist massiv. Jährlich wird der Ausstoß von 4.287 Tonnen CO2 vermieden. Um diese Menge an Treibhausgasen auf natürlichem Wege zu kompensieren, müssten über 133.000 Bäume gepflanzt werden – ein Waldgebiet, das die Insel in dieser Form kaum kurzfristig bereitstellen könnte. Die Photovoltaik fungiert hierbei als „technologischer Wald“, der lautlos und effizient das Klima schützt.

Die Standorte der Anlagen zeigen zudem eine intelligente Nutzung bereits versiegelter Flächen. Anstatt wertvolles Naturland zu opfern, setzt der CIE auf die Dächer öffentlicher Gebäude. Zu den prominentesten Beispielen zählen:

  • Das Cristal-Gebäude und das Casa Palacio.
  • Kulturelle Institutionen wie das Cuyás-Theater und das Gebäude des Philharmonischen Orchesters.
  • Große Sport- und Eventstätten wie der Pavillon der Gran Canaria Arena und das Messegelände Infecar.
  • Soziale Einrichtungen wie das Gesundheitszentrum Obispo Padre Cueto.

Diese Strategie sorgt dafür, dass die Energie genau dort erzeugt wird, wo sie verbraucht wird, was die Belastung der Stromnetze minimiert.

Der große Sprung: 17 neue Projekte und innovative Konzepte für 2026

Was wir aktuell sehen, ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Das Jahr 2026 wird als das Jahr des „großen Sprungs“ in die Geschichte der CIE eingehen. Im vergangenen Jahr wurden die vertraglichen und baulichen Grundlagen für eine massive Expansion geschaffen. Aktuell befinden sich 17 weitere Photovoltaikanlagen im Bau, die im Laufe dieses Jahres in Betrieb gehen sollen. Diese werden die Leistung um zusätzliche 4,16 MW erhöhen.

Unter den neuen Projekten befinden sich strategisch wichtige Standorte wie:

  • Die Anlagen für Mataderos Insulares (Insel-Schlachthöfe).
  • Das Sozialzentrum CADI in Las Longueras.
  • Innovative Parkplatzüberdachungen im Jardín Canario und in La Garita.

Besonders der Fokus auf Parkplatzüberdachungen zeigt die Zukunftsgerichtetheit der Planung. Diese Konstruktionen erfüllen einen doppelten Zweck: Sie schützen Fahrzeuge vor der intensiven kanarischen Sonne und wandeln gleichzeitig die Strahlungsenergie in Elektrizität um.

Die Ankunft der Agri-Photovoltaik
Ein besonderes Highlight der aktuellen Ausbauphase ist die erste Agri-Photovoltaikanlage der Insel. Dieses Pilotprojekt wird auf dem Bauernhof El Galeón in Santa Brígida realisiert. Bei der Agri-Photovoltaik werden Solarmodule so installiert, dass unter ihnen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden kann. Dies löst den klassischen Landnutzungskonflikt zwischen Energieerzeugung und Nahrungsmittelproduktion. Die Module bieten den Pflanzen Schatten, reduzieren die Verdunstung und erzeugen gleichzeitig Strom für die landwirtschaftlichen Geräte.

Zusätzlich zu diesen 17 Projekten befinden sich 11 weitere Anlagen mit einer Leistung von 1,74 MW bereits in der Phase der Ausschreibung. Hierzu zählen Projekte am Verkehrsknotenpunkt in Mogán und auf dem Sportplatz der Schule CEIP Profesor Rafael Gómez in San Mateo.

Speichertechnologien und Zukunftsvision: Das Ziel von 20,7 Megawatt

Die Vision des Energierates endet nicht bei der bloßen Installation von Paneelen. Ein entscheidendes Merkmal der neuen Generation von Solaranlagen auf Gran Canaria ist die Integration von modernen Batteriespeichern. Da die Sonne nicht rund um die Uhr scheint, ist die Speicherung der Energie für die Abend- und Nachtstunden essenziell. Durch den Einsatz dieser Batterien kann der Eigenverbrauch optimiert und die Unabhängigkeit vom externen Stromnetz maximiert werden.

Die Pipeline für die kommenden Jahre ist bereits prall gefüllt:

  1. Vier Kraftwerke mit 0,78 MW stehen kurz vor der Ausschreibung.
  2. 20 weitere Projekte mit einer beeindruckenden Gesamtleistung von 7,98 MW befinden sich im Genehmigungsverfahren.
  3. Sechs Projekte mit 1,38 MW sind in der finalen Vorbereitungsphase.

Sobald alle diese Initiativen realisiert sind, wird die vom Cabildo verwaltete Photovoltaik-Leistung auf insgesamt 20,7 MW ansteigen. Dies entspricht fast einer Vervierfachung der aktuellen Kapazität und würde Gran Canaria zu einer der führenden Regionen in Europa im Bereich des öffentlichen solaren Eigenverbrauchs machen.

Unterstützung für Bürger und Unternehmen: Die Demokratisierung der Energie
Der Energierat von Gran Canaria versteht die Energiewende als Gemeinschaftsprojekt. Es geht nicht nur darum, öffentliche Gebäude zu bestücken, sondern die gesamte Gesellschaft mitzunehmen. Deshalb hat die CIE ein umfangreiches Förderprogramm für Privatpersonen und Unternehmen aufgelegt.

Die Resonanz ist überwältigend. Im Jahr 2025 erhielten 570 Haushalte und 37 Unternehmen direkte Zuschüsse für ihre eigenen Solaranlagen. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem 530 Haushalte gefördert wurden. Diese Beständigkeit zeigt, dass das Vertrauen der Bürger in die Solartechnologie wächst.

Dank dieser gezielten Förderpolitik hat Gran Canaria eine Vorreiterrolle auf dem gesamten kanarischen Archipel eingenommen. Die Insel zeichnet heute für 38 % des gesamten Niederspannungs-Eigenverbrauchs der Kanaren verantwortlich. Dies ist ein bemerkenswerter Wert, wenn man bedenkt, dass Gran Canaria nur eine von acht Inseln ist.

Fazit und Ausblick
Gran Canaria beweist im Jahr 2026, dass die Energiewende machbar ist, wenn politischer Wille auf technische Innovation trifft. Die Kombination aus großflächigem Ausbau auf öffentlichen Gebäuden, der Erschließung neuer Konzepte wie der Agri-Photovoltaik und der massiven Förderung des privaten Sektors schafft ein robustes und zukunftssicheres Energiesystem.

Die Insel verwandelt sich von einem Importeur fossiler Brennstoffe in einen Produzenten sauberer, lokaler Energie. Das schont nicht nur das Klima und die einzigartige Natur der Insel, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft und macht die Bürger unabhängiger von globalen Krisen. Gran Canaria leuchtet – und das im wahrsten Sinne des Wortes durch die Kraft der Sonne. – TF

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