Schnee, Regen, Gewitter, 10 Meter-Wellen die Kanaren im Bann der Polarluft

Bild Info: Der starke Wellengang verursachte bisher die schlimmsten Schäden in den Küstengebieten der Kanarischen Inseln. Bild: Screenshot Television Canarias

Kanarische Inseln – Die polare Kaltfront hat die Kanarischen Inseln in der vergangenen Nacht erreicht. Besonders La Palma und Teneriffa haben bisher einen Wintereinbruch ab 1.300 Metern Höhe erlebt. Der Roque de Los Muchachos (Fels der Jünglinge – frei übersetzt) auf La Palma liegt unter einer 10 Zentimeter dicken Schneedecke. Die Zufahrt dorthin ist noch frei. Auf Teneriffa sind die Zufahrten zum Teide teilweise gesperrt aufgrund von Eisbildung auf den Straßen, die Temperaturen fielen auf unter null Grad Celsius. Noch rechnet man auch damit, dass auf Gran Canaria heute Schnee fallen wird.

In den Ortschaften Valle de San Lorenzo, Guimaras und Radazul (El Rosario) gab es unterdessen schwere Hagelschauer. Zudem brachten starke Regenfälle auf Teneriffa wieder Überschwemmungen und Straßensperren in den tieferen Gebieten mit sich. Gesperrt wurden die Straßen TF-12 und TF-51, auch die Autobahn TF-1 Richtung Süden ist betroffen, eine Sperrung ist bisher jedoch nicht erforderlich. Den meisten Regen hat man in La Victoria de Acentejo (Teneriffa) gemessen, hier sind von 0 bis 7 Uhr 33,8 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Auch in Puerto de la Cruz hat man mit 20,6 Liter Regen pro Quadratmeter noch einiges messen können. Nur einen knappen Unterschied machten die Region Chipude auf El Heirro (19,4 Liter) und Maspalomas auf Gran Canaria (19,3 Liter) in dieser Zeit. Im Stadtgebiet von Las Palmas und Santa Cruz hat die Kanalisation teilweise aufgegeben.

Auch das Meer zeigt sich von einer sehr rauen Seite. Schäden auf Teneriffa, La Palma und Lanzarote wurden gemeldet. In der Gegend von Punte Grande (El Hierro) mussten Surfer aus dem Wasser gerettet werden, man hatte die Wellen wohl unterschätzt. Im Hafen von La Santana auf Lanzarote gab es Wellen von 10 Metern und mehr, Autos, Hafenbecken, Schiffe und Dieselpumpen wurden beschädigt. Man rechnet mit einem Schaden in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro. Auf Fuerteventura genießen Kite-Sufer die ungewöhnlichen Wetterbedingungen, Schäden wurden hier noch nicht gemeldet.

Gran Canaria ist der Hotspot für Gewitter, auf allen Inseln. Von den insgesamt 1.230 registrierten Blitzen zwischen 0 und 8 Uhr gab es allein 805 zwischen 7 und 8 Uhr im Norden von Gran Canaria.

Personenschäden wurden bisher von keiner der Inseln gemeldet. Diese polare Kaltluft soll sich aber nur noch heute halten und ab morgen soll die „Normalität“ wieder einkehren. – TF

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Wetterwarung – Polarluft auf dem Weg zu den Kanaren – Schneefall vorhergesagt, vom 08.01.2014

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