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Mehr als 2.000 Park-and-Ride Parkplätze für die Zugstrecke geplant

70% der Strecke werden unter der Erde liegen!

Lesedauer 4 Minuten

Gran Canaria – Gran Canaria steht vor einer logistischen Revolution. Mit der vorliegenden positiven Umweltverträglichkeitsprüfung nimmt die geplante Bahnverbindung zwischen der Inselhauptstadt Las Palmas und dem touristischen Zentrum im Süden konkrete Formen an. Das Projekt verspricht nicht nur eine schnellere Verbindung, sondern setzt massiv auf die Verzahnung von Individualverkehr und öffentlichem Nahverkehr.

Die Mobilität auf Gran Canaria ist seit Jahrzehnten von der Autobahn GC-1 geprägt. Pendlerstaus und ein hohes Verkehrsaufkommen gehören zum Alltag der Inselbewohner und Touristen. Doch das ehrgeizige Bahnprojekt zwischen dem Park Santa Catalina in Las Palmas und Meloneras im Süden soll dies grundlegend ändern. Mit einer Gesamtlänge von rund 58 Kilometern wird die Bahnstrecke das Rückgrat der zukünftigen Inselfortbewegung bilden.

Ein durchdachtes Konzept: Park-and-Ride als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentraler Aspekt der Planung ist die nahtlose Integration des Autos in das Schienensystem. Um den Umstieg vom privaten Pkw auf die Schiene so attraktiv wie möglich zu gestalten, sieht das Projekt den Bau umfangreicher Park-and-Ride-Anlagen vor. An sieben der insgesamt elf geplanten Bahnhöfe entstehen moderne Parkhäuser und Stellflächen, die insgesamt mindestens 2.055 Parkplätze bieten werden.

Dieses Konzept zielt darauf ab, den Verkehr bereits in den Außenbezirken und Wohngebieten abzufangen. Fahrgäste können bequem mit ihrem Auto zum nächstgelegenen Bahnhof fahren, dort parken und die Reise stressfrei mit dem Zug fortsetzen. Die Verteilung der Parkplätze entlang der Strecke von Norden nach Süden ist dabei strategisch auf die bevölkerungsreichen Zentren und Industriegebiete abgestimmt:

  • San Telmo: 428 Stellplätze (Zentraler Knotenpunkt in der Hauptstadt)
  • Jinámar: 218 Stellplätze
  • Telde: 267 Stellplätze
  • Carrizal: 311 Stellplätze
  • Arinaga: 216 Stellplätze
  • Vecindario: 285 Stellplätze
  • Playa del Inglés: Mindestens 330 Stellplätze

Durch diese Kapazitäten wird sichergestellt, dass auch Pendler aus abgelegeneren Gebieten ohne direkten Gleisanschluss von der neuen Infrastruktur profitieren können.


Bahnhöfe als moderne Mobilitätsdrehscheiben
Das Projekt geht jedoch weit über reine Parkplätze hinaus. Jeder der elf Bahnhöfe ist als vollwertiger Verkehrsknotenpunkt konzipiert. Ziel ist eine sogenannte „Intermodalität“ – also das einfache Wechseln zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln. Neben den Parkflächen für Pkw verfügt jeder Bahnhof über speziell ausgewiesene Bereiche für Taxis und Bushaltestellen.

Besonders wichtig für die Anwohner der umliegenden Stadtteile ist die Anbindung an das lokale Busnetz. Von jedem Bahnhof aus werden verschiedene Buslinien die Feinerschließung der Wohngebiete übernehmen. Damit wird die Bahn zum Herzstück eines integrierten Netzwerks, das die gesamte Ostküste der Insel effizient verbindet.

Technische Meisterleistung: Die Strecke verschwindet im Untergrund
Eine der beeindruckendsten Zahlen dieses Bauvorhabens ist der Anteil der unterirdischen Streckenführung. Um das Landschaftsbild zu schonen und die Lärmentwicklung in den dicht besiedelten Gebieten zu minimieren, verlaufen fast 70 % der gesamten Strecke unterirdisch.

Nur etwa 30,65 % der Trasse werden oberirdisch sichtbar sein. Das entspricht einer Länge von rund 17,77 Kilometern. Die restlichen rund 40 Kilometer führen durch Tunnel, die mit verschiedenen baulichen Verfahren realisiert werden. In dicht bebautem Gebiet kommen moderne Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz – insbesondere auf den ersten 13 Kilometern der Strecke. In anderen Abschnitten werden bergmännische Tunnel oder die sogenannte offene Bauweise angewandt.

In der Hauptstadt Las Palmas ist die Planung besonders konsequent: Ab dem Startpunkt Santa Catalina verläuft die Linie vollständig unter der Erde. Erst nach dem Passieren der Stationen San Telmo, Hospitales und Jinámar erreicht der Zug das Tageslicht, wenn er die Schlucht Real de Telde überquert.

Brückenbauwerke und Viadukte

Dort, wo die Bahn nicht unter der Erde verschwindet, prägen imposante Viadukte das Bild. Insgesamt 18 dieser Brückenbauwerke sind geplant, um Täler, Schluchten und Industriegebiete zu überqueren:

  • Sieben Viadukte befinden sich zwischen Jinámar und dem Industriepark El Goro.
  • Fünf Viadukte überspannen das Gelände zwischen der Guayadeque-Schlucht und El Berriel.
  • Sechs Viadukte führen von El Berriel bis nach Playa del Inglés.
  • Ein abschließendes Viadukt verbindet Playa del Inglés mit dem Endpunkt Meloneras.

Herausragend ist dabei das Viadukt über den Industriepark Arinaga, das mit einer Länge von 1.394,50 Metern das längste Bauwerk der gesamten Strecke sein wird.

Streckenführung und Kapazitäten
Die Bahnstrecke ist so ausgelegt, dass sie den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Zonen gerecht wird. Zwischen den wichtigen Knotenpunkten San Telmo und Playa del Inglés wird die Strecke zweigleisig ausgebaut. Dies ermöglicht eine hohe Taktfrequenz und sorgt für die nötige Kapazität, um die großen Pendlerströme und Touristenmassen effizient zu befördern.

An den Endpunkten der Linie, also in den Abschnitten Santa Catalina bis San Telmo im Norden sowie Playa del Inglés bis Meloneras im Süden, ist die Strecke hingegen eingleisig geplant. Diese Abschnitte dienen vor allem der innerstädtischen Feinverteilung und der Anbindung der touristischen Hotspots am Ende der Linie.

Der Verlauf der Trasse deckt alle wichtigen Gemeinden entlang der Ostküste ab. Nach dem Verlassen der Hauptstadt durchquert die Bahn die Gemeinden Telde, Ingenio, Agüimes und Santa Lucía de Tirajana, bevor sie in San Bartolomé de Tirajana ihr Ziel in Meloneras erreicht.

Fazit: Ein Projekt für die Zukunft Gran Canarias

Mit dem Erhalt der positiven Umweltverträglichkeitsprüfung wurde eine entscheidende Hürde genommen. Das Bahnprojekt Santa Catalina-Meloneras ist mehr als nur ein Schienenweg; es ist ein ganzheitliches Verkehrskonzept. Durch die Kombination aus unterirdischer Streckenführung, massiven Parkkapazitäten und der engen Anbindung an Busse und Taxis wird Gran Canaria für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Die Reduzierung der CO2-Emissionen, die Entlastung der Autobahnen und die Steigerung der Lebensqualität für Pendler sind die klaren Ziele dieses Mammutprojekts. Wenn die Züge erst einmal rollen, wird die Verbindung zwischen dem Norden und dem sonnigen Süden der Insel so schnell, komfortabel und umweltfreundlich sein wie nie zuvor. – TF

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