Dertour

Keine ausreichende Relevanz – Verfahren gegen Drag Sethlas wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt

Bild Info: Drag Sethlas war in diesem Jahr der Gewinner der Drag Queen Show von Las Palmas. Bild: La Provincia

Las Palmas – Am vergangenen Freitag wurde in Las Palmas eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Drag Sethlas (Borja Casillas) eingereicht wegen Verletzung von religiösen Gefühlen. Anzeigeführer war der Verband der christlichen Anwälte. Am Montag kündigte die Staatsanwaltschaft an diesen fall zur Chefsache zu machen und der oberste Staatsanwalt übernahm die Ermittlungen. Eines der Hauptargumente der christlichen Anwälte war, dass Borja Casillas genau wusste das er mit dem Auftritt die religiösen Gefühle von Menschen verletzen würde.

Nun gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass das eröffnete Verfahren eingestellt wird. Grund dafür ist wohl, das die Handlungen einen klaren „Anstoß“ beinhalten müssten. Dies sei bei dem Auftritt nicht der Fall gewesen. Auch wenn die Darstellung der Jungfrau Maria und Christus am Kreuz mit sexuellen Konnotationen als „herbe“ Darstellung eingestuft wird. Trotzdem sei de Auftritt nicht „ausreichend um die Gefühlsverletzung zu belegen“.

Ein Präzedenzfall aus dem Jahre 2013 aus Madrid wurde dann noch herangezogen. Damals „kochte“ der Sänger Javier Krahe eine christliches Kreuz auf einem Herd im TV. Es kam u einer Gerichtsverhandlung welche aber auch zu dem Schluss kam, dass es bei der Darstellung um eine „unbestreitbare satirisch, kritisch und provokative“ Handlung handelte ohne „ausreichende Relevanz einer Kriminellen Tat“. Das gleiche gilt nun auch für Drag Sethlas in Las Palmas.

Meinung:
Natürlich können manche Menschen sich von solchen Darstellungen verletzt fühlen, man muss es aber nicht ansehen wenn man es nicht will. Es besteht weder Zwang noch Pflicht solch ein Bühnenprogramm zu verfolgen. In solchen Fällen lohnt es sich auch „die Kirche im Dorf zu lassen“. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Blasphemie? – Sieg von Drag Sethlas ruft erzkonservative Katholiken auf den Plan, vom 01.03.2017

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