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Armut auf den Kanaren betrifft 36,2 % der Bevölkerung

Die Zahl sank minimal um 1,6 %.

Kanarische Inseln – Heute wurde der 13. Bericht zum „Zustand der Armut in Spanien“ vorgestellt. Daraus geht hervor, dass auf den Kanarischen Inseln 36,2 % der Bevölkerung von Armut bedroht sind, dies entspricht 787.860 Menschen auf dem Archipel. Damit liegt dieser Wert allerdings 1,6 % unter dem Vorjahreswert, hat sich also leicht verbessert. Trotzdem sind die Kanaren weiterhin die Region in Spanien mit dem zweithöchsten Wert. Lediglich Estremadura erreicht noch höhere Werte bei dem Armutsrisiko.

13,2 % der Menschen auf den Kanarischen Inseln lebten im vergangenen Jahr in extremer Armut, also 287.286 Personen. Die Gründe sind weiterhin vielfältig, darunter zu hohe Kosten für Wohnraum, Geschlechtsunterschiede und unzureichende Unterstützung für Familien mit Kindern. Bezüglich der extremen Armut sind die Kanarischen Inseln die schlechteste Region in ganz Spanien.

Wohnraum spiel die größte Rolle, wenn es darum geht, ob jemand in Armut fällt oder nicht. Fast 3 von 5 Menschen, die von Armut bedroht sind, haben zu hohe Wohnungskosten. Viele Familien müssen gut 45 % des Gesamteinkommens für Wohnraum aufwenden. 34,9 % aller Menschen in Armut lebten in einer zu teuren Mietwohnung, nur 14,5 % haben Eigentum auf den Inseln.

Armut besonders für Frauen ein Thema

Der Geschlechtsunterschied ist ebenfalls deutlich erkennbar. So sind 38,3 % der kanarischen Frauen von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Bei den Männern sind es „nur“ 34 %. Frauen, die einmal in Armut gerutscht sind, kommen kaum wieder aus dieser Spirale heraus. Seit 2015 ist dies nur 19.000 Frauen gelungen, bei den Männern waren es etwas mehr als 80.000!

Dass Frauen besonders von Armut bedroht sind, liegt auch an den Gehältern. Frauen verdienen im Schnitt 20,9 % weniger als Männer. Meist sind es auch alleinerziehende Mütter, die von Armut bedroht sind, 43,7 % aller Haushalte von alleinerziehenden Frauen ist demnach gefährdet.

Bei dem Bericht zum „Zustand der Armut in Spanien“ handelt es sich um eine EU-Studie, die heute an die Parlamentspräsidentin der Kanarischen Inseln, Astrid Pérez, übergeben wurde. Mit dieser Studie bietet das europäische Netzwerk zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung eine aktuelle und tiefgreifende Analyse von Daten und Indikatoren zu Armut und sozialer Ausgrenzung. Die jüngsten Krisen werden bereits in dem Bericht aufgegriffen, da alle Daten bis Ende 2022 analysiert wurden. – TF

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