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Generelles Rauchverbot in der Außengastronomie nach Corona? Spanien würde sich ggf. schaden
Bild Info: Zigaretten - BILD: IGC

Generelles Rauchverbot in der Außengastronomie nach Corona? Spanien würde sich ggf. schaden

Spanien – Gestern fand der 11. Kongress des nationalen Komitees für Prävention gegen das Rauchen (CNPT) statt. Pilar Campos, die stellvertretende Generaldirektorin für Gesundheitsförderung und öffentliche Gesundheit hat in Ihrer Rede angemerkt, dass die „Corona-Pandemie einen wichtigen Weg zu Bekämpfung des Tabakkonsums eröffnet hat“. Man müsste nun die „gute Akzeptanz“ der Bürger nutzen, um das Rauchen in der Gastronomie komplett zu verbieten, also auch auf den Terrassen und so das Gesetz von 2010 überarbeiten. Die betonte, dass die Priorität ihrer Abteilung darin liegt, gegen den Tabakkonsum und Ausweichprodukte zu kämpfen.

Sie vertritt die Ansicht, dass rauchfreie Räume wie Terrassen eine der „wesentlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID sein sollten“ und sie vertraut darauf, dass es auf nationaler Ebene eine, im Einklang mit den sieben autonomen Gemeinschaften (Aragón, Asturien, Balearen, Kanaren, Kantabrien, Comunidad Valenciana und La Rioja), die das Rauchen bisher verboten haben, eine solche Regelung geben wird.

Sie erinnerte daran, dass das Rauchverbotsgesetz aus dem Jahr 2010 ein „Pionier“ in Europa war, aber jetzt sei es „an der Zeit“, zwei Themen anzugehen, die ausgelassen wurden: Zum einen die neuen verwandten Produkte, die sich sehr stark verbreitet haben und zum anderen die Aspekte, die bisher nicht reguliert wurden, wie Werbung in manchen Räumen beispielsweise.

Der „Ausbau von rauchfreien Räumen während der Pandemie hat uns vorangebracht und wir freuen uns, dass es von der Öffentlichkeit gut angenommen wurde. Sobald die Übertragung von Corona durch Tabak und verwandten Produkten nachgewiesen wurde, wurde das Verbot in der Gastronomie erlassen und wir glauben, dass dies dazu beitragen kann, in dieser Richtung voranzuschreiten“. Kommentar zu der Aussage von uns: Ein Nachweis über erhöhte Übertragbarkeit durch Tabakkonsum gibt es nicht. Ebenso wenig wie ein Beleg darüber, dass Nichtraucher durch Raucher gefährdeter sind, was Corona betrifft. Im Gegenteil: Raucher erkranken seltener an Corona, das wurde in diversen Studien weltweit belegt, dafür aber um so stärker, wenn diese erkranken. Das ist aber bei jeder Lungenkrankheit so.

Kein Datum für mögliche Änderungen

Wann eine Reformierung des Rauchverbotsgesetzes in Spanien fertig sein könnte, wollte Campos jedoch nicht sagen, denn durch die Pandemie stehen noch viele andere Projekte aus. Campos fordert weitere Rechte zum Schutz von Nichtrauchern, das ist klar. Parallel dazu wurden die Programme zur Rauchentwöhnung und höhere Steuern auf Tabakprodukte besprochen. Derzeit arbeitet Campos it den autonomen Regionen an einem Plan zur Prävention und Bekämpfung des Rauchens für die Jahre 2021 bis 2025.

Der Präsident von CNPT, Andrés Zamorano teilte sein Bedauern darüber mit, dass „Spanien ein Low-Cost-Ziel für Raucher ist, die Tabak zu viel niedrigeren Preisen kaufen können, als in deren Herkunftsländern“. Daher forderte er deutlich höhere Steuern für Tabakprodukte, auch für elektronische Zigaretten und Verdampfer.

Allgemeiner Kommentar dazu:

Die Tabakindustrie ist in Spanien eine wichtige Wirtschaftssäule. 43.000 Menschen arbeiten direkt oder indirekt in dieser Industrie. Die Milliarden-Einnahmen, die der Staat generiert, müssten irgendwo herkommen, wenn diese Industrie zerstört wird. Zudem gefährdet man mit einem solchen Rauchverbot in ganz Spanien den Tourismussektor in einem gewissen Grad. Es gibt sehr viele Konkurrenten im Tourismus, die allesamt keinerlei Interesse daran haben, sich die Touristen durch solche Maßnahmen zu „verprellen“. Die Regierung in Spanien wäre gut beraten hier nicht allein zu handeln und sich innerhalb der EU ins Abseits zu manövrieren.

Es gäbe sinnvollere Lösungen, wenn man das Rauchen weiter „vermiesen“ will. Lösungen, die Optionen offen lassen. Verbote führen zu Widerstand und Ablehnung. Bonus-Angebote locken die Menschen eher an. So wäre es beispielsweise denkbar, dass man den Gastronomen die einmalige Wahl lässt zu entscheiden, ob die Terrasse als Raucher-Zone oder Nichtraucher-Zone ein klassifiziert wird. Damit könnte der Gastronom in die eine oder andere Richtung werben. Die Gastronomen, die sich entscheiden eine Nichtraucher-Terrasse zu nutzen, könnte beispielsweise einen geringeren MwSt.-Satz als Bonus bekommen, die anderen ggf. einen etwas höheren. Möglichkeiten gibt es viele. Verbote sind hingegen zwar am „einfachsten“ aber auch am unbeliebtesten. Wenn die autonomen Regionen in Spanien gefragt werden, sieht man ja gleich, dass nicht alle diese Ansicht teilen. Es sind ja nur 7, die eine Corona-Regel mit Rauchverbot eingeführt haben, weil es dafür halt, wie oben erklärt, keinerlei Evidenz gibt. – TF

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