San Bartolomé de Tirajana – Im Süden von Gran Canaria nimmt eines der traditionsreichsten und spektakulärsten Hotelprojekte der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana wieder Gestalt an: Das seit fast zwei Jahrzehnten geschlossene Hotel Los Palmitos steht vor einer umfassenden Wiederbelebung. Nach schweren Schäden durch die verheerenden Waldbrände im Sommer 2007 und jahrelangem Leerstand leiten die neuen Investoren eine umfassende Transformation ein, um das historische Anwesen in ein exklusives Luxus-Boutique-Hotel zu verwandeln.
23,5 Millionen Euro Gesamtinvestment für das historische Areal
Das Gesamtvolumen des ehrgeizigen Großprojekts beläuft sich auf insgesamt 23,5 Millionen Euro. Hinter dem Investment steht die Fördergesellschaft Hafraro, angeführt von der bekannten kanarischen Unternehmerfamilie Grupo Roso, gemeinsam mit dem Investmentpartner Buenavista Equity Partners. Die Finanzierungsstruktur stützt sich dabei auf mehrere Säulen: Das Programm Buenavista NextGen Urbano steuert 8,5 Millionen Euro aus den europäischen NextGeneration-EU-Fördermitteln bei, während der verbleibende Betrag durch Bankkredite und Eigenkapital abgesichert wird.
Das Projekt umfasst die komplette Neuausrichtung des mehr als 33.000 Quadratmeter großen Areals im geschützten Landesinneren von Lomo Los Palmitos. Neben der Sanierung der 49 bestehenden Zimmer ist der Bau von fünf freistehenden Luxus-Villas, exklusiven Spa- und Wellnessbereichen sowie einer gehobenen Gastronomie geplant. Die künftige Betriebsführung übernimmt die auf Luxushotellerie spezialisierte Kette IT Hotels Unique Spaces, die damit ihren Ersteintritt auf den Kanarischen Inseln feiert.
Erster Bauabschnitt: 2,5 Millionen Euro für die Reaktivierung der Bausubstanz
Für die unmittelbare erste Phase der Sanierung hat die Projektgesellschaft Project Chamoriscan SLU bei der Baubehörde von San Bartolomé de Tirajana eine Bauanzeige (Comunicación previa) eingereicht. Dieses reine Bausanierungsbudget für den Erhalt und die Modernisierung des Altbestands ist mit exakt 2.564.201 Euro veranschlagt. Geplant ist, die Arbeiten vom renommierten Architekturbüro ATN Arquitectura y Urbanismo SLPU innerhalb von sechs Monaten ausführen zu lassen.
Da in diesem ersten Bauabschnitt weder das Bauvolumen erweitert noch die Grundfläche verändert wird, war keine langwierige Baugenehmigung erforderlich. Es genügte die fristgerechte Mitteilung an das Konsistorium. Die Maßnahmen umfassen die komplette Innenrenovierung der vier bestehenden Gebäudemodule, den Einbau von zwei elektrischen Aufzügen, die Installation barrierefreier Innenrampen sowie die Erneuerung der Fenster- und Türelemente durch hochwertige Aluminium-Schreinerarbeiten. Die tragende Betonstruktur des Swimmingpools bleibt erhalten, wird jedoch technisch und bezüglich der Abdichtung auf den neuesten Stand gebracht.
Differenzen bei der kommunalen Bausteuer (ICIO)
Bei der behördlichen Abwicklung des ersten Bauabschnitts existiert derzeit noch eine finanzielle Meinungsverschiedenheit zwischen dem Bauträger und der Gemeindeverwaltung. Während der Bauträger die unmittelbaren Baukosten für die Instandsetzung mit rund 2,56 Millionen Euro beziffert, schätzen die technischen Prüfer des Rathauses den tatsächlichen Realwert der Sanierungsarbeiten auf rund 5 Millionen Euro. Auf Basis dieser behördlichen Neubewertung fordert die Gemeinde eine Zahlung der kommunalen Bau- und Montagesteuer (ICIO) in Höhe von 99.313 Euro.
Die Historie des Hauses: Gegründet von Tennis-Legende Helga Masthoff
Die Wurzeln der Anlage reichen in das Jahr 1978 zurück, als das Anwesen auf Initiative der bekannten deutschen Tennisspielerin Helga Masthoff eröffnet wurde. Masthoff, eine der erfolgreichsten deutschen Tennisspielerinnen ihrer Epoche und unter anderem Finalistin bei den French Open 1970 in Roland Garros, etablierte die Unterkunft als spezialisiertes Sport- und Tennis-Resort. Unter dem Namen „Park & Sporthotel Helga Masthoff“ verfügte die Anlage ursprünglich über sechs Tennisplätze, ein Golf-Übungsareal, Saunalandschaften und ein Jacuzzi.
Das Resort galt zur damaligen Zeit als einer der Pionierbetriebe für aktiven Sport- und Gesundheitstourismus im Süden von Gran Canaria. Nach Jahrzehnten des erfolgreichen Betriebs führten veränderte Marktbedingungen sowie die verheerenden Brandkatastrophen des Sommers 2007, die den mittleren Süden der Insel schwer trafen, zur endgültigen Schließung des Komplexes.
Qualitätsstrategie im kanarischen Tourismus
Die Reaktivierung und Transformation des Anwesens stehen beispielhaft für den aktuellen Strukturwandel in der kanarischen Hotellerie (Quelle: Maspalomas24h). Anstelle von Neubauten auf unberührter Natur setzen Investoren und Behörden verstärkt auf die qualitative Aufwertung bestehender Immobilien im Inselinneren. Durch die Kombination aus Bausubstanzerhalt und der Entwicklung eines naturnahen Boutique-Segments wird das historische Erbe bewahrt und zugleich ein kaufkräftiges Publikumssegment erschlossen. – TF
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