Maspalomas – – Die idyllische Ruhe in einer Ferienanlage im Süden von Gran Canaria wurde in den letzten Monaten von einer Serie grausamer Vorfälle überschattet. Die spezialisierte Tierschutzabteilung der Lokalpolizei von San Bartolomé de Tirajana hat nun offiziell Anzeige gegen einen Tatverdächtigen erstattet. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Tod von mindestens neun Katzen, die auf dem Gelände einer Wohnanlage im Campo Internacional, unweit des beliebten Freizeitparks Holiday World, aufgefunden wurden.
Die polizeilichen Untersuchungen zeichnen ein erschütterndes Bild von Gewalt gegen die wehrlosen Tiere der dort ansässigen Katzenkolonie. Der Hauptverdächtige, ein deutscher Staatsbürger, der selbst in der betroffenen Anlage lebt, wird beschuldigt, für die Misshandlungen und Tötungen verantwortlich zu sein.
Chronologie des Schreckens: Von den ersten Funden bis zur Anzeige
Die Ermittlungsakte, die nun der Justiz übergeben wurde, nahm ihren Anfang im September 2025. Zu diesem Zeitpunkt häuften sich die besorgniserregenden Meldungen bei der örtlichen Polizei. Anwohner und Eigentümer der Anlage, die sich seit Jahren um die dort lebenden Katzen kümmerten, stießen immer wieder auf tote oder schwer verletzte Tiere. Was zunächst wie eine tragische Aneinanderreihung von Unfällen gewirkt haben mochte, entpuppte sich schnell als eine gezielte Serie von Gewalttaten.
Das zweiköpfige Ermittlungsteam der Tierschutzabteilung reagierte umgehend auf die Hinweise. In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadtverwaltung von San Bartolomé de Tirajana wurde jeder einzelne Fall akribisch dokumentiert. Die Beamten erstellten detaillierte Berichte, sicherten Fotobeweise und sammelten physische Beweismittel an den verschiedenen Fundorten innerhalb der Wohnanlage.
Brutale Methoden und toxikologische Verdachtsmomente
Die Art der Verletzungen, die bei den verendeten Tieren festgestellt wurden, deutet auf eine massive und bewusste Gewalteinwirkung hin. Den Ermittlungsunterlagen zufolge sollen einige der Katzen geschlagen und sogar mit scharfen Gegenständen erstochen worden sein. Diese unmittelbaren Gewalthandlungen stellen jedoch nur einen Teil der Vorwürfe dar. In mehreren Fällen besteht zudem der dringende Verdacht auf Vergiftung.
Die Kombination aus physischer Gewalt und dem Einsatz von Giftstoffen zeigt eine besondere Rücksichtslosigkeit, die nicht nur die Anwohner erschüttert, sondern auch die Behörden zu einem entschlossenen Vorgehen veranlasste. Die Sicherung von Proben und die tierärztlichen Untersuchungen spielten eine Schlüsselrolle dabei, das Ausmaß der Tierquälerei gerichtlich verwertbar festzuhalten.
Die Identifizierung des Verdächtigen durch moderne Überwachung
Dass die Polizei nun einen konkreten Verdächtigen präsentieren kann, ist das Ergebnis einer Kombination aus klassischer Polizeiarbeit und moderner Technik. Ein entscheidender Faktor war die Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Bewohner der Anlage zeigten sich äußerst kooperativ und lieferten wichtige Hinweise auf verdächtige Aktivitäten zu den Tatzeiten.
Den Durchbruch brachten schließlich die Auswertungen von Überwachungskameras, die auf dem Gelände installiert sind. Das Videomaterial lieferte den Beamten die notwendigen Beweise, um den deutschen Residenten mit den Taten in Verbindung zu bringen. Der Mann wurde bereits einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der nun über das weitere juristische Vorgehen entscheiden muss. In Spanien wurden die Gesetze zum Schutz von Tieren in den letzten Jahren deutlich verschärft, sodass bei nachgewiesener Tierquälerei empfindliche Geldstrafen und sogar Haftstrafen drohen können.
Ein Lichtblick: Rettung inmitten der Tragödie
Trotz der düsteren Bilanz von neun getöteten Tieren gab es im Rahmen der Ermittlungen auch einen Erfolg für den Tierschutz zu vermelden. Während der Durchsuchungen und Beobachtungen in der Wohnanlage entdeckten die Polizeibeamten eine Katzenmutter mit ihren zwei neugeborenen Kätzchen.
Angesichts der akuten Gefahr für die Tiere in diesem Umfeld wurden sie umgehend aus der Anlage evakuiert. Die kleine Katzenfamilie erhielt eine umfassende tierärztliche Versorgung und wurde vorübergehend in einer sicheren Unterkunft untergebracht. Wie die Behörden bestätigten, konnten die Tiere mittlerweile in liebevolle Hände vermittelt werden – ein kleiner Trost für die Gemeinschaft, die so viele ihrer Schützlinge verloren hat.
Gesellschaftliche Bedeutung und Ausblick
Der Fall hat in der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana eine Debatte über den Schutz von Straßenkatzen und das Zusammenleben in Ferienanlagen ausgelöst. Die Polizei betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Wachsamkeit der Bürger ist. Ohne die frühzeitigen Meldungen der Anwohner hätte die Serie von Misshandlungen vermutlich noch länger angedauert.
Die spezialisierte Einheit der Polizei hat durch diesen Fall erneut ihre Bedeutung unterstrichen. In einer Region, die stark vom Tourismus lebt, ist auch der respektvolle Umgang mit der lokalen Fauna ein wichtiger Aspekt des öffentlichen Ansehens. Die Ermittler hoffen, dass die konsequente Strafverfolgung in diesem Fall eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter hat.
Die Justiz wird nun prüfen, inwieweit die Beweislast für eine Verurteilung ausreicht. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für den beschuldigten deutschen Staatsbürger die Unschuldsvermutung. Die Bewohner von Campo Internacional hoffen jedoch, dass mit der Festnahme des Verdächtigen wieder Ruhe in ihre Anlage einkehrt und die verbliebenen Tiere der Kolonie in Sicherheit leben können.
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