Gran Canaria – Der schwere Sturm „Therese“ hat auf Gran Canaria deutliche Spuren hinterlassen. Die Naturgewalten beschädigten Straßen, öffentliche Einrichtungen und landwirtschaftliche Flächen in einem Ausmaß, das nun massive staatliche Investitionen erfordert. Antonio Morales, der Präsident der Inselregierung (Cabildo de Gran Canaria), hat sich in einem offiziellen Schreiben an die Regierungsdelegation gewandt, um die Zentralregierung in Madrid über die finanzielle Tragweite der Zerstörungen zu informieren und um die notwendige Unterstützung für den Wiederaufbau zu bitten.
In dem detaillierten Bericht wird die Gesamtsumme der dringend benötigten Mittel auf 28.532.762 Euro geschätzt. Morales betont jedoch, dass dies lediglich eine erste Bestandsaufnahme darstellt. Technische Gutachten deuten bereits jetzt darauf hin, dass die Kosten in den kommenden Wochen steigen könnten, da viele Schäden – insbesondere an Fundamenten und Hängen – erst nach und nach in ihrem vollen Umfang sichtbar werden.
Fokus auf Infrastruktur: Straßenbau als größter Kostenfaktor
Der Wiederaufbau der Insel betrifft eine Vielzahl von Sektoren, doch die größte Herausforderung liegt im Bereich der öffentlichen Infrastruktur. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten verzeichnet den höchsten Finanzbedarf: Rund 11,1 Millionen Euro sind notwendig, um 15 zentrale Maßnahmen an den Straßen der Insel umzusetzen.
Dabei geht es nicht nur um einfache Ausbesserungen. Die geplanten Arbeiten umfassen komplexe technische Eingriffe wie die Verstärkung von Fahrbahnuntergründen mit Mikropfählen, die Sicherung von gefährdeten Hängen und den vollständigen Wiederaufbau von Stützmauern. Ziel ist es, die Mobilität auf der Insel so schnell wie möglich wieder vollständig herzustellen und die Sicherheit für Pendler und Touristen zu garantieren.
Neben den Hauptverkehrsadern ist auch der öffentliche Nahverkehr betroffen. Die Verkehrsbehörde von Gran Canaria benötigt zusätzliche Mittel für Instandsetzungen an wichtigen Knotenpunkten, darunter die Busbahnhöfe in Firgas, Moya und San Telmo in der Hauptstadt sowie Haltestellen im Süden der Insel.
Natur und Landwirtschaft: Schutz der Lebensgrundlagen
Ein weiterer Schwerpunkt des Wiederaufbauplans liegt auf dem Schutz der Umwelt und des Primärsektors. Die Umweltbehörde hat einen Bedarf von fast 7 Millionen Euro angemeldet, um 31 verschiedene Projekte zu realisieren. Ein Großteil davon fließt in das Wanderwegenetz der Insel, das für den Naturtourismus von zentraler Bedeutung ist. Erdrutsche, Steinschläge und umgestürzte Bäume müssen beseitigt werden, insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten wie dem Naturschutzgebiet Güigüí oder dem Botanischen Garten Viera y Clavijo.
Auch die Landwirte der Insel stehen vor großen Herausforderungen. Der Sturm hat Bewässerungssysteme zerstört, Anbauflächen überflutet und Mauern in Terrassenkulturen zum Einsturz gebracht. Das Ministerium für den Primärsektor beziffert die notwendigen Hilfen auf rund 5,5 Millionen Euro. Diese Mittel sollen direkt in die Wiederherstellung von ländlichen Zufahrtswegen, Viehzuchtbetrieben und landwirtschaftlichen Infrastrukturen wie Käsereien und Weingütern fließen.
Kultur und Wasserwirtschaft: Langfristige Sicherung
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Inselrat zudem dem Weltkulturerbe. Die Kulturstätte Risco Caído sowie andere historisch bedeutsame Orte benötigen dringende Sanierungsmaßnahmen. Auch die Wasserversorgung, das Rückgrat der Inselwirtschaft, ist betroffen: Der Wasserrat fordert rund 3,8 Millionen Euro, um Schäden an Kläranlagen, Entsalzungsanlagen und dem komplexen Kanal- und Staudammnetz zu beheben.
Antonio Morales zeigt sich zuversichtlich, dass die Landesregierung die prekäre Lage Gran Canarias erkennen wird. Besonders setzt er auf die Unterstützung des Ministers für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, der als gebürtiger Gran Canarier die Bedeutung einer schnellen und unbürokratischen Hilfe für die Insel genau kennt. Es gehe nun darum, die betroffenen Gebiete nicht nur zu reparieren, sondern sie durch moderne Baumaßnahmen widerstandsfähiger gegen zukünftige Wetterereignisse zu machen. – MF
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