Kanarische Inseln – Die Kanarischen Inseln rüsten sich gegen die Auswirkungen des herannahenden Sturms „Therese“. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und unnötige Gefahren im Straßenverkehr zu vermeiden, hat das regionale Bildungsministerium unter der Leitung von Poli Suárez tiefgreifende Maßnahmen beschlossen. Ab dem heutigen Donnerstag wird der Präsenzunterricht in weiten Teilen des Archipels ausgesetzt und, sofern technisch möglich, durch digitale Lernformate ersetzt. Diese Entscheidung folgt einer klaren Empfehlung der Generaldirektion für Notfälle und Katastrophenschutz, die vor den potenziellen Risiken des Unwetters warnt.
Gestaffelte Schließungen: Ein Archipel im Ausnahmezustand
Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt aufgrund der Zugbahn des Sturms zeitlich und geografisch gestaffelt. Bereits seit Donnerstagmorgen bleiben die Bildungseinrichtungen in der westlichen Provinz – also auf Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro – sowie auf der Insel La Graciosa geschlossen. Letztere ist besonders von gefährlichen Küstenphänomenen betroffen, die einen regulären Schulweg unmöglich machen.
Für die Insel Gran Canaria gilt eine Übergangsregelung: Während am Vormittag der Betrieb teilweise noch aufrechterhalten wurde, trat die Aussetzung des Präsenzunterrichts am Nachmittag in Kraft. Die östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura folgen dem Sicherheitsbeispiel am Freitag, wenn die Aussetzung des Unterrichts auf den gesamten Archipel ausgeweitet wird.
Das Ministerium betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass die Vermeidung von Mobilität oberste Priorität habe. „Die Entscheidung wurde getroffen, um Bewegungen zu vermeiden, welche die Bevölkerung gefährden könnten“, erklärte die Abteilung von Poli Suárez. Wo immer es die technische Infrastruktur der Schulen und der Haushalte zulässt, wird der Unterricht virtuell fortgesetzt. In Fällen, in denen ein Online-Betrieb nicht realisierbar ist, wird der Unterricht bis auf Weiteres komplett gestrichen.
Digitale Kontinuität und bauliche Vorsorge
Um den Bildungsanspruch der Schüler auch während der Sturmtage zu sichern, greift das Ministerium auf moderne Lösungen zurück. Den Schulen wurden bereits vorab spezifische Instrumente und Anleitungen zur Verfügung gestellt, um einen reibungslosen Wechsel in den digitalen Raum zu ermöglichen. Das Ziel ist eine größtmögliche Kontinuität des Lehrplans, trotz der widrigen Umstände.
Parallel zur pädagogischen Umstellung stehen auch praktische Sicherheitsmaßnahmen an den Schulgebäuden selbst im Fokus. Das Bildungsministerium hat die Schulleitungen angewiesen, die Infrastruktur der Gebäude kritisch zu prüfen. Dazu gehören insbesondere:
- Die Kontrolle und Reinigung von Dachrinnen und Entwässerungssystemen, um Überschwemmungen zu verhindern.
- Die Sicherung von losen Gegenständen auf dem Schulgelände, die durch starke Windböen zu gefährlichen Geschossen werden könnten.
- Eine allgemeine Inspektion der baulichen Anlagen, um Sturmschäden präventiv zu minimieren.
Akademische Autonomie: Universitäten ziehen nach
Nicht nur der Primar- und Sekundarsektor ist betroffen; auch die Hochschuleinrichtungen der Inseln reagieren auf die Wetterlage. Die Universität La Laguna (ULL) auf Teneriffa machte von ihrer administrativen Autonomie Gebrauch und verkündete ebenfalls die Einstellung des Präsenzbetriebs ab Donnerstagmorgen. Dies betrifft nicht nur die Vorlesungen, sondern auch den Verwaltungsapparat.
An der ULL ruhen zudem alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten. Lediglich absolut notwendige Dienstleistungen in Spezialbereichen bleiben unter strengen Sicherheitsvorkehrungen besetzt. An der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) wurde die Lage am Donnerstagmorgen noch sondiert, wobei eine ähnliche Entscheidung als unmittelbar bevorstehend gilt, um eine einheitliche Sicherheitsstrategie auf der Insel zu gewährleisten.
Hintergrund: Das Protokoll für widrige Wetterlagen (FMA)
Die aktuellen Maßnahmen sind kein Produkt von Willkür, sondern folgen einem präzisen, im Jahr 2014 etablierten Aktionsplan. Dieses sogenannte Protokoll für Maßnahmen bei widrigen Wetterphänomenen (FMA) regelt detailliert, ab welcher Warnstufe welche Schritte einzuleiten sind.
Der Prozess ist streng hierarchisch gegliedert: Eine Schließung wird erst dann ernsthaft in Erwägung gezogen, wenn die Generaldirektion für Katastrophenschutz aufgrund der Wetterdaten offiziell den Notstand ausruft. Sobald diese Stufe erreicht ist, unterliegt es der Verantwortung des Generaldirektors für Bildungszentren und Infrastruktur, nach Rücksprache mit dem Bildungsministerium, die Schließung anzuordnen. Dieses System stellt sicher, dass Entscheidungen auf fundierten meteorologischen Daten basieren und die Sicherheit der Schüler und Lehrkräfte stets an erster Stelle steht.
Die Bevölkerung wird gebeten, die offiziellen Kanäle der Regierung und des Wetterdienstes im Auge zu behalten, da die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts von der weiteren Entwicklung des Sturms „Therese“ abhängt. Aktuell wird damit gerechnet, dass sich die Lage über das Wochenende stabilisiert, eine endgültige Bestätigung für den Schulstart am kommenden Montag steht jedoch noch aus. – TF
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