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E-Commerce auf den Kanaren wird einfacher – Zollabfertigung für Pakete entfällt in Teilen

Bild Info: Der kanarische Wirtschaftsminister González Ortiz bei der Pressekonferenz zu dem Thema. Bild: Screenshot Television Canarias

Kanarische Inseln – Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder, so könnte man das nun geschehene deuten. Bei einer Pressekonferenz des Wirtschaftsministers der Kanarischen Inseln, González Ortiz, wurde bekannt gegeben, dass ab dem kommenden April private Personen und kleine Unternehmen die Zollabfertigung für Pakete online durchführen können. Das Ganze soll auch ohne Kosten möglich werden und ist dank einer Vereinbarung des Finanzamtes mit der kanarischen Regierung möglich.

Dieser Schritt ist ein wichtiger hin zum globalen Onlinehandel, der bisher auf den Kanarischen Inseln recht schwach vertreten war, da die Kosten einfach zu extrem waren, was die Einfuhrgebühren etc. betrifft.

Im Juli sollen dann zwei weitere Maßnahmen folgen, die es auch zum Ziel haben, eine Vereinfachung und Verbilligung beim Warenaustausch zwischen den Kanaren und der EU zu erreichen. Hier sollen dann die DUA Import und DUA Export Kosten für Sendungen unter 10.000 Euro „unterdrückt“ werden. Diese DUA-Kosten konnten gerade bei kleinen Sendungen oft den eigentlichen Warenwert überschreiten. So konnte es vorkommen, dass man für ein Paket mit einem Warenwert von 17 Euro auch schnell mal 17,50 Euro an Gebühren hinblättern muss.

Das nicht alles gleichzeitig umgesetzt werden kann, liegt auch daran, dass die Computersysteme der Behörden entsprechend angepasst werden müssen. Ab April können zunächst Einzelpersonen online beim Finanzamt (Agencia Tributaria) entsprechende Formulare ausfüllen. Wichtig ist jedoch, dass Ware, die verteuert werden muss, dann auch an das Finanzamt bezahlt werden muss. Anschließend kann man mit dem Beleg das Paket ohne weitere Zollagenten und Postkosten bei der Post abholen. So kann ein Paket, das zuvor 17,50 Euro Gebühren verursacht hat, für schlappe 1,19 Euro (IGIC bei 17 Euro Zollwert) abgeholt werden.

Mit diesen Maßnahmen werden die Bürger und Kleinunternehmen auf den Kanarischen Inseln um Rund 2,2 Millionen Euro entlastet, nach dem aktuellen Handelsaufkommen. Durch diese Maßnahmen kann man davon ausgehen, dass E-Commerce auf den Kanaren einen neuen Schwung aufnehmen wird, sofern diese Maßnahmen tatsächlich funktionieren und es auch jeder Mitarbeiter in den Behörden korrekt umsetzt. – TF

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