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Wetterextrem auf den Kanaren: Sturmtief „Therese“ sorgt für diverse Warnungen

Schnee, Regen, Sturm und Gewitter sind drin, bis zu 150 Liter pro Quadratmeter können es sogar werden!

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Kanarische Inseln – Die Bewohner und Urlauber auf den Kanarischen Inseln müssen sich in diesen Tagen auf eine drastische Änderung der Wetterlage einstellen. Während der Archipel normalerweise für seinen „ewigen Frühling“ bekannt ist, zeigt sich der Atlantik aktuell von seiner ungemütlichen Seite. Das Sturmtief Therese hat Kurs auf die Inseln genommen und läutet einen radikalen Wetterumschwung ein, der Meteorologen und Behörden gleichermaßen in Alarmbereitschaft versetzt.

Bereits am heutigen Dienstag machen sich die ersten Ausläufer des Tiefdruckgebiets bemerkbar. Doch das ist erst der Anfang: Laut aktuellen Prognosen wird die Intensität am Mittwoch massiv zunehmen. Neben stürmischen Windböen, die besonders in den Höhenlagen für Gefahr sorgen können, ziehen dichte Wolkenfelder auf, die verbreitet Schauer im Gepäck haben. Experten warnen davor, dass diese Niederschläge lokal sehr begrenzt als heftiger Starkregen niedergehen können. Auch mit Blitz und Donner muss gerechnet werden, da die instabile Luftmasse ideale Bedingungen für Gewitterzellen bietet.

Ein historischer Winter: Rekordzahl an benannten Stürmen
Die Ankunft von Therese ist nicht nur eine Nachricht für die tägliche Wetterkarte, sondern auch ein statistisches Ereignis von historischem Ausmaß. Therese ist bereits der 19. Sturm der laufenden Saison, der aufgrund seines potenziell starken Einflusses auf spanisches Hoheitsgebiet offiziell benannt wurde. Seit Beginn der systematischen Namensvergabe für Sturmtiefs im spanischen Raum wurde eine derart hohe Frequenz an schweren Wetterereignissen noch nie registriert. Dieser Trend unterstreicht eine ungewöhnlich turbulente Wetterphase im Nordatlantik, die den Archipel in diesem Jahr immer wieder vor Herausforderungen stellt.

Fokus auf Donnerstag: Starkregen und Schnee in den Hochlagen

Besondere Aufmerksamkeit widmen die Meteorologen dem kommenden Donnerstag. In der zweiten Tageshälfte wird mit einer weiteren Verschärfung der Lage gerechnet. Vor allem die Süd- und Westhänge der gebirgigen Inseln sowie die Gipfelregionen stehen im Fokus der Wettermodelle. Hier wird mit anhaltendem, mäßigem bis starkem Regen gerechnet, der durch Staueffekte an den Bergen zusätzlich intensiviert werden kann.

Örtlich können die Regenfälle so kräftig ausfallen, dass Sturzbäche und kurzzeitige Überschwemmungen nicht auszuschließen sind. Parallel dazu sinkt die Schneefallgrenze auf ein für kanarische Verhältnisse beachtliches Niveau: Zwischen 1.600 und 1.900 Metern verwandelt sich der Regen in Schnee. Wer also den Teide auf Teneriffa oder die Gipfel Gran Canarias im Blick hat, könnte dort in den nächsten Tagen eine weiße Überraschung erleben.

Auch die östlichen Inseln bleiben nicht verschont:

  • Lanzarote und Fuerteventura: Hier zeigt sich der Himmel überwiegend stark bewölkt. Während es zunächst bei leichtem bis mäßigem Regen bleibt, steigt die Wahrscheinlichkeit für kräftigere Schauer am späten Nachmittag und Abend deutlich an.
  • Westliche Inseln & Gran Canaria: Diese Gebiete tragen die Hauptlast des Tiefs. Besonders an den westlichen Flanken der Gebirge drohen die massivsten Niederschläge.

Prognosen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter
Die Experten des Wetterdienstes Meteored weisen auf die enorme Wassermenge hin, die dieses Tiefdrucksystem mit sich führt. Das europäische Wettermodell deutet an, dass in einigen Gebieten innerhalb der nächsten sieben Tage Niederschlagsmengen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter fallen könnten. Das entspricht in manchen Regionen der Inseln der mehrfachen Menge eines durchschnittlichen Monatsniederschlags.

„Das europäische Modell deutet darauf hin, dass dieser Atlantiksturm ab diesem Mittwoch in Teilen des Archipels erhebliche Regenmengen bringen wird“, so die Fachleute von Meteored. Besonders kritisch wird die Lage auf den westlichen Inseln (La Palma, El Hierro, La Gomera) sowie auf Teneriffa und Gran Canaria eingeschätzt.

Aufgrund dieser Datenlage wurden bereits entsprechende Wetterwarnungen herausgegeben. Die Behörden raten dazu, unnötige Fahrten in die Berge zu vermeiden, Wanderwege zu meiden und sich regelmäßig über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Die Kombination aus Wind, Starkregen und möglicher Sichtbehinderung durch Nebel macht besonders die Bergstraßen zu einem riskanten Pflaster. Es bleibt abzuwarten, ob Therese der letzte große Sturm dieser denkwürdigen Saison sein wird oder ob der Atlantik noch weitere Überraschungen bereithält.

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