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Delta-Variante immer stärker – 5. Welle auf den Kanaren angekommen?

Kanarische Inseln – Die Experten bezüglich der Coronapandemie auf den Kanaren sprechen derzeit von einer fünften Welle, die sich aufgebaut hat. Laut den Experten sind die Gründe für diese fünfte Welle verschiedene Faktoren wie Reisen, Botellones (Gruppenbesäufnisse auf der Straße) und illegale Partys. Amós Garcia, der Leiter der Epidemiologie des kanarischen Gesundheitswesens sagte: „Junge Menschen sollten nicht glauben, dass sie gegen schwere Formen von COVID-19 immun sind. Es wird Fälle geben, die auf der Intensivstation landen und es wird auch Todesfälle geben“.

Er glaubt auch, dass die Delta-Variante am Ende die beherrschende Virusvariante sein wird. Dazu gibt es auch neue Daten der Kanarischen Inseln. Garcia sagt zwar auch, dass „die Delta-Variante nicht tödlicher ist, aber eine Variante mit größerer Verbreitungskapazität und sehr hoher Ansteckungsfähigkeit“.

Delta für fünfte Welle mit verantwortlich?

Die Zunahme von Fällen könnte auch mit der Delta-Variante zusammenhängen. Bisher ist die vorherrschende Variante auf en Kanarischen Inseln die Alpha-Variante (Britisch). Aber in der letzten Woche gab es eine deutliche Zunahme der Delta-Variante (Indisch). Auf Teneriffa sei diese Variante für 20 % der Fälle verantwortlich und damit doppelt so viele als in der Woche zuvor. Auch auf Gran Canaria hat sich der Anteil erhöht, liegt aber derzeit bei „nur“ etwa 10 %, damit 3 %-Punkte mehr als in der Vorwoche. So erklärte es der Leiter der Mikrobiologie des Uniklinikums Nuestra Señora de Candelaria auf Teneriffa, Óscar Díez.

Der Experte gab an, dass „in den letzten drei Wochen eine Verdopplung der Präsenz“ festgestellt wurde. Er ist sich auch sicher, dass diese Variante bald die Überhand gewinnen wird. Derzeit ist nur bekannt, dass diese Variante „eine höhere Übertragbarkeit hat, als die anderen Varianten“. Daher sei es logisch, dass diese „die anderen ersetzen wird“. Auch er sieht keine höhere Mortalität durch diese Variante, was aber auch nicht heißen soll, das die Variante unterschätzt werden sollte. Durch die „Infektion von mehr Menschen können auch mehr schwerer Fälle und Todesfälle verursacht werden“.

Díez vermutet, dass die Delta-Variante der eigentliche Grund für die rasant steigenden Infektionszahlen ist und das Teneriffa so an die 300 Neuinfektionen pro Tag vermelden muss. „Es ist sicherlich einer der Gründe“. Aber auch gab zu bedenken, dass es „einige Lockerungen gegeben hat, die Beschränkungen haben nachgelassen, das Wetter ist gut… Das alles ist ein Nährboden für diese Variante“, so seine Meinung. „Wir erfreuen das Virus, indem wir Beschränkungen aufheben, ohne Maske und soziale Distanz unterwegs sind. Diese Variante hat uns in einer Zeit der Unachtsamkeit und sozialen Interaktion erwischt, daher verbreitet sich das Virus derzeit so stark“.

Weitere Varianten könnten gefährlicher sein

Díaz warnt auch davor, dass dies möglicherweise nicht die letzte Variante sein wird. „Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist nicht geimpft, wir haben Glück, aber wenn diese Impfrate an anderen Orten nicht erreicht wird, wird es weiterhin andere Stämme und Mutationen geben können“. Er kritisiert zudem die Impfstrategie einiger Länder, die zweite Impfdosis so lange wie möglich aufzuschieben, teilweise bis zu 16 Wochen. „Bei einer Variante wie Delta und wenn es Menschen mit einer Einzeldosis gibt, werden sich diese schneller infizieren, dies kann dann zum Auftreten anderer und resistenter Varianten beitragen“.

In Großbritannien hatte man gesehen, dass die Ausbreitung der Delta-Variante besonders bei Menschen mit nur einer Impfdosis stark zugenommen hatte. Man hat dann das Impftempo erhöht. Aber solche „Fehler können die Wirksamkeit der Impfung gefährden“. Man müsse auch bedenken, dass es bereits eine Variante „Delta+ und Andenvariante gibt“.

„Auch wenn man nicht ernsthaft erkrankt, die Spätfolgen können für alle Patienten gleich schwer sein“, so Díez abschließend. – TF

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