LAS PALMAS DE GRAN CANARIA – Es ist ein historischer Punkt für die maritime Wirtschaft der Kanarischen Inseln. Das Jahr 2025 geht als das bisher erfolgreichste Jahr in die Geschichte des Hafens von Las Palmas (La Luz) ein. Mit neuen Bestwerten beim Güterumschlag, einem Boom in der Kreuzfahrtbranche und einer beeindruckenden Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen regulatorischen Herausforderungen beweist der Standort seine strategische Bedeutung.
Der Hafen von Las Palmas hat das Jahr 2025 mit einer Bilanz abgeschlossen, die selbst kühnste Erwartungen übertrifft. In fast allen relevanten Kategorien – vom Containerverkehr bis hin zu den Passagierzahlen – wurden neue Rekordmarken gesetzt. Während viele europäische Häfen mit wirtschaftlicher Unsicherheit und den Auswirkungen neuer Umweltauflagen kämpfen, scheint der Hafen von La Luz eine Phase des dynamischen Wachstums zu erleben.
Ein Motor für die Wirtschaft: Güterverkehr auf Rekordniveau
Das Herzstück des Hafenerfolgs ist der massive Anstieg des Güterumschlags. Insgesamt wurden im Hafen von Las Palmas 31,8 Millionen Tonnen Waren bewegt. Dies entspricht einem beachtlichen Wachstum von 15,56 % im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders hervorzuheben ist dabei der Containerverkehr. Die Zahl der standardisierten Container (gemessen in der Einheit TEU) stieg um 17,32 % auf insgesamt 1,43 Millionen TEU. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Las Palmas nicht mehr nur ein regionaler Versorgunshafen ist, sondern sich fest als internationaler Logistikknotenpunkt etabliert hat. Der Gesamtumschlag von Waren erreichte nahezu die Millionen-Grenze und lag bei 940.851 Tonnen – ein Plus von über 26 % im langfristigen Vergleich zu Werten von vor zehn Jahren.
Warum wächst der Hafen so stark?
Experten sehen mehrere Gründe für diesen Aufschwung:
- Strategische Lage: Als Brücke zwischen Europa, Afrika und Amerika ist Las Palmas ein unverzichtbarer Stopp für den internationalen Handel.
- Effizienzsteigerung: Investitionen in moderne Kransysteme und digitale Abwicklungsprozesse haben die Liegezeiten von Schiffen verkürzt.
- Transitverkehr: Ein Großteil des Wachstums ist auf den internationalen Transit zurückzuführen, bei dem Waren in Las Palmas zwischengelagert oder auf andere Schiffe umgeladen werden.
Der Kreuzfahrt-Boom: Fast eine Million Gäste in Las Palmas
Nicht nur Frachtschiffe prägen das Bild des Hafens, auch die weißen Riesen der Meere sind präsenter denn je. Der Kreuzfahrtsektor verzeichnete eine Steigerung von 12,01 % auf insgesamt 994.954 Passagiere. Damit schrammte der Hafen nur haarscharf an der magischen Grenze von einer Million Kreuzfahrtgästen allein am Standort Las Palmas vorbei.
Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg war die Eröffnung des neuen Kreuzfahrtterminals Anfang Oktober letzten Jahres. Das moderne Gebäude bietet nicht nur eine deutlich bessere Infrastruktur für die Abfertigung großer Passagiermengen, sondern wertet auch das Gesamterlebnis für Touristen auf, die direkt im Herzen der Stadt ankommen.
Die Bilanz der Hafenbehörde: Ein Erfolg auf ganzer Linie
Die Hafenbehörde von Las Palmas, die neben dem Hauptshafen La Luz auch die Häfen auf Lanzarote und Fuerteventura verwaltet, blickt auf ein außergewöhnlich starkes Gesamtergebnis. Über alle fünf verwalteten Häfen hinweg wurde ein Umschlag von 36,52 Millionen Tonnen erreicht (+14,96 % gegenüber 2024).
Hier ist eine Übersicht der einzelnen Standorte und ihrer Performance im Jahr 2025:
| Hafen | Umschlag (in Tonnen) | Wachstum im Vergleich zu 2024 |
|---|---|---|
| Las Palmas (La Luz) | 31,80 Mio. | +15,56 % |
| Arrecife (Lanzarote) | 2,13 Mio. | +13,82 % |
| Puerto del Rosario | 1,68 Mio. | +14,94 % |
| Salinetas (Gran Canaria) | 632.213 | Stabil |
| Arinaga (Gran Canaria) | 260.127 | +7,89 % |
| Gesamt | 36,52 Mio. | +14,96 % |
Besonders beeindruckend ist der Meilenstein im gesamten Passagierverkehr der Behörde: Erstmals wurde die Marke von 2 Millionen Kreuzfahrtpassagieren innerhalb eines Jahres (auf den 3 Kreuzfahrthäfen) überschritten (genau 2,08 Millionen). Dies ist der beste Wert seit 2010 und unterstreicht die Attraktivität der Kanaren als Ganzjahresziel für Reedereien weltweit.
Herausforderungen und Normalisierung: Der Faktor Suezkanal
Trotz der glänzenden Zahlen gab es auch Bereiche, in denen sich das Wachstum verlangsamte oder leicht rückläufig war. Die Treibstoffversorgung (Bunkering) in La Luz ging um 1,44 % auf 2,6 Millionen Tonnen zurück.
Hintergrund ist die geopolitische Lage und die Schifffahrtsrouten. Im vergangenen Jahr mussten viele Schiffe aufgrund von Spannungen im Roten Meer den weiten Umweg um das Kap der Guten Hoffnung (Südafrika) nehmen, was Las Palmas als Zwischenstopp zur Betankung extrem attraktiv machte. Mit der schrittweisen Normalisierung des Schiffsverkehrs im Suezkanal wählen nun wieder mehr Schiffe die kürzere Route durch das Mittelmeer, wodurch der außerordentliche Bedarf an Treibstoffstopps im Mittelatlantik leicht gesunken ist.
Auch beim Online-Passagierverkehr (Liniendienste zwischen den Inseln) gab es einen Rückgang von 5,75 % auf 1,4 Millionen Passagiere. Dies könnte auf eine Sättigung des Marktes oder eine verstärkte Nutzung von Flugverbindungen hindeuten.
Nachhaltigkeit und Politik: Das Emissionshandelssystem (ETS)
Ein großes Thema hinter den Kulissen ist das Emissionshandelssystem der Europäischen Union (ETS). Diese Regelung verpflichtet Reedereien dazu, für den CO2-Ausstoß ihrer Schiffe zu zahlen, wenn sie europäische Häfen anlaufen. Die kanarischen Behörden befürchten, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber nicht-europäischen Häfen (wie Tanger in Marokko) schwächen könnte, und fordern weiterhin eine Ausnahme für die Region in äußerster Randlage.
Bisher zeigen die Statistiken jedoch kaum negative Auswirkungen. Das Wachstum in Las Palmas ist trotz der Anwendung des ETS stetig geblieben. Dennoch bleibt die Regierung wachsam, um sicherzustellen, dass die Kanaren als logistische Drehscheibe nicht durch bürokratische Hürden benachteiligt werden.
Die Vision der Führung: Qualität vor Quantität
Beatriz Calzada, die Präsidentin der Hafenbehörde, sieht in den aktuellen Daten eine Bestätigung der geleisteten Arbeit, warnt jedoch davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. In einer offiziellen Stellungnahme betonte sie, dass die bloßen Zahlen nur die halbe Wahrheit seien.
„Die Herausforderung besteht nun darin, die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Qualität weiter zu verbessern. Wir müssen dieses Wachstum auf einer soliden Grundlage aufrechterhalten, die sowohl den Bedürfnissen des internationalen Handels als auch den Anforderungen unseres Archipels gerecht wird.“
Nach Ansicht der Behörde belegen die Daten die Konsolidierung von Las Palmas als wichtiger Dienstleistungsknotenpunkt. Das Zusammenspiel aus modernem Containerumschlag, stabiler Bunkerung und einem florierenden Kreuzfahrttourismus sichere langfristig Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung für die gesamte Region.
Fazit: Ein Ausblick auf 2026
Der Hafen von Las Palmas hat bewiesen, dass er auch in turbulenten Zeiten ein sicherer Anker für die Wirtschaft ist. Mit dem Rückenwind des Rekordjahres 2025 geht der Blick nun nach vorne. Die Modernisierung aller fünf Häfen der Behörde schreitet voran, und die Investitionen in grüne Energien sowie eine noch effizientere Logistik sollen sicherstellen, dass Las Palmas auch in Zukunft die erste Adresse im Mittelatlantik bleibt.
Für die Bewohner der Kanaren bedeutet dieser Erfolg vor allem eines: Stabilität. Ein starker Hafen ist die Garantie für eine funktionierende Versorgung der Inseln und ein Magnet für internationale Investitionen, die weit über das Hafengelände hinaus Wirkung zeigen. – TF
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32 MIO € für Verbesserung des Kreuzfahrtterminals in Las Palmas, vom 04.05.2022
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