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Tropennächte und Saharastaub: Das erwartet die Kanaren in den nächsten 72 Stunden

Der heißeste Tag wird morgen sein!

Lesedauer 3 Minuten

Kanarische Inseln – Ein nicht ganz unerwarteter Temperaturanstieg fordert die Kanarischen Inseln zu Beginn des astronomischen Herbstes heraus. Die Staatliche Meteorologische Agentur Spaniens (AEMET) hat für mehrere Inseln des Archipels offizielle Wetterwarnungen herausgegeben. Eine aus Nordafrika einströmende heiße und trockene Luftmasse bringt nicht nur Höchstwerte von lokal bis zu 37 Grad Celsius, sondern auch spürbaren Saharastaub (Calima) und eine stark erhöhte Waldbrandgefahr mit sich.

Gluthitze und Saharastaub: Was steckt hinter der Wetterlage?

Nach einem milden und feuchten Wochenende hat sich die Wetterlage über dem Atlantik schlagartig gedreht. Das für die Kanaren typische Passatwind-System wurde zeitweise durch eine östliche Strömung verdrängt. Diese transportiert extrem heiße Luft direkt aus der Sahara auf die Inseln. In Kombination mit trockener Luft in den mittleren und höheren Lagen sinkt die Luftfeuchtigkeit drastisch, während die Thermometer steil nach oben klettern.

Besonders die Inseln der östlichen Provinz sowie die Süd- und Westflanken der Gebirgsinseln sind von dieser Episode betroffen. Die Einsatzkräfte der Kanarischen Regierung haben darauf reagiert und für mehrere Inseln erhöhte Sicherheitsstufen ausgerufen.

Genaue tägliche Übersicht der AEMET-Warnungen

AEMET stuft die aktuelle Wetterlage auf den betroffenen Inseln mit der Warnstufe Gelb (Aviso Amarillo für geringes bis mittleres Risiko) ein. Nachfolgend finden Sie die detaillierte Übersicht für die kommenden Tage:

Mittwoch, 23. September 2026 (Heute)

Seit den Mittagsstunden gilt auf mehreren Inseln die gelbe Hitzewarnung:

  • Gran Canaria: Die Warnung gilt von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr für den Süden, Osten und Westen der Insel. Es werden flächendeckend Temperaturen von 35 Grad Celsius erwartet. In den Becken von Tejeda und im Agaete-Tal sowie an geschützten Südhängen können punktuell bis zu 37 Grad erreicht werden. Die Inselhauptstadt Las Palmas bleibt im Norden mit Werten um 30 Grad deutlich milder.
  • Fuerteventura & Lanzarote: Gelbe Hitzewarnung zwischen 12:00 Uhr und 20:00 Uhr. Im Landesinneren sowie im Süden beider Inseln steigen die Temperaturen auf 34 Grad, lokal sind bis zu 37 Grad möglich.
  • Calima & Waldbrandgefahr: Leichter bis mäßiger Saharastaub liegt in der Luft. Aufgrund der Kombination aus Trockenheit, Wind und Hitze gilt auf Gran Canaria und Teneriffa die amtliche Waldbrand-Warnstufe Alerta INFOCA.

Donnerstag, 24. September 2026 (Morgen)

Der Donnerstag markiert den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle (siehe BILD):

  • Anhaltende Hitzewarnungen: Die AEMET behält die gelben Warnstufen für Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote bei. Auch in den Medianías (mittlere Höhenlagen) von Teneriffa und La Gomera steigen die Werte regional auf über 30 bis 34 Grad.
  • Tropische Nächte: Die Nächte bringen kaum Abkühlung. In vielen Gemeinden sinken die Tiefstwerte nicht unter 24 bis 26 Grad Celsius, was die Belastung für Kreislauf und Schlaf steigert.
  • Calima-Belastung: Der Staub in der Luft bleibt vor allem in den Höhenlagen spürbar. Die Sichtweite kann auf den östlichen Inseln stellenweise eingeschränkt sein.

Freitag, 25. September 2026 (Freitag)

Am Freitag kündigt sich die ersehnte Entlastung des Wettergeschehens an:

  • Rückgang der Temperaturen: Aus westlicher Richtung setzt eine spürbare Abkühlung ein. Der Atlantikwind gewinnt wieder an Einfluss und drückt die heiße Afrikaluft nach Osten ab.
  • Aufhebung der Warnungen: Die AEMET geht davon aus, dass die gelben Hitzewarnstufen im Tagesverlauf schrittweise auslaufen. Die Höchstwerte pendeln sich in Küstennähe wieder bei angenehmen 25 bis 28 Grad Celsius ein.
  • Rückzug der Calima: Auch der Saharastaub zieht schrittweise ab, sodass sich die Sichtverhältnisse auf allen Inseln wieder deutlich verbessern.

Wichtige Verhaltensmaßregeln bei Hitzewarnungen

Der Rettungsdienst und die Notfallbehörden der Kanarischen Inseln (CECOES 112) raten der Bevölkerung während der aktiven Warnphasen zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Direkte Sonneneinstrahlung während der Mittagsstunden (12:00 bis 17:00 Uhr) vermeiden.
  • Ausreichend Wasser trinken, auch ohne Durstgefühl, und auf alkoholische oder stark gezuckerte Getränke verzichten.
  • Keinerlei offenes Feuer, Grillen oder Arbeiten mit funkenerzeugenden Geräten im Freien oder in Waldnähe durchführen.
  • Kinder, ältere Menschen und Haustiere niemals in geparkten Fahrzeugen zurücklassen.

Eine erhöhung der Waldbrandgefahr wurde beits gestern gemeldet! – TF

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