San Bartolomé de Tirajana – Der Großbrand, der am vergangenen Freitag weite Teile des Ökoparks Süd (Ecoparque Sur) in Juan Grande zerstörte, hat nun weitreichende Konsequenzen für den Alltag der Bürger auf Gran Canaria. Die temporäre Schließung und die massiven Einschränkungen beim Entladen auf der Deponie zwingen die Gemeinden zum sofortigen Handeln. Der Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana hat die Zeitpläne und Routen für die kommunale Müllabfuhr vorübergehend weitreichend neu organisiert. Das Problem zieht jedoch Kreise über den Inselsüden hinaus – auch im Norden spürt man bereits die spürbaren Auswirkungen der unterbrochenen Entsorgungsketten.
Inselweite Umstrukturierung durch das Cabildo de Gran Canaria
Die primäre Ursache für die aktuellen Verzögerungen und logistischen Engpässe liegt in einer vom Inselrat (Cabildo de Gran Canaria) angeordneten, außerordentlichen Umstrukturierung des Abfallmanagementsystems. Da die Betriebskapazität des Ecoparque Sur nach dem Brandereignis, bei dem gigantische Mengen an gelagertem Grünschnitt in Flammen aufgingen, vorerst stark limitiert ist, müssen Müllfahrzeuge ausgedehnte Umwege in Kauf nehmen. Die Abfallströme des gesamten Südens werden derzeit gezwungenermaßen in den Ökopark Nord (Ecoparque Norte) im Gebiet Salto del Negro in Las Palmas sowie zu anderen, kleineren Umschlagstationen auf der Insel umgeleitet.
Der Inselrat weist in einer offiziellen Erklärung darauf hin, dass diese Ausnahmemaßnahme unweigerlich zu „längeren Wartezeiten, massiven Verzögerungen im Management und vereinzelten Störungen bei der kommunalen Abfallentsorgung“ führen wird. Die Fahrzeiten der Müllwagen haben sich aufgrund der weiten Distanzen vervielfacht, was den straff durchgetakteten Rhythmus der Abfuhr empfindlich stört.
San Bartolomé de Tirajana passt Dienstpläne an
Als direkte Reaktion auf diese logistische Herausforderung haben der Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana und das zuständige Konzessionsunternehmen den Abfallentsorgungsdienst kurzfristig angepasst. Das oberste Ziel ist es, die Auswirkungen auf die touristisch geprägte Gemeinde sowie die Wohngebiete so gering wie möglich zu halten.
Eine der markantesten Änderungen betrifft die getrennte Sammlung. Die Abholung von Altpapier und Kartonagen findet ab sofort in den Nachtstunden statt. Dieser strategische Wechsel ermöglicht es den Fahrzeugen, im Anschluss frühmorgens – und damit vor dem einsetzenden Berufsverkehr – zu den nun weiter entfernten Sammelstellen im Norden zu fahren, um dort zu entladen. Anschließend können die leeren Wagen direkt in den Süden zurückkehren und die reguläre Abholung von Leichtverpackungen fortsetzen.
Trotz dieser Bemühungen steht die getrennte Abfallsammlung derzeit unter enormem Druck. Zwar bleibt der Dienst grundsätzlich aufrechterhalten, jedoch kann es aufgrund der deutlich längeren Anfahrts- und Wartezeiten beim Entladen in Salto del Negro zu lokalen Engpässen und temporär überfüllten Containern in San Bartolomé de Tirajana kommen. Die städtischen Betriebe überwachen daher täglich die verschiedenen Gemeindeteile. In enger Abstimmung mit dem Entsorgungsunternehmen werden Routen und personelle Ressourcen so flexibel wie möglich angepasst, sobald Vorkommnisse gemeldet werden.
Auswirkungen bis in den Norden: Arucas stoppt Sperrmüllabholung
Dass der Brand im Süden eine inselweite logistische Krise ausgelöst hat, zeigt sich auch in anderen Gemeinden fernab von Juan Grande. Wie das regionale Nachrichtenportal Norte Gran Canaria berichtet, hat die Stadtverwaltung von Arucas in dieser Woche die reguläre Sammlung von Sperrmüll und Haushaltsgeräten vollständig ausgesetzt.
Als Grund nennt das Rathaus von Arucas explizit das Feuer im Ecoparque Sur. Da die Anlagen des Cabildo im Norden nun die enormen, zusätzlichen Lasten aus dem Süden aufnehmen müssen, fehlen Kapazitäten und es kommt zu gravierenden Rückstaus. Erst wenn die Inselregierung eine offizielle Rückkehr zur Normalität in der südlichen Abfallentsorgungsanlage bestätigt, wird Arucas den Sperrmüllservice wieder aufnehmen. Diese Kettenreaktion verdeutlicht eindrücklich, wie engmaschig und anfällig das Entsorgungssystem der Insel ist.
Dringender Appell an die Bevölkerung zur Zusammenarbeit
Angesichts dieser angespannten Lage schließt sich der Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana der dringenden Bitte um Zusammenarbeit an, die zuvor bereits vom Inselrat formuliert wurde. Die Bürgerinnen und Bürger werden nachdrücklich gebeten, das Abstellen von Müllsäcken oder losem Abfall neben bereits vollen Containern strikt zu vermeiden. Dies erschwert nicht nur die ohnehin belastende Arbeit der städtischen Reinigungskräfte, sondern zieht bei den sommerlichen Temperaturen auch schnell Hygiene- und Geruchsprobleme nach sich.
Zudem wird die Bevölkerung aufgerufen, sich laufend über offizielle Kanäle zu informieren und den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. Das kommunale System wird diesen Notfallmodus so lange beibehalten und anpassen, wie die Einschränkungen im Ecoparque Sur fortbestehen. Oberste Priorität bleibt es, gesundheitsgefährdende Störungen zu minimieren und den lebensnotwendigen Service in der Gemeinde aufrechtzuerhalten. – TF
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