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Achtung Scam! Warnung vor Collins Le Lawyers & Fake-Abmahnungen

Natürlich teilen wir den Song, um den es geht, im Artikel mit ihnen!

Lesedauer 3 Minuten

Gran Canaria – Normalerweise plaudern wir nicht so aus dem Nähkästchen, aber da wir in den vergangenen Wochen immer wieder von Scam-Emails getroffen wurden, möchten wir an dieser Stelle einmal eindringlich vor fast echt aussehenden Mails der Collins Le Lawyers warnen!

Alle Mails, die von diesem fast echt wirkenden Unternehmen kommen, sind ein reiner Betrugsversuch und sollten umgehend gelöscht und missachtet werden. Sofern das Mailprogramm diese Mails nicht ohnehin schon aussortiert hat.

Was steht in den Mails und worum geht es?
Angeblich hat man gegen Musiklizenzen verstoßen. In allen Mails, die wir bisher von diesem so seriösen Unternehmen bekommen haben, geht es um dasselbe Lied und den gleichen Interpreten: „Someone You Loved“ von Lewis Capaldi (Hier zum Song bei Youtube). In allen Mails steht das gleiche „Verstoßdatum“ aus dem Jahr 2018 (November) drin. In allen Mails steht ein Zusammenhang mit der Facebookseite drin.

Bei uns war von Anfang an klar, auch ohne Recherche, dass das nicht echt sein kann, denn wir nutzen bei Facebook keinerlei Musik, eigentlich so gut wie gar nicht, und wenn, dann ist es lizenzfreie Musik in unseren Videos.

Trotzdem haben wir etwas „nachgeforscht“. Spannen ist: Exakt die gleichen Verstöße mit sogar der gleichen Vorgangsnummer (wie auch immer das sein kann) melden diverse andere Internetnutzer auch. Die Nummer lautet FR/IP/88421/2025. Angeblich vertreten die „Anwälte“ die Universal Music Group, doch halt, mit dem gleichen Song dann auch die Sony Music und die Universal Music LLC. Komisch, welche der Gesellschaften besitzt denn nun die eigentlichen Rechte an dem genannten Song?

Nach etwas Recherche sind wir auf das Plattenlabel Vertigo gestoßen. Dort stand der Künstler unter Vertrag und dort wurde der Song letztendlich am 8. November 2018 veröffentlicht. In den 1990er-Jahren verlor das Label zunehmend seine Selbständigkeit und ging schließlich in Mercury Records auf. Die Polygram-Gruppe wiederum wurde von Philips an die Universal Music Group verkauft, die ihrerseits in Vivendi Universal aufging (Wikipedia Nachweis).

Also liegen die eigentlichen Rechte derzeit bei der Viviendi Universal und weder bei Universal noch Sony.

Weitere Scam-Hinweise

Auch hat die Mailadresse einen „faden Beigeschmack“. Der Absender sieht auf de ersten Blick echt aus, die Mailadresse selbst ist jedoch von einer Webseite die so rein gar nichts mit Anwälten oder Musik zu tun hat, nämlich von leadershipflightdeck.com… Eine Webseite zu der man nur mit Login-Daten Zugang hat.

Dann ist in der Mail die sogenannte ISRC-Nummer angegeben, diese lautet USWB12204567. Und deutet auf einen Song hin, der bei Warner Records Inc. Registriert ist, den diese Nummer ist eine eindeutige Kennzeichnung für Songs. Der Code gehört eindeutig zu dem Song „Lobby“ von Anitta & Missy Elliott aus dem Jahr 2022 (Hier auch zu dem Song bei Youtube). Hat also mit dem angeblichen Song in der genannten Mail nicht zu tun.

Der korrekte ISRC-Code für den Song von Lewis Capaldi lautet im übrigen DEUM71807062.

Ein weiterer Hinweis auf Scam ist ein dem Augenschein nach angehängtes PDF-Dokument mit allen angeblich inkludierten Inhalten. Doch ist es kein Anhang, sondern handelt es sich um einen Link, der wiederum so kryptisch verschachtelt ist und weder mit dem Anwaltsbüro noch der Absenderadresse zusammenhängt. Ein eindeutiges Kennzeichen für einen Betrugsversuch.

Den letzten Hinweis „verstecken“ die Absender im E-Mail-Footer, denn da findet man immer einen anderen Namen als Sachbearbeiter und offensichtlich ein ganz anderes Anwaltsbüro. Also stimmen die Daten schon nicht überein.

Fazit: Wachsamkeit gegenüber der „Collins Le Lawyers“-Masche
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es sich bei den E-Mails im Namen von Collins Le Lawyers um einen klassischen, wenngleich raffiniert gestalteten Phishing- und Scam-Versuch handelt. Die Betrüger setzen gezielt auf das psychologische Element der Einschüchterung, indem sie rechtliche Konsequenzen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen (speziell Lewis Capaldis „Someone You Loved“) androhen. Doch wie die Analyse zeigt, bricht das Lügenkonstrukt bei genauerer Betrachtung schnell in sich zusammen.

Die goldene Regel lautet hier: Ruhe bewahren, keine Links anklicken und die Mail umgehend löschen. Wer sich unsicher ist, sollte niemals direkt auf die Mail antworten, sondern die offizielle Webseite des genannten Unternehmens über den Browser suchen. Im vorliegenden Fall ist jedoch klar: Es handelt sich um organisierten Betrug, vor dem man nicht laut genug warnen kann. – TF

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