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Passagierrekord an Flughäfen im Januar 2026 trotz Verschiebungen im Markt

Gran Canaria legte deutlich zu.

Lesedauer 4 Minuten

Kanaren – Die Flughäfen der Kanarischen Inseln setzen ihren Wachstumskurs fort, wenn auch mit moderaterem Tempo als in den Vorjahren. Wie aus den aktuellen Daten des Kanarischen Statistikinstituts (ISTAC) hervorgeht, wurden im ersten Monat des Jahres 2026 insgesamt 4.572.756 Passagiere (Ankünfte und Abflüge zusammengefasst) registriert. Dies entspricht einem leichten, aber dennoch bedeutsamen Zuwachs von 0,5 % im Vergleich zum Januar des Vorjahres.

Diese Zahlen unterstreichen die ungebrochene Attraktivität des Archipels als Winterreiseziel Nummer eins in Europa. Doch hinter der positiven Gesamtbilanz verbirgt sich ein komplexes Geflecht aus Gewinnern und Verlierern – sowohl bei den Flugzielen als auch bei den einzelnen Inselstandorten.

Internationaler Tourismus bleibt der wichtigste Motor
Der Motor des kanarischen Luftverkehrs ist und bleibt das Ausland. Von den insgesamt fast 4,6 Millionen Reisenden entfielen rund 2,99 Millionen Passagiere auf internationale Verbindungen. Das entspricht einem beeindruckenden Anteil von 65 % am gesamten Passagieraufkommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte dieses Segment ein Plus von 1,8 % verzeichnen.

Besonders hervorzuheben ist die Dominanz der Kernmärkte:

  • Großbritannien: Mit einem Anteil von 23 % (fast ein Viertel aller Passagiere) bleibt das Vereinigte Königreich der wichtigste Quellmarkt für die Kanaren.
  • Deutschland: Reisende aus der Bundesrepublik folgen an zweiter Stelle und machen 13 % (über 1,6 Millionen in der kombinierten Betrachtung mit anderen Märkten) des Aufkommens aus.

Diese Stabilität im internationalen Sektor ist für die lokale Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, da internationale Gäste im Durchschnitt länger verweilen und höhere Umsätze in der Hotellerie und Gastronomie generieren.

Trendwende bei Inlandsflügen: Festland verliert, Inseln gewinnen
Ein interessantes Bild zeigt sich bei der Analyse der spanischen Inlandsverbindungen. Hier klaffen die Entwicklungen zwischen dem interinsularen Verkehr und den Flügen zum spanischen Festland deutlich auseinander.

Während die Zahl der Inselflüge (Verbindungen zwischen den acht Inseln) um 2,7 % zunahm, erlebte der Verkehr mit dem spanischen Festland einen spürbaren Dämpfer. Die Flugbewegungen und Passagierzahlen in Richtung der iberischen Halbinsel gingen im Vergleich zum Januar 2025 um 5,9 % zurück. Analysten führen dies teilweise auf gestiegene Ticketpreise und eine Verlagerung der Reisegewohnheiten zurück. Dennoch bleibt das Festland mit 841.501 Passagieren ein wichtiger Pfeiler, der die rein innerkanarischen Reisen (741.674 Passagiere) zahlenmäßig noch immer übertrifft.

Regionale Unterschiede: Gran Canaria und Lanzarote als Wachstumssieger

Trotz der insgesamt positiven Tendenz auf dem gesamten Archipel verlief der Januar 2026 nicht auf allen Inseln gleich erfolgreich. Tatsächlich mussten fünf der sieben Hauptinseln mit Flughafen einen leichten Rückgang der Passagierzahlen hinnehmen.

Die Inseln im Detailvergleich nach Tendez sortiert:

La Palma- 0,8 %⇓124.680

Insel Veränderung Tendenz Passagiere im Januar
Gran Canaria + 2,5 % 1.394.089
Lanzarote + 0,5 % 701.763
Teneriffa Nord & Süd – 0,1 % 1.792.650
La Gomera – 1,1 % 8.978
Fuerteventura – 2,4 % 528.976
El Hierro – 5,3 % 21.620

Besonders auffällig ist das starke Abschneiden von Gran Canaria. Die Insel konnte sich mit einem Plus von 2,5 % deutlich vom allgemeinen Trend abheben und festigt damit ihre Position als zentrales Drehkreuz. Lanzarote schaffte es mit einem Zuwachs von 0,5 % ebenfalls knapp in die Gewinnzone.

Auf der anderen Seite der Skala steht El Hierro. Mit einem Minus von 5,3 % verzeichnete die kleinste der Inseln mit Linienverkehr den prozentual stärksten Rückgang. Auch Fuerteventura musste mit einem Minus von 2,4 % Federn lassen, was auf eine leichte Sättigung oder Verschiebungen im Flugplan einiger Billigflieger hindeuten könnte. Teneriffa, die größte Tourismusinsel, blieb mit einem minimalen Rückgang von 0,1 % faktisch auf dem Niveau des Vorjahres.

Logistik im Wandel: Luftfracht stabil, Post bricht ein
Neben dem Personenverkehr liefert die Statistik des ISTAC auch wichtige Einblicke in die logistische Versorgung der Inseln. Der Luftweg ist für die Kanaren lebensnotwendig, um verderbliche Waren und dringende Postsendungen zu transportieren.

Im Bereich der Luftfracht zeigte sich der Markt im Januar 2026 äußerst stabil. Insgesamt wurden 2.340 Tonnen Güter bewegt, was einer minimalen Steigerung von 0,1 % entspricht. Dies deutet auf eine konstante Nachfrage im Einzelhandel und in der Gastronomie hin.

Sorgenvoll blicken Branchenexperten jedoch auf den Posttransport. Hier wurde ein massiver Einbruch verzeichnet: Nur noch 355 Tonnen Post wurden auf dem Luftweg befördert – ein sattes Minus von 11 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend ist jedoch nicht neu und spiegelt die fortschreitende Digitalisierung wider, bei der physische Briefsendungen zunehmend durch digitale Kommunikation ersetzt werden.

Fazit und Ausblick
Der Start ins Jahr 2026 kann für die kanarische Luftfahrtbranche als Erfolg gewertet werden. Die Marke von 4,5 Millionen Passagieren in einem einzigen Monat zu knacken, beweist die Krisenfestigkeit des Sektors. Während der internationale Markt die tragende Säule bleibt, müssen die Rückgänge auf dem spanischen Festland und auf Inseln wie Fuerteventura oder El Hierro genau beobachtet werden.

Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob die Osterferien und die beginnende Sommersaison die leichten Rückgänge auf den kleineren Inseln kompensieren können. Die Stärke von Gran Canaria und die ungebrochene Reiselust der Briten und Deutschen lassen die Tourismusverantwortlichen jedoch optimistisch in die Zukunft blicken.

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