Kanaren – Auf den Kanarischen Inseln steht ein unruhiges Wochenende bevor. Der spanische Wetterdienst AEMET warnt vor einer deutlichen Verschlechterung der Wetterlage. Verantwortlich ist ein umfangreiches atlantisches Tiefdrucksystem, in dessen Bereich sich die kräftige Borrasca Bruna entwickelt. Das zugehörige Frontensystem bringt starke Regenfälle, Gewitter und heftige Windböen. Auch die Küsten müssen sich auf eine Verschlechterung der Wetterbedingungen einstellen.
Während die ersten Auswirkungen vor allem die westlichen Inseln treffen, wird sich die Wetterfront am Sonntag, 8. November, auf den gesamten Archipel ausbreiten. Besonders La Palma steht im Mittelpunkt der Wetterwarnungen. Doch auch Gran Canaria ist inzwischen von offiziellen Alarmmaßnahmen betroffen. Die kanarische Regierung hat für die Insel eine Alarmstufe wegen möglicher Starkregenfälle angekündigt.
Regenalarm auf Gran Canaria, Sturmwarnung für die Bergregionen
Die Dirección General de Emergencias der kanarischen Regierung hat für Gran Canaria sowie für El Hierro, La Palma, La Gomera und Teneriffa ab Samstag, dem 7. November, um 21:00 Uhr eine Alarmstufe wegen Regen ausgerufen. Für Lanzarote, Fuerteventura und La Graciosa gilt zunächst die Voralarmstufe.
Auf Gran Canaria können die Niederschläge nach Einschätzung der Behörden besonders kräftig ausfallen. Für die Insel werden stündliche Regenmengen von rund 25 Litern pro Quadratmeter genannt. Dabei besteht auch die Gefahr länger anhaltender Niederschläge. Auf La Palma können die Werte noch höher ausfallen. Dort sind örtlich mehr als 30 Liter innerhalb einer Stunde und über 100 Liter innerhalb von zwölf Stunden möglich.
Zusätzlich gilt ab Samstagmittag eine Alarmstufe wegen Wind für die Bergregionen sowie den Norden und Nordwesten Gran Canarias. Für die übrigen Inselgebiete wurde zunächst Voralarm ausgerufen. Verantwortlich ist ein kräftiger Südwestwind, der vor allem in mittleren Höhenlagen und auf den Gipfeln an Stärke gewinnen wird. Auf den bergigen Inseln können die Böen am Sonntag örtlich mehr als 90 km/h erreichen.
Auch die Gefahr von Gewittern nimmt zu. Die kanarische Regierung hat dafür ab Samstag, 21:00 Uhr, eine Voralarmstufe für den gesamten Archipel festgelegt. Die Gewitter sollen zunächst La Palma erreichen und sich anschließend in Richtung Osten ausbreiten.
Die Wetterprognose für die Kanaren nach Tagen
Freitag, 6. November (heute): Erste Regenfälle im Westen
Am Freitag beginnt sich die Wetterlage vor allem auf den westlichen Inseln zu verändern. Dort nehmen die Wolken zu und es treten teilweise kräftige Niederschläge auf. Besonders La Palma muss mit intensiven Regenfällen rechnen. Auch auf El Hierro, La Gomera und Teneriffa sind Schauer möglich.
Auf Gran Canaria bleibt die Situation zunächst vergleichsweise ruhiger. An den nordöstlichen Berghängen können einzelne Niederschläge auftreten. Die südlichen und südwestlichen Küstenbereiche bleiben dagegen überwiegend trockener. Der Wind kommt aus südlicher bis südwestlicher Richtung und ist zunächst meist schwach bis mäßig.
Samstag, 7. November: Noch ruhige Abschnitte, dann nimmt der Wind zu
Der Samstag beginnt auf vielen Inseln noch mit längeren trockenen Abschnitten. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung insbesondere im Westen zu. Dort können gegen Abend kräftige Schauer und erste Gewitter auftreten. La Palma wird voraussichtlich als erste Insel stärker betroffen sein.
Der Südwestwind legt ebenfalls zu. Besonders in den höheren Lagen der gebirgigen Inseln sind kräftige Böen zu erwarten. Auf Gran Canaria betrifft dies vor allem die Gipfellagen. Die offiziellen Windwarnungen berücksichtigen außerdem den Norden und Nordwesten der Insel.
An den Küsten verschlechtern sich die Bedingungen ebenfalls. Ab 18:00 Uhr gilt eine Alarmstufe wegen Küstenphänomenen für die nördlichen und westlichen Küstenabschnitte des Archipels. Für die übrigen Küstenbereiche wurde zunächst Voralarm ausgerufen.
Sonntag, 8. November: Der kritischste Tag des Unwetters
Am Sonntag erreicht die Borrasca Bruna voraussichtlich ihre stärkste Auswirkung auf die Kanarischen Inseln. Die Niederschläge breiten sich von Westen nach Osten aus. Vor allem auf den gebirgigen Inseln sind kräftige und länger anhaltende Regenfälle möglich. Örtlich können Gewitter auftreten, die zusätzlich starke Windböen mit sich bringen.
Auch auf Lanzarote und Fuerteventura nimmt die Regenwahrscheinlichkeit zu. Dort werden Niederschläge insgesamt weniger häufig erwartet als auf den westlichen und zentralen Inseln. Einzelne kräftige Gewitterschauer sind jedoch nicht ausgeschlossen.
Der Südwestwind bleibt kräftig und kann insbesondere in den mittleren Höhenlagen und auf den Gipfeln sehr starke Böen verursachen. Gleichzeitig hält die Verschlechterung der Meeresbedingungen an. Vor allem an exponierten Küstenabschnitten ist Vorsicht geboten.
Montag, 9. November: Wetterberuhigung mit örtlichen Schauern
Am Montag zeichnet sich eine allmähliche Entspannung ab. Die stärkste Phase des Unwetters soll zunächst vorüber sein. Trotzdem bleibt die Atmosphäre auf den gebirgigen Inseln instabil. Besonders im Nordosten der Inseln können sich zur Mittagszeit und am Nachmittag erneut Quellwolken bilden. Leichte bis mäßige Niederschläge sind dort weiterhin möglich.
Die Temperaturen gehen zurück. Der Wind dreht zunehmend auf West. In den frühen Stunden können in mittleren Höhenlagen und auf den Gipfeln weiterhin kräftige Böen auftreten. Auf den östlichen Inseln fällt der Temperaturrückgang voraussichtlich deutlicher aus.
Gran Canaria: So entwickelt sich das Wetter im Norden und Süden
Gran Canaria bleibt von der Wetterentwicklung nicht verschont. Die aktuellen Ortsprognosen von AEMET zeigen allerdings Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Besonders am Sonntag steigt die Regenwahrscheinlichkeit sowohl im Norden als auch im Süden deutlich an.
Norden: Regenwahrscheinlichkeit steigt am Sonntag deutlich
Am Freitag und Samstag bleibt das Wetter im Norden zunächst überwiegend trocken. In Las Palmas de Gran Canaria und Arucas werden für Samstag noch längere trockene Abschnitte prognostiziert. Die Temperaturen können in den Küstenregionen nochmals Werte von etwa 27 bis 28 Grad erreichen.
Am Sonntag verändert sich die Situation deutlich. Für Las Palmas de Gran Canaria steigt die von AEMET angegebene Regenwahrscheinlichkeit auf 70 Prozent in der ersten Tageshälfte und bis zu 100 Prozent am Nachmittag und Abend. Für Arucas werden ebenfalls hohe Wahrscheinlichkeiten ausgewiesen. Dort steigt der Wert von etwa 50 auf 90 Prozent.
Besonders im Norden und Nordwesten muss außerdem mit kräftigem Wind gerechnet werden. Die offiziellen Warnungen betreffen sowohl die Küstenbereiche als auch die mittleren Höhenlagen und Gipfelregionen.
Am Montag bleibt es im Norden wechselhaft. Vor allem im Inselinneren und an den nordöstlichen Hängen sind weitere Schauer möglich. Eine vollständige Wetterberuhigung ist daher zunächst nicht zu erwarten.
Süden: Auch Maspalomas und Mogán können Regen abbekommen
Im Süden und Südwesten zeigt sich der Samstag zunächst noch freundlicher. Für die Bereiche um Agüimes und Mogán werden tagsüber überwiegend trockene Bedingungen vorhergesagt. Die Temperaturen liegen in den tieferen Lagen weiterhin im Bereich der mittleren bis oberen 20 Grad.
Am Sonntag steigt die Regenwahrscheinlichkeit allerdings auch hier deutlich. Für den Gemeindehauptort von Mogán weist AEMET 65 Prozent für die erste Tageshälfte und 100 Prozent für die zweite Tageshälfte aus. Für Agüimes liegen die entsprechenden Werte bei 70 beziehungsweise 100 Prozent. Damit ist klar, dass sich die Wetterverschlechterung nicht auf den Norden der Insel beschränkt. Auch der Süden und Südosten müssen mit Niederschlägen rechnen.
Die Niederschläge können regional unterschiedlich stark ausfallen. Eine hohe Regenwahrscheinlichkeit bedeutet außerdem nicht, dass es während des gesamten angegebenen Zeitraums ununterbrochen regnet.
Am Montag zeichnet sich insbesondere im Südwesten eine Entspannung ab. Für Mogán gehen die Niederschlagswahrscheinlichkeiten deutlich zurück. Im Osten und Südosten, beispielsweise im Bereich von Agüimes, können dagegen weiterhin Schauer auftreten. Auch dort sinken die Temperaturen etwas.
Raue See und weitere Regenfälle in der kommenden Woche
Neben Regen und Wind spielt auch der Seegang eine wichtige Rolle. Die kanarische Regierung hat für die nördlichen und westlichen Küstenabschnitte eine Alarmstufe wegen Küstenphänomenen ausgerufen. Der Seegang soll sich ab Samstag verschlechtern. Ab Montag kann die Dünung örtlich eine Höhe von drei bis vier Metern erreichen. Besonders exponierte Küstenbereiche sind davon betroffen.
AEMET rechnet für die Kanaren am Montag und Dienstag zunächst mit einer relativen Wetterberuhigung. Ab Mittwoch, dem 11. November, könnten Regen und Wind jedoch erneut an Intensität gewinnen. Weitere kräftige Schauer sind damit nicht ausgeschlossen.
Die Behörden empfehlen, die aktuellen Wetterwarnungen zu verfolgen. Bei starken Niederschlägen sollten insbesondere Barrancos und andere mögliche Abflussbereiche gemieden werden. An den Küsten ist Abstand zu Brandungszonen, Molen und exponierten Uferbereichen wichtig.
Die Wetterlage bleibt dynamisch. Die Vorhersagen können sich mit der weiteren Entwicklung der Borrasca Bruna noch verändern. – TF
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