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Telde beendet nach fast 25 Jahren Stillstand die Urbanisierung von Arauz – Platz für 1.000 Wohnungen

111.000 Quadratmeter sind jetzt erschlossen!

Lesedauer 4 Minuten

Nach fast 25 Jahren Stillstand ist die Urbanisierung von Arauz in Telde abgeschlossen. Auf dem 111.000 Quadratmeter großen Gelände können künftig rund 1.000 neue Wohnungen entstehen.

Telde – In Telde ist ein lange ungelöstes Städtebauprojekt zu Ende gegangen. Der Stadtrat hat die Urbanisierungsarbeiten im Gebiet Arauz abgeschlossen und damit die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung des Stadtzentrums geschaffen. Das Areal umfasst rund 111.000 Quadratmeter und bietet nach den bisherigen Planungen Platz für etwa 1.000 Wohnungen in öffentlicher und privater Trägerschaft.

Die Fertigstellung beendet eine ungewöhnlich lange Geschichte von Verzögerungen. Die Arbeiten waren im März 2002 zum Erliegen gekommen. Seitdem fehlten wichtige Teile der Infrastruktur, sodass das vorgesehene Wohngebiet trotz seiner städtebaulichen Planung nicht vollständig entwickelt werden konnte. Erst mit einer erneuten kommunalen Investition wurde das Projekt wieder aufgenommen.

Die nun abgeschlossenen Arbeiten wurden von der Firma Hermanos García Álamo SLU ausgeführt. Der Auftrag war 2025 vergeben worden und hatte ein Gesamtvolumen von 2,05 Millionen Euro. Davon stammen 1,05 Millionen Euro aus dem Haushalt der Stadt Telde. Eine weitere Million Euro steuerte das Kanarische Wohnungsbauinstitut bei, das zur Regionalregierung der Kanarischen Inseln gehört.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten verfügt Arauz nun über die bislang fehlenden grundlegenden städtischen Einrichtungen. Dazu gehören asphaltierte Straßen, Gehwege sowie die notwendigen Leitungsnetze für Abwasser, Regenwasser, Trinkwasser und Telekommunikation. Damit sind wesentliche Voraussetzungen erfüllt, damit die Grundstücke künftig entsprechend ihrer vorgesehenen Nutzung bebaut werden können.

Ein Bauprojekt mit einer Geschichte von vier Jahrzehnten

Die Planungen für Arauz reichen bis in das Jahr 1986 zurück. Damals wurde das Gebiet im Generalplan von Telde als städtebaulicher Entwicklungsbereich vorgesehen. Es sollte das Stadtzentrum erweitern und eine Verbindung beziehungsweise Fortsetzung der Bereiche San Gregorio, Picachos und Arauz bilden.

1988 wurde der entsprechende Teilbebauungsplan verabschiedet. 1999 folgte das sogenannte Reparzellierungsprojekt. Dieses regelte, wie die Grundstücke und die mit der Urbanisierung verbundenen Kosten und Verpflichtungen unter den Eigentümern verteilt werden sollten. Auch die Flächen, die an die Stadt übergehen sollten, wurden darin festgelegt.

Allerdings kam es bereits in dieser Phase zu Verzögerungen. Fehler in den Unterlagen erschwerten die Eintragung in das Grundbuch. Diese konnte erst 2006 abgeschlossen werden. Parallel dazu waren die ersten Bauarbeiten bereits Ende der 1990er-Jahre vergeben worden.

Im Mai 1999 erhielt das Unternehmen Santana Cazorla SL den ursprünglichen Auftrag. Das Auftragsvolumen lag bei rund 2,55 Millionen Euro. Vorgesehen war eine Bauzeit von sieben Monaten. Im Juli 2001 wurde das Projekt jedoch geändert und das Gesamtbudget auf rund 3,05 Millionen Euro angehoben.

Die steigenden Kosten stellten die Grundstückseigentümer vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Sie mussten sich an den sogenannten Urbanisierungsquoten beteiligen, also an den Kosten für die Erschließung des Gebiets. Durch die zusätzlichen Ausgaben konnten einige Eigentümer die geforderten Beträge nicht mehr aufbringen und verkauften ihre Grundstücke.

Im März 2002 wurden die Arbeiten schließlich eingestellt. Berichte aus dem Jahr 2003 hielten fest, dass zu diesem Zeitpunkt lediglich etwa zehn Prozent der vorgesehenen Ausführung abgeschlossen waren. In den darauffolgenden Jahren verschlechterte sich der Zustand der bereits vorhandenen Anlagen. Auch Diebstähle und Vandalismus trugen dazu bei, dass eine erneute umfassende Intervention notwendig wurde.

Mehr Wohnraum für Telde – aber nicht sofort

Die Fertigstellung der Infrastruktur ist vor allem für die weitere Wohnbauentwicklung von Bedeutung. Nach den kommunalen Planungen bietet der Bereich Arauz Platz für rund 1.000 Wohnungen. Ein Teil davon soll öffentlich gefördert werden, weitere Einheiten können durch private Bauträger entstehen.

Die Zahl bedeutet allerdings nicht, dass nun kurzfristig 1.000 Wohnungen gebaut werden. Die abgeschlossene Urbanisierung beseitigt zunächst ein wesentliches Hindernis. Für konkrete Bauvorhaben sind weiterhin die jeweiligen Projekte, Genehmigungen und Entscheidungen der Grundstückseigentümer beziehungsweise Bauträger erforderlich.

In Arauz gibt es bereits erste konkrete Bauvorhaben. So erteilte die Stadtverwaltung im Juni 2026 eine Baugenehmigung für ein Wohngebäude mit 31 Wohnungen, zwei Geschäftslokalen, 22 Garagenplätzen und 32 Abstellräumen. Das Projekt befindet sich an der Ecke der Straßen José Benítez Calixto und Gunther Kunkel.

Die Entwicklung des Gebiets könnte damit schrittweise an Dynamik gewinnen. Neben zusätzlichem Wohnraum bietet die Lage nahe dem bestehenden Stadtzentrum die Möglichkeit, die bisher nur teilweise erschlossene Fläche stärker in das gewachsene Stadtgebiet von Telde einzubinden.

Stadtverwaltung sieht wichtige Voraussetzung für neue Projekte erfüllt

Iván Sánchez, zuständiger Stadtrat für Straßen und öffentliche Arbeiten, bezeichnete die Fertigstellung als Lösung eines Problems, das die Gemeinde seit Jahrzehnten beschäftigt hatte. Nach seinen Angaben wurden die Arbeiten inzwischen von der Stadtverwaltung abgenommen. Die erschlossenen Flächen sollen in den kommenden Tagen für die öffentliche Nutzung freigegeben werden.

Auch Bürgermeister Juan Antonio Peña begrüßte den Abschluss des Projekts. Er verwies insbesondere auf die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Probleme junger Menschen und Familien bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Die Fertigstellung von Arauz werde diese Schwierigkeiten nicht unmittelbar beseitigen, schaffe aber die notwendige Grundlage für neue öffentliche und private Wohnbauprojekte.

Mit der abgeschlossenen Erschließung endet damit eines der ältesten offenen Städtebauprojekte in Telde. Für das Gebiet Arauz beginnt nun die nächste Phase: Entscheidend wird sein, wie schnell aus den wieder nutzbaren Grundstücken tatsächlich neue Wohngebäude werden. – TF

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