LAS PALMAS / MÜNCHEN – Wenn Theorie auf Praxis trifft und etablierte Forscher auf die Ingenieure von morgen folgen, entsteht ein Raum, in dem Visionen greifbar werden. Vom 24. bis zum 28. Februar 2026 fand auf Gran Canaria das neunte Smart Green Island Innovationsfestival statt. Organisiert von der Münchner ITQ GmbH und ihrer spanischen Tochtergesellschaft Dr. Stetter ITQ S.L.U., diente die Veranstaltung als lebendiges Ökosystem für technologische Durchbrüche in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Im Zentrum des Geschehens stand das technische Museum „Museo Elder“ in Las Palmas. Wo normalerweise Exponate die Geschichte der Technik erzählen, arbeiteten fünf Tage lang 334 „Young Talents“ – Studierende und junge Fachkräfte – gemeinsam mit Professoren und erfahrenen Wirtschaftsvertretern an den Lösungen für die drängendsten industriellen Herausforderungen unserer Zeit.
Ein ganzheitliches Konzept gegen den Fachkräftemangel
Das Festival ist weit mehr als eine reine Fachkonferenz. Es ist ein hybrides Format, das die Grenzen zwischen Ausbildung, akademischer Forschung und industrieller Anwendung aufhebt. Während beim Herzstück des Events, dem Makeathon, interdisziplinäre Teams unter Hochdruck Prototypen entwickelten, tagten parallel 150 internationale Wissenschaftler auf der renommierten EUROCAST-Konferenz. Gleichzeitig wurden 350 Schülerinnen und Schüler in praxisnahen Workshops an die Welt der Technik herangeführt.
Dieses Ineinandergreifen der verschiedenen Bildungsebenen ist die Antwort auf eine der größten globalen Herausforderungen: den Fachkräftemangel. Dr. Rainer Stetter, CEO der ITQ GmbH, betonte vor Ort die Relevanz dieses Ansatzes: „Der Makeathon zeigt, wie Innovations- und Nachwuchsstrategie konkret aussehen können: gemeinsam entwickeln, statt getrennt diskutieren.“
CirQmind in der Umsetzung: Wenn aus Abfall Rohstoffe werden
Das diesjährige Leitthema „CirQmind – Circular Economy through Circular Society“ bildete den roten Faden für die 18 Teams des Makeathons. Das Ziel war klar definiert: Die lineare Wirtschaft („Produzieren, Nutzen, Wegwerfen“) durch intelligente, kreislauforientierte Systeme zu ersetzen.
Dank der Unterstützung namhafter Partner aus der Industrie konnten die Teilnehmenden an realen Problemstellungen arbeiten, die weit über rein akademische Übungen hinausgingen:
- Intelligente Bildverarbeitung mit MVTec: Ein Team nutzte KI-gestützte Kamerasysteme, um Abfallströme in Echtzeit zu analysieren. Die Technologie ermöglicht es, unterschiedliche Materialien und Objekte so präzise zu identifizieren, dass eine automatisierte Sortierung und damit ein hochwertiges Recycling erst möglich wird.
- Präzision in der Sortierung durch Beckhoff: In Kombination mit hochmoderner SPS-Steuerung (Speicherprogrammierbare Steuerung) wurden physische Sortieranlagen entwickelt. Diese Systeme trennen Wertstoffe mit einer Geschwindigkeit und Genauigkeit, die menschliche Sortierprozesse bei weitem übertrifft.
- Zirkuläre Logistik mit Lorenz: Gemeinsam mit dem Messgerätehersteller Lorenz entstanden Prototypen für smarte Transportboxen. Diese Boxen für Wasserzähler sind nicht nur robust und wiederverwendbar, sondern verfügen über Tracking-Systeme und Zustandsüberwachung. So bleibt der Lebenszyklus jedes Produkts transparent und steuerbar.
- Autonome Schwerlastsysteme für MEILLER-Kipper: Ein besonderes Highlight war die Entwicklung eines autonom gesteuerten Modellfahrzeugs. Ausgestattet mit einer Hooklift-Funktion, konnte der Prototyp Wechselbehälter selbstständig ansteuern, aufnehmen und punktgenau positionieren. Dies demonstrierte eindrucksvoll das Potenzial der Automatisierung für die Logistik der Kreislaufwirtschaft.
Bereits am zweiten Tag des Festivals waren die ersten funktionsfähigen Prototypen in den Werkstätten des Museo Elder zu sehen – ein Beweis für die enorme Energie und die schnelle Auffassungsgabe der beteiligten Talente.
Innovation durch „Doing“: Ein alternatives Modell der Rekrutierung
Der Erfolg des Smart Green Island Makeathons basiert auf der Erkenntnis, dass echte Innovationsfähigkeit nicht im Hörsaal, sondern durch das Machen unter realen Bedingungen entsteht. Die Studierenden und Auszubildenden trainierten in Las Palmas systematisch Kompetenzen, die im späteren Berufsleben entscheidend sind: kreatives Problemlösen, technisches Prototyping und das Treffen verantwortlicher Entscheidungen in multidisziplinären Teams.
Für die beteiligten Unternehmen fungiert das Festival zudem als hocheffizientes Recruiting-Tool. Statt klassischer Bewerbungsgespräche erleben Personalverantwortliche die potenziellen Mitarbeiter direkt im Projektalltag. Kompetenzen, Teamfähigkeit und Arbeitsweise werden unmittelbar sichtbar. Gleichzeitig entwickeln die jungen Fachkräfte eine intrinsische Motivation, innovative Lösungen aktiv in die Unternehmen zu tragen, in denen sie später arbeiten werden.
Die Rolle der Wissenschaft: Theorie trifft Praxis
Ein Alleinstellungsmerkmal des Festivals ist die enge Verzahnung mit der akademischen Welt. Die EUROCAST-Konferenz brachte 150 Forschende von über 20 internationalen Universitäten zusammen. Die Themen reichten von Quantenmechanik über fortgeschrittene Robotik bis hin zu neuesten Erkenntnissen in der KI-Forschung.
Besonders wertvoll: Die Professorinnen und Professoren blieben nicht in ihren Konferenzräumen. Viele von ihnen waren als Mentoren direkt am Makeathon beteiligt. So floss aktuelles Spitzenwissen ohne Zeitverzögerung in die Projektarbeit der Teams ein. Forschung wurde hier nicht als Selbstzweck betrieben, sondern als Werkzeug zur Lösung praktischer Probleme verstanden.
Nachhaltigkeit von klein auf: Die nächste Generation
Um langfristig Begeisterung für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu wecken, integrierte das Festival 350 lokale Schülerinnen und Schüler. In kostenfreien Workshops erhielten sie Einblicke in Robotik, Programmierung und Elektronik.
Unterstützt wurden diese Bildungsangebote von deutschen Hochschulen, der kanarischen Stiftung Fundación Sergio Alonso sowie der Gerda Stetter Stiftung „Technik macht Spaß!“. Letztere brachte das EU-geförderte Projekt „EduDemoS“ ein, das speziell darauf abzielt, technologische Kompetenzen bereits im Schulalter systematisch und mit Bezug zu ökologischer Nachhaltigkeit aufzubauen.
Ein starkes Netzwerk aus Sponsoren und Partnern
Ein Event dieser Größenordnung erfordert ein breites Fundament an Unterstützern. Insgesamt 24 nationale und internationale Sponsoren ermöglichten das Festival durch finanzielle Mittel, Materialspenden und fachliches Know-how.
- Platin-Sponsor: MVTec Software GmbH
- Gold-Sponsoren: Beckhoff Automation, MEILLER-Kipper, Lorenz, sowie die regionalen Institutionen Gobierno de Canarias, Cabildo de Gran Canaria, Fundación Sergio Alonso und das Museo Elder.
- Silber-Sponsoren: igus, MathWorks, Quanderland (Fraunhofer-Institut), IES El Rincón, Algorithmics sowie Protect the Planet – Dorothea Sick-Thies.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Karl-Peter-Obermaier Schule Passau und der Berufsbildenden Schulen Wilhelmshaven. Deren Auszubildende waren nicht nur Teilnehmer, sondern maßgeblich an der Organisation, dem Aufbau der Werkstätten und dem Catering beteiligt. Für sie war der Makeathon ein reales Großprojekt, bei dem Eventplanung und Logistik unter echtem Zeitdruck trainiert wurden.
Warum Gran Canaria?
Die Wahl des Austragungsortes ist kein Zufall. Gran Canaria fungiert aufgrund seiner klimatischen Bedingungen als ideales „Reallabor“. Mit seinen vielfältigen Klimazonen bietet die Insel perfekte Voraussetzungen für die Erprobung autarker Energieversorgung aus Sonne, Wind und Wasser. Die ITQ GmbH nutzt diesen Standort bewusst, um die digitale Transformation voranzutreiben und eine internationale Brücke zwischen Europa und den technologischen Herausforderungen der Zukunft zu schlagen.
Das Smart Green Island Innovationsfestival 2026 hat erneut bewiesen, dass die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft lösbar sind – vorausgesetzt, man bringt die richtigen Köpfe über alle Altersgrenzen und Fachdisziplinen hinweg zusammen.
Über die ITQ GmbH:
Die ITQ GmbH ist ein unabhängiges Engineering- und Software-Dienstleistungsunternehmen, das sich auf die Optimierung von Entwicklungsprozessen im Maschinen- und Anlagenbau spezialisiert hat. Mit einem starken Fokus auf Ausbildung und Innovation initiiert das Unternehmen regelmäßig Formate wie Makeathons, um die Brücke zwischen akademischer Lehre und industrieller Praxis zu schlagen. – MF
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