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Ohne Tourismus und Staatshilfe – Kamele in Parks auf Gran canaria müssen leiden
Bild Info: Kamele im La Baranda Park - BILD: IGC

Ohne Tourismus und Staatshilfe – Kamele in Parks auf Gran canaria müssen leiden

Fataga – In dem kleinen Bergort Fataga, der zu San Bartolomé de Tirajana und damit dem touristischen Zentrum von Gran Canaria gehört, befinden sich Kamelfarmen und Parks. Die Tageszeitung Canarias7 besuchte die Betreiber, um sich ein Bild von der aktuellen Lage in diesen Anlagen zu machen. Am Tag des Besuchs gab es wohl nur zwei Besucher im Kamel Safari Park La Baranda, beide kamen aus Galizien, also Spanien, sie haben einen Kamelritt gebucht. Eine Woche zuvor, so berichtet Juan der Betreiber, gab es zwei weitere Gäste, aus Deutschland. Ähnlich läuft es auch im Kamelpark, der etwas weiter unten im Tal liegt.

So laufen die Parks seit März 2020, keine Gäste und kein Umsatz, nur im Sommer gab es einen kleinen Aufschwung, aber der verpuffte auch so schnell, wie er gekommen war. Das Schlimmste jedoch ist, die Betreiber bekommen keinerlei Hilfen vom Staat, die Geschäfte sind kaum noch zu retten. Die Kamele benötigen Versorgung, Fressen, ärztliche Betreuung, all das kostet viel Geld. Juan sagt weiter: „Wenn das so weitergeht, müssen wir die Tiere ins Schlachthaus bringen“. Seinen Kamelpark gibt es bereits seit 1987, damals noch von den Eltern gegründet mit 10 Kamelen, aktuell hat Juan 40 Tiere im Park. Normalerweise kommen um die 300 Besucher pro Tag in den Park, aktuell niemand.

Im Park weiter unten in Fataga erklärte Betreiber Norberto Pérez, dass die monatlichen Kosten zwischen 3.500 und 4.500 Euro liegen, darin inkludiert das Fressen für die 32 Kamele und die Löhne für die Angestellten, vier von den sechs befinden sich im ERTE. „Können Sie mir erklären, wer dies monatelang aushalten kann, ohne etwas einzunehmen?“, fragte er im Interview. Seine Situation ist noch schlimmer als die von Juan Ramírez, denn ein Reiseveranstalter hat eine Vertragssumme in Höhe von 500.000 Euro nicht bezahlt, obwohl diese Zahlung an ihn noch schuldig ist. Alles für Ausflüge von Touristen die schon vor der Pandemie da waren. Sein zweites Standbein, ein Restaurant in Fataga hat auch noch 70.000 Euro Schulden. Beides zusammen erdrückt ihr regelrecht.

Endemische Art muss geschützt werden

Dabei gelten die Kamele in beiden Parks als endemisch. Die dort gezüchtete Rasse gilt als kanarisches Kamel, es die einzige Rasse Europas. Auf Gran Canaria gibt es demnach nicht einmal 200 Exemplare dieser Gattung (inkl. Der Tiere des Betreibers an den Dünen von Maspalomas). Norberto scheint es unfair, dass die regionale Regierung diese Tiere nicht unterstützt und will daher seine Tiere vor dem Cobierno de Canarias „parken“. Juan erklärt: „Auf Lanzarote helfen Sie den Betreibern mit einem Zuschuss in Höhe von 3 Euro pro Tier und Tag“. Für die Betreiber auf Gran Canaria wird es noch schwerer erklärt Juan weiter, denn eine weitere Einnahmequelle ist abhandengekommen, die Paraden zum Tag der heiligen drei Könige. „Mit den Paraden haben wir das Futter für das ganze Jahr kaufen können“. 3.000 Kilo Mais vertilgen die Kamele im Safari Park La Baranda pro Monat. Die letzte Hoffnung sei nun staatliche Hilfe, aber bisher „wurde nur der Ball hin und her gespielt“. – TF

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