Maspalomas – Ein sonniger Urlaubstag im Süden von Gran Canaria endete am vergangenen Dienstag in einer blutigen Tragödie. In einer Ferienanlage in der beliebten Gemeinde San Bartolomé de Tirajana kam es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, der beinahe ein Menschenleben gefordert hätte. Eine 34-jährige Frau wurde von Beamten der Nationalpolizei festgenommen, nachdem sie einen Bekannten mit einem Messer schwer verletzt hatte. Die Tat und die anschließende Flucht der Verdächtigen lösten einen Großeinsatz der Sicherheitskräfte aus, der erst in letzter Minute im Abflugbereich des Inselflughafens ein Ende fand.
Eskalation nach gemeinsamem Alkoholkonsum
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 24. März. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte sich eine kleine Gruppe von Bekannten in einem Apartment in Maspalomas getroffen. Was zunächst als geselliges Beisammensein begann, kippte im Laufe des Vormittags ins Gegenteil um. Berichten zufolge wurde bei dem Treffen bereits frühzeitig Alkohol konsumiert, was die Stimmung offenbar zunehmend anheizte.
Im Zuge eines heftigen Streits, dessen genauer Hintergrund derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen ist, griff die 34-jährige Tatverdächtige plötzlich zu einem Messer. Ohne Vorwarnung soll sie auf einen der anwesenden Männer losgegangen sein. Die Polizei spricht von einem unvermittelten Angriff, bei dem die Frau dem Opfer mehrere Stiche in den Rücken sowie in ein Bein versetzte. Zeugen beschrieben die Situation als chaotisch und erschreckend.
Rasche Flucht zum Flughafen
Nach der Tat zeigte die mutmaßliche Angreiferin keinerlei Anstalten, dem stark blutenden Opfer zu helfen oder Erste Hilfe zu leisten. Stattdessen verließ sie fluchtartig die Ferienanlage. Ihr Ziel war klar definiert: die sofortige Ausreise. Da sich die Frau lediglich für einen Urlaub auf der Insel aufhielt, vermuteten die Beamten richtigerweise, dass sie versuchen würde, den nächstmöglichen Flug zurück in ihre Heimat nach Deutschland zu nehmen.
Die Notrufzentrale CIMACC 091 hatte unmittelbar nach dem Eingang der Meldung mehrere Streifenwagen zum Tatort entsandt. Während die Beamten vor Ort die ersten Zeugenaussagen aufnahmen und das Opfer medizinisch erstversorgten, wurde zeitgleich eine inselweite Fahndung eingeleitet. Aufgrund der akuten Fluchtgefahr konzentrierten sich die Ermittler dabei besonders auf den Flughafen Gran Canaria (LPA).
Festnahme kurz vor dem Boarding
Die Strategie der Polizei ging auf. Dank der schnellen Koordination zwischen den Dienststellen in Maspalomas und der Grenzkontrolle am Flughafen konnte die Verdächtige lokalisiert werden. Die Frau befand sich bereits im Boardingbereich und wartete darauf, das Flugzeug zu besteigen, das sie der spanischen Justiz entzogen hätte. Die Nationalpolizei fing die 34-Jährige unmittelbar vor dem Betreten der Maschine ab. Sie leistete bei der Festnahme keinen nennenswerten Widerstand und wurde in Handschellen abgeführt.
Währenddessen wurde das Opfer des Angriffs zur weiteren Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Trotz der Schwere der Verletzungen im Rückenbereich konnten die Mediziner inzwischen vorsichtige Entwarnung geben. Die Prognose für den Mann sei günstig, lebensgefährliche Komplikationen werden nach aktuellem Stand nicht erwartet.
Rechtliche Konsequenzen
Die festgenommene Deutsche wurde inzwischen dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord vor, da die Heimtücke des Angriffs und die Schwere der Verletzungen den Tatbestand rechtfertigen könnten. Bis zu einem endgültigen Urteil bleibt abzuwarten, inwieweit der vorangegangene Alkoholkonsum und die Dynamik des Streits strafmildernd oder erschwerend gewertet werden.
Der Vorfall sorgt in der Urlaubsregion für Aufsehen, unterstreicht jedoch auch die schnelle Reaktionszeit der kanarischen Sicherheitsbehörden. In San Bartolomé de Tirajana, einer der wichtigsten Tourismusgemeinden Spaniens, hat die Sicherheit der Gäste oberste Priorität – eine Flucht nach einer solchen Gewalttat bleibt, wie dieser Fall zeigt, selten erfolgreich. Die Verdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. – MF
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