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Inflation wird Haushalten auf den Kanaren zusätzliche Kosten von 2.300 € einbringen

Kanarische Inseln – Die aktuelle Inflation von 9,8 % wird den Haushalten auf den Kanarischen Inseln zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 2.300 € in diesem Jahr einbringen. Die Kaufkraft wird damit deutlich sinken. Auch wenn die Löhne im Schnitt etwa gestiegen sind (2 %, mit Stand Februar 2022) kann dies so nicht aufgefangen werden. Besonders die Preise für Wohnraum, Lebensmittel und Energie sowie Kleidung schlagen hier massiv zu Buche. Dies geht aus einer aktuellen Ausarbeitung der Gewerkschaft CCOO hervor.

Errechnet wurde dies auf Basis des Faktors, dass etwa 65 % der Haushaltseinnahme für Wohnen, Transport und Lebensmittel aufgewendet werden müssen. Also genau diese drei, die im Preis besonders extrem gestiegen sind und weiter steigen.

Alleine für Wohnraum müssen die Familien in diesem Jahr fast 1.700 € mehr aufwenden, bei Lebensmittel sind es im Schnitt etwa 260 € und für Transport etwa 300 €. Auch bei den Restaurantbesuchen muss eine Familie in diesem Jahr etwa 50 € mehr einkalkulieren.

„Das ist Geld, was die Haushalte in diesem Jahr weniger für andere Produkte wie Bildung, Kleidung, Kommunikation, Hotels und Freizeit ausgeben können“, betont das technische Büro der CCOO. Dies wiederum verursacht einen weiteren negativen Kreislauf, der Konsum innerhalb der Inseln wird deutlich sinken. „Es wird Haushalte geben, die diese Mehrausgaben ausgleichen können, aber auch solche, die dies nicht können, diese werden den Verbrauch reduzieren und es geht Kaufkraft verloren, die Verarmung der Gesellschaft wird noch deutlicher werden“, so die CCOO. Daher seien die Aussichten für die kommenden Monate „überhaupt nicht rosig“. Die Gewerkschaft rechnet auch mit einer Inflation von über 10 %.

Zudem warnt die Gewerkschaft davor, dass besonders auf den Nicht-Hauptstadt-Inseln noch höhere Preise zu erwarten sind. Dies würde der Kaufpreisindex der Insel zeigen. Besonders die kleinen Inseln El Hierro und La Gomera leiden unter dieser Situation. „Eines der Leitprinzipien unseres Autonomiestatuts, das darin besteht, den wirtschaftlichen, territorialen und sozialen Zusammenhalt des Archipels zu fördern und gleiche Rechte unabhängig vom Wohnort zu garantieren, wird daher nicht wirksam eingehalten“, heißt es von der Gewerkschaftsorganisation.

Unternehmensverband CCE fordert Steuersenkungen

Auch der Unternehmensverband der Kanaren CCE sieht die Entwicklung mit Besorgnis und rechnet fest mit einer Inflation von deutlich über 10 %. Man spricht sich für eine Steuersenkung auf nationaler und regionaler Ebene aus, um den Konsumrückgang einzudämmen und zu versuchen „Familien zu helfen“, indem man so etwas Einkommen „freisetzt“.

Gegen kritische Stimmen bezüglich von Steuersenkungen sagte der Präsident des Verbandes, Agustin Manrique de Lara, dass dies nicht zu weiteren Preissteigerungen führen würde, denn die Preissteigerungen entstehen ja aufgrund von steigenden Kosten. Würde man die Steuern senken, würde damit die Nachfrage hochgehalten werden und die Inflation könnte ggf. wieder sinken.

Er kritisierte auch indirekt die Haltung der Politik, denn seiner Meinung nach „macht das Leid von Familien und Unternehmen keinen Sinn, wenn die öffentlichen Verwaltungen mit einem Überschuss abschließen, der darauf basiert, dass durch die Inflation einfach mehr Steuern eingenommen werden“. Auf den Kanaren könnte an der IGIC und an der Einkommenssteuer gedreht werden, etwas, das die Politik bisher massiv ablehnt. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Mietpreise der Kanaren nun fast bei 10 € pro m², vom 11.04.2022
Inflation in Spanien kratzt an der 10%-Marke – Höchster Wert seit 1985!, vom 30.03.2022

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