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Milchkonzern JSP geht wohl in der kommenden Woche in geregelte Insolvenz
Bild Info: JSP - BILD: Archiv

Milchkonzern JSP geht wohl in der kommenden Woche in geregelte Insolvenz

Kanarische Inseln – Der Milchkonzern JSP steht sehr knapp vor der geregelten Insolvenz, die bisherigen Bemühungen der Familie Sánchez sind ins Leere gelaufen. Auch die Intervention der kanarischen Regierung hat bisher nicht geholfen. Am 4. Juli 2021 läuft die Frist zur Vorlage eines Rettungsplanes ab. Nahestehende Quellen des Unternehmens haben gegenüber der Tageszeitung Canarias7 berichtet, dass wohl am kommenden Freitag der finale Insolvenzantrag gestellt werden wird.

Zuvor muss der Verwaltungsrat des Unternehmens noch zustimmen, dieser ist völlig zerrüttet, wie die gleichen Quellen bestätigen. Dies soll am morgigen Mittwoch passieren. Der Rat wirft der Familie Sánchez vor, Investoren „nach ihrem Geschmack“ zu suchen und „zu schwere Anforderungen an diese zu stellen“. Leider besitzt die Familie aber die meisten Ratssitze des Unternehmens, die andere Seite des Rates wollte eigentlich eine geregelte Insolvenz einleiten, damit ein Insolvenzverwalter versuchen kann, diese noch irgendwie abzuwenden, aber darauf konnte man sich nicht einigen.

Aktuell, so Schätzungen, liegt der Schuldenberg des Milchkonzerns bei rund 70 Millionen Euro. Obwohl die Banken einem Schuldenschnitt zugestimmt haben, ist diese Summe für die Investoren doch deutlich zu hoch. Die Schulden von bis zu 64 Millionen Euro aus dem Jahr 2019 wären noch grenzwertig gewesen für zumindest einen Investor.

In geregelter Insolvenz gibt es neue Chancen

Wenn nun eine geregelte Insolvenz eingeleitet wird, so könnten die Investoren ggf. doch noch in das Geschäft einsteigen. Zumindest gab es in der vergangenen Woche entsprechende Verhandlungen. Darin signalisierte der Fonds Hiperion, das er weiterhin Interesse habe. Allerdings will man erst das geregelte Verfahren abwarten.

Auch Arbeitnehmer waren an den Verhandlungen beteiligt, diese forderten, dass das Unternehmen nicht zerschlagen wird sowie die Sicherheit für mindestens 500 Arbeitsplätze. Dem stimmte der Präsident des Rates, Ángel Yánes bereits zu. „Wir verteidigen der Erhalt der 500 Arbeitsplätze“. Sollte eine Umstrukturierung notwendig werden, dann nur „mit Würde“. Er ist sich sicher, dass der Konzern JSP für Investoren ein Schnäppchen darstellt, welches sogar Gewinnbringend arbeiten kann, sofern es „gut geführt und verwaltet wird“.

Es bleibt also alles weiterhin ziemlich offen und die geregelte Insolvenz ist wohl unausweichlich. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
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