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Geheimnisse der Ostküste gelüftet: Die 17 neuen historischen Stätten auf Gran Canaria

Der Fokus liegt in Telde, Valsequillo und Ingenio.

Lesedauer 4 Minuten

Gran Canaria – Die Insel birgt noch immer unzählige Geheimnisse seiner faszinierenden Vergangenheit. Das archäologische Inventar des Cabildo de Gran Canaria wurde soeben um 17 neue, historisch hochbedeutende Fundstätten erweitert. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten historischen Enklaven auf der Insel steigt damit auf beeindruckende 1.282. Diese umfassende Aktualisierung, die durch die Abteilung für historisches Kulturerbe gefördert wird, konzentriert sich vor allem auf die Ostküste und die mittleren Höhenlagen (Medianías) der Insel.

Ein Jahr der intensiven archäologischen Forschung

Während der offiziellen Präsentation der Ergebnisse gab der Präsident des Cabildo de Gran Canaria, Antonio Morales, tiefe Einblicke in die anspruchsvolle Feldarbeit der letzten zwölf Monate. Auf einer gewaltigen Fläche von 170 Quadratkilometern – was etwa zehn Prozent der gesamten Inselfläche Gran Canarias entspricht – haben Experten ein riesiges Terrain akribisch untersucht. Diese Arbeit umfasste nicht nur das Aufspüren völlig unbekannter Stätten, sondern auch die exakte Abgrenzung bereits bekannter Fundorte. Dabei wurden mehr als 140 Alt-Akten, die teilweise bis in das Jahr 2004 zurückreichen, detailliert überarbeitet, korrigiert und um wichtige Messdaten ergänzt.

An der öffentlichen Bekanntgabe im historischen Innenhof des Cabildo nahmen neben Antonio Morales weitere hochrangige Vertreter teil. Dazu zählten der Minister für Präsidentschaft und nachhaltige Mobilität, Teodoro Sosa, der Inseldirektor für historisches Erbe, Juan Sebastián López, der zuständige Inspektor Xavi Velasco sowie Fachleute des renommierten Unternehmens Tibicena Arqueología y Patrimonio, welches maßgeblich mit der Durchführung der Untersuchungen betraut war.

Wo genau befinden sich die neuen Entdeckungen?

Durch die systematischen Vermessungsarbeiten konnte die historische Landkarte der Insel deutlich präzisiert werden. Wie aktuelle Auswertungen und Berichte der Nachrichtenagentur EFE bestätigen, verteilen sich die 17 sensationellen Neuentdeckungen auf drei wichtige Gemeinden im Osten der Insel:

  • Gemeinde Telde: 12 neue Fundstätten
  • Gemeinde Valsequillo: 3 neue Fundstätten
  • Gemeinde Ingenio: 2 neue Fundstätten

Es ist bemerkenswert, dass selbst in Gebieten, die heute stark besiedelt oder intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, noch immer unberührte Spuren der Vergangenheit im Boden verborgen liegen.

Rätselhafte Höhlenmalereien und ein historisches Schiffswrack

Ein Großteil der neu registrierten Stätten stammt aus der vorspanischen Zeit und gewährt uns einen authentischen Blick auf das Leben der Ureinwohner Gran Canarias. Die Entdeckungen sind dabei äußerst facettenreich. Die Archäologen stießen auf bisher unentdeckte Wohn- und Begräbnisstätten, faszinierende Höhlenmalereien, rituelle Stationen mit Schalensteinen (Cazoletas) und komplexen Kanalsystemen sowie auf einen völlig neuen Steinbruch, der vermutlich für die Herstellung von Drehmühlen aus Basalt genutzt wurde. Diese Funde beweisen eindrucksvoll, dass das alltägliche und spirituelle Leben der Ureinwohner weitaus präsenter war, als oft angenommen wird.

Doch nicht nur die prähispanische Ära brachte Überraschungen ans Licht. Auch aus der Zeit nach der kastilischen Eroberung konnten bedeutende archäologische Räume dokumentiert werden. Die wohl spektakulärste Entdeckung in diesem Zusammenhang ist die Lokalisierung potenzieller Überreste eines historischen Bootes, das vor der Ostküste auf den Grund des Ozeans gesunken ist. Dieser Unterwasserfund könnte in naher Zukunft entscheidende Erkenntnisse über die maritimen Handelsrouten der vergangenen Jahrhunderte liefern.

Das archäologische Inventar als wichtiges Werkzeug für die Zukunft

Die kontinuierliche Pflege dieses historischen Inventars ist eine immense Aufgabe. Blicken wir zurück auf das Jahr 2018, so verzeichnete die archäologische Datenbank damals noch 1.106 Enklaven. Durch gezielte Aktualisierungsaufträge konnte diese Zahl nun schrittweise auf 1.282 registrierte Akten gesteigert werden.

Antonio Morales betonte in seiner Rede die enorme praktische Bedeutung dieser wissenschaftlichen Arbeit: „Das archäologische Inventar von Gran Canaria ist vor allem ein lebendiges, vielseitiges Dokument. Es ist ein unverzichtbares Werkzeug für das tägliche Management und den Schutz unseres kulturellen Erbes.“ Diese detaillierten Katasterdaten bilden das Fundament für die Erstellung präventiver Gutachten. Zudem sind sie absolut unerlässlich für die Ausarbeitung von Bebauungsplänen, territorialen Schutzmaßnahmen und Umweltdokumenten für künftige Infrastrukturprojekte.

Diese digitalisierten und stets aktualisierten Informationen werden nun den Verwaltungsteams der Gemeinden sowie öffentlichen und privaten Bauunternehmen zur Verfügung gestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass bei der Planung neuer Projekte das empfindliche historische Erbe der Insel von der ersten Minute an geschützt bleibt.

Bürgerbeteiligung: Der Schlüssel zur Bewahrung unserer Geschichte

Ein entscheidender Faktor bei der Entdeckung neuer Lagerstätten ist und bleibt die Zivilgesellschaft. Die Bürgerbeteiligung war für die jüngste Aktualisierung des Inventars von unschätzbarem Wert. Immer wieder sind es aufmerksame Wanderer, interessierte Anwohner oder ehrenamtliche Forscher, die den Behörden entscheidende Hinweise auf verborgene Schätze liefern, die über die gesamte Landschaft Gran Canarias verstreut sind.

„Das gemeinsame Engagement für die Pflege dieser Vermögenswerte sorgt dafür, dass ihr sozialer Genuss die beste Garantie für die langfristige Erhaltung unseres archäologischen Erbes ist“, fasste Antonio Morales treffend zusammen. Ohne die wachsamen Augen der Menschen vor Ort würden viele dieser historischen Zeugnisse vermutlich für immer verloren gehen. – TF

Kanäle für Informationen und Meldungen

Der Schutz der Geschichte Gran Canarias ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Jeder, der sich diesem Engagement anschließen möchte oder bei einem Ausflug auf eine mögliche historische Fundstätte stößt, kann sich aktiv einbringen. Das Cabildo stellt dafür unkomplizierte Kommunikationswege zur Verfügung:

  • Offizielle Website: Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich unter www.patrimoniohistorico.grancanaria.com.
  • E-Mail-Kontakt: Direkte Meldungen oder Rückfragen können an phistorico@grancanaria.com gesendet werden.
  • Soziale Netzwerke: Das Historische Erbe des Cabildo de Gran Canaria ist auf den gängigen Social-Media-Plattformen vertreten und nimmt auch dort Hinweise aus der Bevölkerung gerne entgegen.

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