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Hahnenkämpfe auf den Kanaren werden vor den Wahlen nicht mehr verboten – Angst vor Stimmverlust zu hoch

Bild Info: Hahnekämpfe sind auf den Kanarischen Inseln eine Art "Volkssport", da traut sich die aktuelle Regierung derzeit nicht ran. Bild: Archiv

Kanarische Inseln – Das Verbot für Hahnenkämpfe auf den Kanarischen Inseln war bei uns bereits Thema, es sollte längst eingeführt sein, doch dem ist nicht so. Die Angst vor den Wählern treibt die Regierung der Partei CC um, auch die PP will sich damit nicht beschäftigen. Vor den Wahlen im Mai will man sich mit einem so kontroversen Thema die Wähler selbst verjagen. Das kanarische Gesetz für den Schutz für Haustiere gibt es bereits seit 1991, es sollte modifiziert werden, aber es gab Widerstand.

Die letzte Sitzung des Parlaments der Kanarischen Inseln findet am 26. März 2019 statt, dann zum 1. April findet die Auflösung statt, bevor es im Mai dann die Wahlen gibt. Der aktuelle Gesetzestext ist dabei eigentlich fertig und müsste nur abgestimmt werden. Der Hahnenkampf ist darin ausdrücklich verboten. Es gibt derzeit 1.300 Lizenzen auf den Kanarischen Inseln für die sogenannten „Galleros“, diese haben wiederum tausende Anhänger, diese lehnen natürlich das Verbot ab.

Genau diese Wähler will man nicht verprellen, denn besonders die CC und PP bekommen von diesen Wählern einige Stimmen. Der oberste Wahlkampfleiter der CC, David de la Hoz verteidigt diese Haltung, denn seine Partei war es ja schließlich, die 1991 das Gesetz zum Schutz der Haustiere erlassen hat. Er glaubt, dass dieses neuen Gesetz „viel parlamentarische Arbeit und Konsens erfordert“. Andere sagen es klarer: „Dieses Gesetz wird viele Kontroversen hervorrufen und zu diesem Zeitpunkt ist es ungünstig eine Auseinandersetzung mit irgendetwas (oder irgendwem) zu riskieren“.

Man hat also Angst vor der Lobby der Galleros, diese sind besonders auf La Palma und Fuerteventura stark vertreten, wenn man beide Inseln berücksichtigt kann dies das Zünglein an der Waage für einen Wahlsieg sein. Das weiß die PP auch und deshalb ist man derzeit nicht daran interessiert den Gesetzesentwurf zu erörtern oder abzustimmen. Zudem habe das „Gesetz keinen Sinn, wenn man das Verbot von Hahnenkämpfen nicht hineinnimmt“, so ein Sprecher der PP.

Der Präsident des kanarischen Verbandes für Hahnenkämpfe, José Luis Martín äußerte sich auch zudem Thema, seiner Meinung nach sind Hähne „keine Haustiere“ und daher ist die Einbeziehung dieser Tiere in das Gesetz zum Schutz der Haustiere „nicht sinnvoll“. Beim Hahnenkampf greift der Mensch nicht ein, „wenn der Hahn nicht kämpfen will, kämpft er nicht“, so der Präsident weiter. Er versicherte auch, dass die Hähne von „ihren Besitzern gepflegt und geliebt werden“. Zwischen 5 und 10% der Tiere sterben bei den Hahnenkämpfen.

Tierschützer hingegen versichern, dass die Tiere beim Hahnenkampf ebenfalls „leiden, deshalb muss dieses Gesetz kommen“. Natürlich gibt es auch Hähne die in Freiheit kämpfen, aber schwere Verletzungen bleiben aus, weil diese „Fluchtwege haben um vor dem Kampf zu fliehen“. Zudem wird argumentiert, dass „in einer fortschrittlichen Gesellschaft keine Tiere misshandelt werden und deren Leiden Spaß beim Menschen hervorrufen sollte“.

Seit Ende 2017 steht dieses neue Gesetz nun im Raum, seither wurde es noch nicht zur Abstimmung in das Parlament eingebracht. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Tierschutz: Hahnenkämpfe und Zirkusvorstellungen mit Tieren sollen verboten werden, vom 14.11.2017

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