Gran Canaria – Das Sturmtief Therese hat die Kanaren voll im Griff, insbesondere auf Gran Canaria gab es heute massive Störungen. Aus diesem Grund hat das Cabildo de Gran Canaria den Inselnotfallplan (PEIN) auf Notfallstufe 1 heraufgesetzt. Dies bedeutet eine schnellere Koordination über eine einzige Stelle.
Die Katastrophenschutzbehörde der Insel hat diese Entscheidung nach Auswertung der jüngsten Wettervorhersagen des spanischen Wetterdienstes AEMET und nach Beurteilung der aktuellen Lage auf der Insel getroffen. Da hier starke Regenfälle neben diversen Erdrutschen auch zum Überlaufen mehrerer Stauseen geführt haben, was wiederum Überschwemmungen in den flussabwärts gelegenen Schluchten verursacht.
Erklärungen des Präsidenten des Cabildo
Der Präsident des Inselrats von Gran Canaria, Antonio Morales (NC), erklärte, dass die Sicherheit der Bevölkerung angesichts eines sich verändernden Szenarios mit hohem Risiko auf den Wasserwegen oberste Priorität habe.
Morales betonte die Notwendigkeit, äußerste Vorsicht walten zu lassen, unnötige Ausflüge und Autofahrten zu vermeiden und sich von Schluchten und überschwemmungsgefährdeten Gebieten fernzuhalten. Er erinnerte alle daran, dass die Wasserabgabe aus den Staudämmen die Durchflussrate in verschiedenen Teilen der Insel plötzlich erhöhen kann.
Die Arguineguín-Schlucht steht unter Beobachtung
Die Arguineguín-Schlucht wird aufgrund des erhöhten Wasserstands ständig überwacht. Obwohl bisher keine Verletzungen gemeldet wurden, bleibt das Risiko aufgrund des gesättigten Bodens und möglicher Wasserzuflüsse durch Wasserabgaben aus höher gelegenen Stauseen hoch.
Die Behörden betonen, dass es in diesen Gewässern auch ohne lokale Niederschläge aufgrund von Oberflächenabfluss vom Gipfel zu plötzlichen Anstiegen des Wasserstands kommen kann.

Auch in Maspalomas hat sich das „Strandbild“ wieder massiv verändert!
Staudämme an ihrer Belastungsgrenze und Risiken flussabwärts
Die Lage auf den Gipfeln der Insel ist besonders kritisch, da mehrere Wasserbauwerke ihren maximalen Füllstand erreicht haben. Die Wasserabgabe aus diesen Staudämmen löst eine Kettenreaktion in Schluchten und Wasserläufen aus und erhöht so das Risiko für die flussabwärts gelegenen Gemeinden. Aus diesem Grund haben die Behörden für diesen Samstag die vorsorgliche Evakuierung der Stadtteile Los Pérez und El Hornillo in der Gemeinde Agaete auf Gran Canaria angeordnet. Dies steht auch im direkten Zusammenhang mit dem Überlaufen des Stausees Los Peréz.
Regierung der Kanaren erhöht die Warnstufe ebenfalls
Angesichts der Schwere der gehäuften Vorfälle hat die Generaldirektion für Katastrophenschutz den Alarmzustand gemäß dem Kanarischen Katastrophenschutz- und Notfallplan für Hochwasserrisiken (PEINCA) ausgerufen. Grund dafür ist die Gefahr von Überschwemmungen und überlaufenden Schluchten auf den Inseln La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria. Für die übrigen Inseln gilt weiterhin die Vorwarnstufe.
Mehr als 1.100 Ereignisse durch Sturm Therese
Das Notfall- und Sicherheitskoordinierungszentrum der Kanarischen Inseln (CECOES 1-1-2) bearbeitete seit Beginn des Sturms bis Samstag, 10:00 Uhr, insgesamt 1.105 Einsätze im Zusammenhang mit Sturm Therese. Provinziell betrachtet verzeichnete Santa Cruz de Tenerife mit 60,03 % die meisten Einsätze, gefolgt von der Provinz Las Palmas mit 41,5 %.
Zu den häufigsten Vorfällen zählen große Felsstürze, herabfallende Äste und Erdrutsche, die den Verkehr auf zahlreichen Straßen der westlichen Inseln und Gran Canaria teilweise oder vollständig blockieren.
Ab Montag wieder Schule im Präsenzuntericht
Unterdessen erklärte das Bildungsministerium der Kanaren, dass für den kommenden Montag die Schulen wieder im Präsenzunterricht laufen werden. Jedoch ist diese Entscheidung unter Vorbehalt und wird nur umgesetzt, wenn die Prognosen zum Sturm Therese auch so eintreffen.
Volle Stauseen im Nordwesten von Gran Canaria
Die positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit diesem Sturm sieht man an den Stauseen. Allein in den letzten Stunden konnten viele Seen die Maximalkapazität erreichen. Mehr als 600 000 Kubikmeter an Wasser sollen in die Seen gelaufen sein.
Dies führte zum Überlaufen mehrerer Stauseen, darunter Candelaria, El Vaquero, Lugarejos, El Parralillo, Siberio und Las Hoyas. Auch La Sorrueda verzeichnet einen starken Zufluss, und El Mulato ist zu 75 % gefüllt. Weitere Stauseen wie Caidero stehen ebenfalls kurz vor dem Überlaufen. Chira verzeichnete 107 000 Kubikmeter Wasser und La Gambuesa 34 000 Kubikmeter.
Besonders bezeichnend ist, dass der Stausee von Lugarejos zuletzt 2015 über die Ufer trat. Eine finale Bewertung will das Cabildo nach dem Ende der Regenepisode erstellen. Wobei dies natürlich nur mit den Stauseen möglich ist, die in der Verwaltung des Cabildo liegen. Die anderen Seen geben oft keine Daten heraus. Hier kann man nur mutmaßen und anhand der optischen Füllstände kalkulieren.
Als voll im Nordwesten der Inseln gelten derzeit: Tamadaba, Las Tierras de Manuel, Los Pérez, Lugarejos, Las Hoyas, El Vaquero, La Candelaria, el Parralilo, Siberio und El Caidero de la Niña.

Folgende Straßen auf Gran Canaria sind aktuell (Stand 21. März – 18:30 Uhr) gesperrt:
- GC-15 – Km 19,2 bis 22,65 – Zwischen Kreisverkehr de Lagunetas und Cruce de Cueva Corcho
- GC-60 – Km 3,0 bis 14,3 – Barranco de Tejeda bis Ayacata
- GC-200 – Km 17,1 bis 21,5 – Zufahrt del Balcón /Andén Verde
- GC-210 – Km 0 bis 5 – Tejeda bis Artenara
- GC-210 – Km 9,5 bis 33 – Artenara bis La Aldea
- GC-216 – Ab km 2,0 vollständig – Tamadaba
- GC-231 – Km 7,2 bis 6,9 Zufahrt Sao aus Sicherheitsgründen wegen des Stausees Los Pérez
- GC-305 – Km 5,2 bis 5,35 – Firgas auf Höhe des Barranco del Virgen
- GC-400 – Km 1,0 bis 3,0 – Ariñez
- GC-505 – Km 3 (Las Crucitas) bis 11,5 (Cercado de Espino) – Barranco de Arguineguin
- GC-605 – Ab Pie de la Cuesta (GC-200)
- GC-606 – Km 8 bis 12 – El Carrizal de Tejeda
- GC-608 – Km 2,7 – Zufahrt La Culata in Tejeda
Bleiben sie wachsam und vermeiden sie jede Fahrt mit dem AUto in die Bergwelt! – TF
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