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Rentenreform könnte Rentenkürzungen von bis zu 30% mit sich bringen
Bild Info: Frühe Rente kann teuer werden - BILD: Archiv

Rentenreform könnte Rentenkürzungen von bis zu 30% mit sich bringen

Spanien – Die spanische Regierung arbeitet an einer Rentenreform, Minister José Luis Escrivá bekräftig zwar immer wieder, dass diese Reformierung nur Personen betreffen wird, die ein hohes Einkommen haben, aber das beginnt bereits bei 2.300 Euro im Monat. Geplant ist ein höherer Abzug bei der Rente, wenn man früher in Rente geht, als dies vorgesehen ist. Bei dem genannten Einkommen von 2.300 Euro im Monat kann dies 460 Euro Rentenkürzung bedeuten, sollte man 2 Jahre vor der eigentlichen Rente in den Ruhestand wechseln wollen.

Das eigentliche Problem bei der Reformierung ist aber auch, die „gezwungene“ Frühverrentung. Wenn man beispielsweise durch eine Entlassung kurz vor der Rente eigentlich dazu gezwungen ist in den Ruhestand zu wechseln, auch dann werden die Renten gekürzt, so zumindest die aktuellen Pläne. Im Jahr 2008 sind etwa 20 % den neuen Rentner frühzeitig in den Ruhestand gewechselt, weil man durch die Krise seinen Arbeitsplatz verloren hatte und keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt hatte.

Die Personen mit Renten ab 2.707 Euro müssen mit den höchsten Einschnitten rechnen. Die Kürzungen bei der Rente können bis zu 30 % betragen. Im Schnitt werden diese bei etwa 21 % liegen, sollte man früher in den Ruhestand gehen wollen. Das ist der fünffache Betrag, von dem was aktuell abgezogen wird. Die aktuelle Strafe betrifft pro Monat 1,6 % und kann auf bis zu 16 % steigen, sollte man zwei Jahre vorher die Rente beantragen. Wenn das neue Rentensystem kommt, dann beträgt die Strafe pro Monat 2,81 % und geht auf maximal 21 %, bei 2 Jahren vorzeitiger Rente. 30 % werden abgezogen, wenn man durch Arbeitslosigkeit schon bis zu 4 Jahre vor dem eigentlichen Rentenalter die Rente beantragt.

Mit dieser Reformierung will Spanien gegen dir Frühverrentung vorgehen. Zudem müsse man 38,5 Jahre mindestens an Beiträgen eingezahlt haben, um einer Strafe zu entgehen. Wenn dies nicht erreicht wird, dann gibt es zusätzliche Abzüge. Je länger man arbeitet, desto weniger Abzüge wird es also geben.

Das einzige Positive an der Reform ist derzeit, dass diese eine Übergangsfrist von 12 Jahren haben wird. Beginnend ab dem Jahr 2022 werden diese neuen Strafen schrittweise eingeführt bis dann im Jahr 2036 die vollen Strafen gelten.

Gezwungene Frühverrentung ist ein Problem

In Spanien ist es leider nicht unüblich, dass Menschen gezwungen in die Rente geschickt werden. Wenn Unternehmen eine Umstrukturierung vornehmen, dann werden oft die älteren Mitarbeiter gebeten in Rente zu gehen, anstelle die jüngeren zu entlassen. Mit der Reformierung werden diese Menschen aber der freiwilligen Frühverrentung gleichgestellt und entsprechend bestraft. Dies betrifft in etwa ein Viertel der Rentner in Spanien. Die Strafen können in dem Fall dann zwar „nur“ bis zu 30 % ansteigen, man verliert also in den 2 zusätzlichen Jahren nur 9 % aber die Gewerkschaften sehen dies kritisch.

Die Gewerkschaft UGT hat bereits angekündigt, dass keine Vereinbarungen unterzeichnet werden, die eine Reduzierung der Rentenzahlung beinhaltet, die durch eine gezwungene Frühverrentung entsteht. Zudem fordert man, dass die Kürzungen bei den Renten ab 40 Beitragsjahren gestrichen werden, unabhängig davon, ob man früher in Rente geht oder nicht. Hier hat die Regierung 44,5 Beitragsjahre vorgesehen.

Es gibt wohl noch viel zu tun, wenn die Regierung diese Rentenreform wirklich durchbringen will. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Plan zur Reaktivierung: Renten, Dieselsteuer, Arbeitsmarkt – Das Kleingedruckte, vom 08.10.2020

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