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Caritas warnt vor 50% Armut auf den Kanarischen Inseln

Bild Info: Die Caritas musste gewisse Dienste einstellen und konzentriert sich nun auf das Wesentliche. Bild: Logo Caritas Canarias

Kanarische Inseln – Der Caritas Verband der Kanarischen Inseln schlägt Alarm. Wie in einem Interview mit Maspalomas Ahorra erklärt, sein 50% der Canarios von Armut betroffen, teils direkt und teilweise indirekt. Man fordert die Politik auf, die Art und Weise des Handelns zu ändern, damit dieser Trend nicht weiter anhält. Die Generalsekretärin des Caritasverbandes, Fatima Diaz sagte, „wir haben wirklich eine Tragödie für Familien und Menschen, die auf den Kanarischen Inseln leben“.

Es wurden auch Zahlen von Ihr vorgelegt, die diese These untermauern. „Seit 2010 ist das Armutsrisiko um 21% erhöht, hinzu kommen die Menschen, die nur ganz knapp über der Armutsgrenze leben, das sind 30%“, so Diaz weiter.

Sie zeichnet ein schreckliches Bild, dass man auch aus Deutschland bereits kennt, denn die „Armen werden immer ärmer und die Reichen werden immer reicher“. Der Verband ist der Meinung, dass die Politik ein neues Ziel verfolgen sollte. „Wirtschaftliche als auch soziale Aspekte müssen in den Mittelpunkt der Entscheidungen gestellt werden, denn die Probleme werden sich so weiter verschärfen“. Es muss wieder ein Gleichgewicht bei den Einkommen erreicht werden, sodass die Menschen von dem verdienten Geld auch leben können.

Schlussendlich werden noch Zahlen vorgelegt, die diese These untermauern. Im Jahr 2012 gab es allein in Las Palmas 28.000 Menschen in Not, die von der Caritas unterstützt wurden. Das sind 5% mehr als 2011, doch vergleicht man die Zahlen mit 2008 kommt heraus, dass es seither einen Anstieg von 50% gegeben hat.

Die Organisation bekommt durch die Krise aber auch weniger Staatsgelder und muss einige Dienste einstellen. Man konzentriert sich nun ausschließlich auf das Grundlegendste wie Lebensunterhalt, Nahrung, Kleidung, Medizin und Zahlung von Wohnraum.

Etwa 75% aller Menschen die Hilfe beanspruchen sind arbeitslos, der Rest hat zwar ein gewisses Einkommen, jedoch reicht dies nicht aus, um zu überleben. Am schlimmsten Trifft es Menschen zwischen 30 und 45 Jahren, weil diese „keine Familien mehr haben die um Unterstützung gebeten werden können“.

Man muss zugestehen, dass die Zahlen der Arbeitslosen und die der Hilfebedürftigen in den letzten Jahren drastisch angestiegen sind. Wenn die Politik hier nicht einlenkt und etwas ändert, dann droht der Kollaps. Dieses Szenario ist auf den Kanarischen Inseln genau so akut wie in den anderen europäischen Krisengebieten. – TF

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