Kanarische Inseln – Die Regierung der Kanarischen Inseln hebt die Umsatzgrenze für Selbstständige, bis sie von der IGIC (Allgemeine indirekte Steuer der Kanarischen Inseln, ähnlich MwSt.) befreit sind, auf 50.000 € pro Jahr an. Dies gab Vizepräsident und Wirtschaftsminister Manuel Domínguez am Mittwoch bekannt. Er betonte, dass die Maßnahme die Steuer- und Bürokratiebelastung für Freiberufler mit geringerem Geschäftsvolumen verringern werde.
Kanaren erfüllen EU-Vorgaben nicht
Was der Politiker unterschlagen hat: Diese Anhebung ist nach EU-Richtlinien immer noch zu wenig und ein Grund für die Proteste der Autonomos im Land. Denn die EU-Regeln besagen, dass Selbstständige erst ab 85 000 Euro eine Mehrwertsteuer kassieren und abführen müssen. Aufgrund von Uneinigkeiten in der EU, sind aber auch Sonderregelungen möglich. Davon profitieren derzeit viele Staaten.
Die Kanaren erfüllen damit die 85.000-Euro-Grenze nicht. Die Politik auf den Kanaren „verkauft“ diese neue Maßnahme als Meilenstein, und gibt an, dass von der Maßnahme rund 11 000 Selbstständige auf den Kanaren profitieren werden.
Beispiele für MwSt-Freigrenzen (Stand 2025/2026):
• Deutschland: 25.000 € Umsatz im Vorjahr (ab 2025) und nicht mehr als 100.000 € im laufenden Jahr.
• Österreich: Seit 2025 gilt eine Grenze von 55.000 € Bruttojahresumsatz.
• Frankreich: Die Grenze liegt bei 93.600 € für Waren und 41.250 € für Dienstleistungen (Stand 2026).
• Italien: 85.000 €.
• Belgien: 25.000 €.
• Spanien: Wendet die Kleinunternehmerregelung im Jahr 2026 auf nationalem Gebiet derzeit nicht an (Generalregime).
• Niederlande: 20.000 €.
Demnach setzten nur zwei Staaten die Regelungen der EU konsequent und korrekt u, Frankreich und Italien.
Kanaren versprechen Erleichterungen
Wenn alles seinen Weg geht, wie geplant, soll diese neue Obergrenze ab dem 1. Juli 2026 gelten. Eine der Hauptwirkungen dieser Maßnahme wird die Vereinfachung der Steuerpflichten sein, da Selbstständige im Rahmen dieser Regelung von fünf Steuererklärungen pro Jahr auf nur noch eine umsteigen können, was den Verwaltungsaufwand und das Fehlerrisiko verringert.
Die jährliche Steuererklärung gilt dann allerdings erst ab dem Jahr 2027, wie Wirtschaftsminister Manuel Domínguez (PP) auf einer Pressekonferenz erklärte. Er selbst sieht es auch als „Unterstützung“ für eine besonders gefährdete Gruppe von Menschen an.
Zudem verkauft der Minister es so, als wären die Kanaren die „Heilsbringer“ der EU, denn er sagte weiter, dass die Kanaren die einzige Region in der EU sind, die „diese hohe Steuergrenze, sogar noch oberhalb des EU-Schnitts anwendet“.
Zwar basieren viele der Eckpunkte der EU-Richtlinie auf dem Wort „können“, aber die Kanaren und auch Spanien sind nicht besonders gut darin, Richtlinien umzusetzen, die für Bürger positiv sind und den Staat Geld kosten. Andersherum ist man da deutlich „offener und schneller“, sobald es eben Geld einbringen kann. – TF
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