Der Wirtschaftsmotor der Kanaren (Tourismus) könnte erst im September 2020 wieder anlaufen
Bild Info: Torres will entsprechende Forderungen an die Zentralregierung stellen - BILD: Gobierno de Canarias

Der Wirtschaftsmotor der Kanaren (Tourismus) könnte erst im September 2020 wieder anlaufen

Kanarische Inseln – Für die Regierung der Kanarischen Inseln läuft bereits die Planung, wie man die Wirtschaft nach dem Sieg gegen das Coronavirus COVID-19 wieder anwerfen kann. Dabei wurde nun darüber spekuliert, dass der Wirtschaftsmotor Tourismus erst ab September 2020 wieder angeworfen werden könnte. In einem optimistischen Szenario könnte auch die schrittweise Wiedereröffnung ab Juli 2020 eingeleitet werden. Ángel Víctor Torres bittet die Zentralregierung darum, das ERTE für den Tourismus entsprechend zu verlängern. Insgesamt würden hier Verluste von über 10 Milliarden Euro in dem Sektor allein generiert werden, die anhängenden Wirtschaftszweige noch nicht eingerechnet.

Sollte die Eröffnung tatsächlich erst im September möglich sein, so kalkuliert das Tourismusministerium, dass im laufenden Jahr maximal 5,3 Millionen Touristen die Kanarischen Inseln besuchen werden, das entspräche einem Rückgang von 65 % verglichen mit 2019. Dies könnte wiederum direkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Inseln haben, hier sehen die Politiker die Gefahr, dass 60.000 Arbeitsplätze gefährdet seien. Auch das BIP der Kanarischen Inseln könnte einen nie dagewesenen Einbruch erleiden, im Fall der ersten Eröffnungen im September würde es wohl auf einen BIP-Einbruch von etwa 23 % hinauslaufen.

Sollte es gelingen ab Juli wieder schrittweise zu eröffnen könnten die Zahlen etwas besser aussehen. Das Tourismusministerium rechnet dann mit etwa 6,4 Millionen Touristen und einem Gesamtrückgang von „nur“ 58 % verglichen mit 2019, zudem einem Verlust von „nur“ 9 Milliarden Euro im Sektor und einen BIP-Einbruch von etwa 20 %.

Der Wirtschaftsrat der Kanaren hat sich gestern getroffen, um über diese Situation zu sprechen, die Zahlen waren Motivation genug, von der Zentralregierung entsprechende Maßnahmen für die Kanarischen Inseln einzufordern, denn die Kanaren scheinen die Region in Spanien zu sein, die wirtschaftlich mit am stärksten von dem Coronavirus getroffen werden, auch wenn hier der Virus scheinbar immer stärker zurückgedrängt wird. Allein deshalb befürwortet Torres die Forderung das ERTE auch noch nach der Zeit des Ausnahmezustandes beizubehalten, mindestens bis zu dem Zeitpunkt an dem der Tourismusmotor wieder anspringen kann. Diese und weitere Forderungen werden an Sanchez bei der nächsten Videokonferenz übermittelt.

An dem Treffen des Wirtschaftsrates nahmen auch beide Arbeitgeberverbände der Kanaren und die beiden größten Gewerkschaften der Inseln teil. Zudem die Ministerien für Tourismus, Arbeit und Wirtschaft, Landwirtschaft und ökologischen Wandel wie aus Soziales.

Weitere Zahlen wurden bei dem Treffen auch ermittelt, so brach die Einnahme bei der IGIC (kanarische Mehrwertsteuer) in der zweiten Märzhälfte um 66 % ein. Diese Entwicklung wird ebenfalls mit Besorgnis gesehen, denn bei einem so starken Einnahmerückgang bei der IGIC schwindet rapide die Liquidität der regionalen Verwaltung der Kanarischen Inseln.

Auch bei der Zahl der eingereichten ERTE-Anträge gibt es enorm hohe Werte, so wurden bisher 22.068 Anträge eingereicht, dies betrifft 157.995 Angestellte. 9.000 Anträge wurden bisher bearbeitet.

Tores wies auch darauf hin, dass der „Tourismus sich nicht über Nacht erholen wird und eine Anpassungszeit erforderlich macht“, daher seinen spezifische Maßnahmen für den Arbeitsmarkt kleine Betriebe und Selbstständige erforderlich. Die bestehenden Maßnahmen müssen entsprechend erweitert werden.

Sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeberverbände zeigen ihre uneingeschränkte Unterstützung gegenüber Torres. – TF

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