Dertour

Widerstand gegen das Megaprojekt Ausbau Hafen Agaete

Bild Info: Eine Planung des neuen Hafens in Agaete, der f√ľr mehr und mehr Unmut sorgt. Bild: Change.org

Agaete – Der geplante Umbau des Hafens in Agaete ruft bei Anwohnern mehr Protest hervor als man meinen mag. Es hat sich auf Facebook eine Gruppe zusammengeschlossen, die unter dem Hashtag #AgaeteSinMacroMuelle viele Aktionen organisiert, um gegen den geplanten Ausbau des Hafens in Agaete zu protestieren. Die Facebookseite hat bereits √ľber 6.700 Follower und es wurde auch eine Petition auf Change.org gestartet, diese Petition hat bereits √ľber 25.000 Unterschriften.

Die nächste größere Protestaktion soll am 30. Oktober auf dem Plaza Santa Ana in Las Palmas stattfinden. Wie viele Menschen daran teilnehmen werden ist noch unklar, klar ist nur, der Protest wächst. Doch warum eigentlich? Agaete könnte noch mehr Antrieb der Wirtschaft gebrauchen, um die Arbeitslosenquote zu senken und evtl. auch etwas vom Tourismus abzubekommen.

Die Gruppe schreibt dazu in der Petition auf Change.org, dass das gesamte Projekt auf einer gro√üen L√ľge basiere. Die EU verlange von Gran Canaria, dass das Monopol von FredOlsen im Hafen von Agaete wegf√§llt, dazu sei das Projekt aufgelegt worden aber dies sei vollkommen unn√∂tig, man k√∂nne den aktuellen Pier auch so umgestalten, dass mit der vorhandenen Infrastruktur mehrere F√§hrgesellschaften am gleichen Pier abgefertigt werden k√∂nnten. Das geplante Bauprojekt kostet √ľber 44 Millionen Euro (das meiste Geld stammt aus EU-F√∂rdert√∂pfen). Die Gruppe vertritt die Ansicht, dass man den Umbau des aktuellen Piers f√ľr lediglich 1 Million Euro realisieren k√∂nnte, um die EU-Vorgaben zu erf√ľllen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Gruppe ist die geplante Bauzeit von 5 bis 8 Jahren, man bef√ľrchtet die Verschmutzung des Bioreservoirs an den Str√§nden, im Meer und der Luft, dies k√∂nne irreversible Auswirkungen haben. Zudem sei dadurch die Lebensqualit√§t und Ruhe in der kleinen Gemeinde gef√§hrdet.

Auch die schon gut bekannten und oft radikal denkenden Ecologistas en Acci√≥n stehen dem Projekt mehr als kritisch gegen√ľber und haben sich dem Widerstand angeschlossen. Man hat errechnet, das FredOlsen wohl lediglich 28% der Kapazit√§t des aktuellen Per belegt und damit sei das Hauptargument f√ľr einen Neubau hinf√§llig. Das andere Argument f√ľr mehr Arbeitspl√§tze wird dahingehend demontiert, dass der aktuelle Hafen auch keinerlei wirtschaftlichen Aufschwung f√ľr die Gemeinde mit sich brachte. Im Gegenteil, seitdem der neue Hafen im Jahr 1998 er√∂ffnete hat sich nichts positiv entwickelt, damals lag die Arbeitslosenquote in der Gemeinde bei 10,3% im aktuellen Jahr liegt diese bei 26,3% so sie Ecologistas en Acci√≥n.

Alles in Allem kann man sagen, dass das genehmigte Bauprojekt wohl mehr Unmut hervorruft als gedacht. Ob sich aber an den Plänen noch etwas ändern wird bleibt abzuwarten. Die lokale Regierung hat in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt, dass einmal geplante und genehmigte Bauprojekt auch realisiert werden, koste es, was es wolle. РTF

Weitere Links zum Thema:
Facebook-Seite des Widerstandes
Petition bei Change.org gegen das Projekt

Weitere Artikel zum Thema:
Hafen von Agaete wird f√ľr 44,6 Millionen Euro erweitert, vom 21.08.2018

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