Infos Gran Canaria | Das Inselportal
GesundheitNews

Uniklinikum Doctor Negrín rüstet Notaufnahme massiv auf

790.000 € Investition für mehr Betten & moderne Versorgung.

Lesedauer 4 Minuten

LAS PALMAS – In einer Zeit, in der das Gesundheitssystem der Kanarischen Inseln vor beispiellosen Herausforderungen steht, setzt das Universitätsklinikum Doctor Negrín ein deutliches Zeichen für die Zukunft. Mit einer Investition von fast 800.000 Euro bereitet sich das dem kanarischen Gesundheitsministerium (SCS) angegliederte Klinikum auf eine umfassende Erweiterung seiner Notfallkapazitäten vor. Ziel ist es, den steigenden Patientenzahlen und der zunehmenden Komplexität chronischer Erkrankungen gerecht zu werden.

Die geplanten Baumaßnahmen, deren Beginn unmittelbar nach dem Abklingen der aktuellen saisonalen Infektionswelle angesetzt ist, markieren einen Wendepunkt in der medizinischen Versorgung im Norden der Insel. Das Projekt ist strategisch so getaktet, dass die neuen Räumlichkeiten bereits vor Ende des Jahres 2026 vollständig betriebsbereit sein sollen – pünktlich zum erwarteten Anstieg der Atemwegsviren im nächsten Winter.

Infrastrukturelle Expansion: Mehr Raum für Patienten
Die Erweiterung ist weit mehr als eine rein kosmetische Maßnahme. Auf einer zusätzlichen Fläche von 552 Quadratmetern wird die Infrastruktur der Notaufnahme grundlegend neu geordnet. Ein zentraler Aspekt des Entwurfs ist die Erhöhung der Kapazität: Zu den bereits vorhandenen 110 Behandlungsplätzen gesellen sich 47 neue Patientenbetten.

Der Fokus liegt dabei auf einer hochmodernen Raumaufteilung, die sowohl die Effizienz der klinischen Abläufe als auch den Komfort für Patienten und Personal steigert. Zu den Neuerungen gehören:

  • Spezialisierte Fachbereiche: Erstmals werden dezidierte Bereiche für die psychiatrische und geriatrische Notaufnahme geschaffen, um den spezifischen Bedürfnissen dieser Patientengruppen gerecht zu werden.
  • Optimierte Wartebereiche: Neue Zonen für Patienten und Angehörige sollen die angespannte Situation in Stoßzeiten entzerren.
  • Logistische Verbesserungen: Ein neuer Medikamentenbereich sowie modernisierte Informationspunkte gewährleisten eine schnellere Abwicklung.
  • Kurzzeitpflege: Die Einrichtung eines speziellen Kurzzeitbereichs soll helfen, die Verweildauer in der Notaufnahme zu optimieren und Betten für akutere Fälle schneller wieder verfügbar zu machen.

Diese Maßnahmen sind eng mit der vor zwei Jahren gestarteten Initiative verknüpft, die bereits 100 zusätzliche Betten im Mehrzweckkrankenhaus neben dem benachbarten Juan-Carlos-I-Krankenhaus geschaffen hat.

Hintergrund: Dramatischer Anstieg der Atemwegserkrankungen

Die Notwendigkeit dieser Investition wird durch die aktuelle epidemiologische Lage untermauert. Gran Canaria sieht sich derzeit mit einer massiven Belastung durch Atemwegsinfektionen konfrontiert.

Aktuelle Statistik:
Laut den jüngsten Daten des kanarischen Überwachungssystems für akute Atemwegsinfektionen (SiVIRA) erreichte die Inzidenzrate auf den Inseln in der aktuellen Wintersaison Spitzenwerte von über 1.250 Fällen pro 100.000 Einwohner. Besonders besorgniserregend ist dabei die Gleichzeitigkeit von Influenza-A-Wellen, COVID-19-Varianten und dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), was in Fachkreisen oft als „Tripledemic“ bezeichnet wird.

Diese statistische Realität schlägt sich direkt in den Zahlen des Doctor Negrín Krankenhauses nieder. In den letzten zwei Jahren verzeichnete die Notaufnahme eine Steigerung des Patientenaufkommens um 8 %. Mit nunmehr 100.000 Behandlungen pro Jahr – ein jährlicher Zuwachs von rund 10.000 Patienten – operiert das Klinikum am Limit seiner bisherigen Kapazitäten.

Demografischer Wandel und komplexe Krankheitsbilder
Das Einzugsgebiet des Klinikums umfasst über 358.000 Einwohner ab 14 Jahren. Doch nicht nur die reine Anzahl der Menschen bereitet Sorgen, sondern vor allem die demografische Struktur. Das Durchschnittsalter der Patienten im Norden Gran Canarias steigt stetig an.

Ältere Patienten bringen oft „hochkomplexe chronische Pathologien“ mit. Das bedeutet, dass sie nicht wegen eines einzelnen Symptoms kommen, sondern aufgrund einer Verschlechterung mehrerer bestehender Leiden. Solche Fälle erfordern eine deutlich zeitintensivere Diagnostik und stabilisierende Maßnahmen, was die Notaufnahme ohne die geplanten Erweiterungen zunehmend verstopfen würde.

Massive Aufstockung des Fachpersonals

Steine allein heilen keine Patienten – das weiß auch die Klinikleitung. Parallel zur baulichen Erweiterung hat das Krankenhaus bereits im Jahr 2025 signifikante personelle Verstärkungen implementiert. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Qualitätsoffensive:

  • Ärzteschaft: Erhöhung von 41 auf 52 Mediziner.
  • Pflegedienst: Aufstockung von 99 auf 109 diplomierte Pflegekräfte.
  • Pflegeassistenz: Erweiterung des Stammpersonals von 78 auf 88 Helfer.

Besonders hervorzuheben ist die Einführung permanenter Nachtschichten am strategisch wichtigen „Tor 4“, um die Patientenströme auch in den Nachtstunden effizienter zu lenken. Zudem sieht der saisonale Notfallplan vor, dass in Hochlastzeiten – wie während der aktuellen Grippewelle – flexibel zwischen ein und fünf zusätzliche Mitarbeiter pro Schicht bereitgestellt werden können.

Ein Bekenntnis zur exzellenten Versorgung
Die Investition von 790.000 € ist ein klares Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Durch die vollständige Integration der neuen Räume in die bestehende Struktur soll eine Synergie entstehen, die Wartezeiten verkürzt und die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal spürbar verbessert.

„Wir arbeiten an einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung, die den Komfort für alle Beteiligten in den Mittelpunkt stellt“, heißt es aus Kreisen der Klinikleitung. Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende 2026 wird das Universitätsklinikum Doctor Negrín besser denn je gerüstet sein, um die gesundheitlichen Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und saisonaler Epidemien zu meistern. – TF

Frisches AMAZON TOP-Angebot eingetroffen, nicht verpassen!

Alle News immer sofort auf das Handy? Jetzt unseren Telegram-Kanal abonnieren.
Jetzt auch unseren WhatsApp-Kanal abonnieren, um immer die neusten News zu erhalten!
Infos-GranCanaria.com ist auch blei BlueSky! HIER folgen!

Ähnliche Beiträge

Delta-Variante hat auf den Kanaren bereits einen Anteil von 63,2%

Thomas F. InfosGC

RIU Oasis – Noch keine Entscheidung, Präsident bittet um weitere Informationen

Thomas F. InfosGC

Corona Statistik Kanaren: Weniger als 18.000 aktive Infizierte

Thomas F. InfosGC