Kanaren – Die Kanarischen Inseln verzeichnen im Juli eine leichte Zunahme der registrierten Erwerbslosen. Der aktuelle Arbeitsmarktbericht weist einen Anstieg um 1.759 Personen im Vergleich zum Vormonat aus. Trotz dieses saisonal bedingten Knickes bleibt die langfristige Entwicklung auf dem Archipel positiv. Insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit hat den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht.
Saisonale Faktoren treiben die Arbeitslosigkeit im Sommer
Die Gesamtzahl der registrierten Arbeitslosen lag auf den Kanarischen Inseln im abgelaufenen Monat Juli bei exakt 144.168 Personen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,24 Prozent (1.759 Personen) gegenüber dem Monat Juni. Dieser kurzfristige Aufwärtstrend ist laut den Behörden vor allem auf saisonale Faktoren zurückzuführen. Insbesondere das planmäßige Ende des Schuljahres macht sich in der aktuellen Wirtschaftsstatistik bemerkbar.
Der Bildungssektor ist dabei der primäre Treiber für den Anstieg im Juli. Allein in diesem Bereich wurden 1.624 neue Arbeitslose registriert. Die Ursache liegt in der regulären Beendigung zahlreicher befristeter Verträge zum Ende des akademischen Jahres. Das Arbeitsministerium der Kanarischen Inseln ordnet diese Entwicklung als das übliche, wiederkehrende Verhalten des Arbeitsmarktes in den frühen Sommermonaten ein.
Langzeitarbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit 2009
Blickt man über die kurzfristigen monatlichen Schwankungen hinaus, zeigt sich ein deutlich robusteres Bild für die regionale Wirtschaft. Im direkten Vergleich zum Vorjahr haben die Kanarischen Inseln fast 7.000 Arbeitslose weniger zu verzeichnen (ein Rückgang um 6.920 Personen). Dies entspricht einer signifikanten Reduzierung von 4,58 Prozent.
Besonders positiv entwickelt sich die Situation für jene Menschen, die seit längerer Zeit ohne Anstellung sind. Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Juli weiter auf 63.349 Personen. Das ist nicht nur ein Rückgang um 174 Personen im Vergleich zum Juni, sondern markiert auch den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2009. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres bedeutet dies einen deutlichen Abbau um 4.862 Personen (minus 7,13 Prozent). Dies belegt, dass der positive grundlegende Trend auf dem Archipel auch Arbeitsuchende erreicht, die traditionell größere Schwierigkeiten haben, eine Festanstellung zu finden.
Kontrastreiche Branchenentwicklung: Tourismus stützt den Arbeitsmarkt
Während die Erwerbslosenzahlen im Bildungsbereich stiegen, profitierte der Arbeitsmarkt von der traditionell starken Tourismusindustrie und anderen Wirtschaftszweigen. Im Gastgewerbe ging die Arbeitslosigkeit im Juli um 180 Personen (minus 1,28 Prozent) zurück. Auf Inseln wie Lanzarote sorgt die Hotellerie und der Tourismussektor nahezu für Vollbeschäftigung. Auch die Industrie konnte einen leichten Rückgang um 31 Arbeitslose (minus 0,61 Prozent) verzeichnen, was zur Stabilität der Gesamtwirtschaft beiträgt.
Dynamik bei den Neueinstellungen bleibt landesweit hoch
Um ein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Lage zu erhalten, muss neben den reinen Arbeitslosenzahlen auch die Bewegungsdynamik auf dem Stellenmarkt betrachtet werden. Im Laufe des Monats Juli wurden auf den Kanarischen Inseln insgesamt 70.258 neue Arbeitsverträge unterzeichnet.
Ein wichtiger Indikator für die Qualität dieser neuen Arbeitsplätze ist die Art der geschlossenen Verträge. Von den über 70.000 Neueinstellungen waren 30.202 unbefristet, was einer Quote von 42,99 Prozent entspricht. In dieser Kategorie der sicheren Beschäftigungsverhältnisse wurden 1.056 Verträge mehr abgeschlossen als noch vor einem Jahr (ein Plus von 3,62 Prozent).
Im nationalen Kontext betrachtet, bleibt die Arbeitslosigkeit in Spanien als Ganzes eine wirtschaftliche Herausforderung. Prognosen zufolge wird das Land mit einer erwarteten Arbeitslosenquote von knapp 10 Prozent für das Jahr 2026 weiterhin über dem europäischen Durchschnitt liegen. Vor diesem Hintergrund heben sich die regionalen Daten der Kanarischen Inseln positiv ab, da hier der Jahresvergleich einen stabilen Stellenaufbau aufweist.
Arbeitslosenzahlen nach Inseln: Gran Canaria und Teneriffa mit starkem Jahresrückgang
Die regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit auf dem Archipel zeigt deutliche Unterschiede, wobei der Trend im Jahresvergleich fast überall in eine positive Richtung weist. Die Veränderungen der Erwerbslosenzahlen im Vergleich zum Juli 2025 stellen sich wie folgt dar:
- Gran Canaria: Rückgang um 3.780 Personen (minus 5,72 Prozent)
- Teneriffa: Rückgang um 2.855 Personen (minus 4,39 Prozent)
- Lanzarote: Rückgang um 172 Personen (minus 2,39 Prozent)
- Fuerteventura: Rückgang um 72 Personen (minus 1,28 Prozent)
- La Gomera: Rückgang um 67 Personen (minus 7,40 Prozent)
Zwei Inseln bildeten im Jahresvergleich eine Ausnahme: Auf La Palma blieb die Arbeitslosigkeit mit lediglich drei zusätzlichen Personen (plus 0,05 Prozent) nahezu unverändert, während El Hierro einen Anstieg um 23 Personen (plus 4,50 Prozent) registrierte.
Betrachtet man hingegen ausschließlich den kurzfristigen Monatsvergleich vom Juni zum Juli, so stieg die Arbeitslosigkeit auf den meisten Inseln an – primär bedingt durch den erwähnten Saisoneffekt im Bildungssektor. Die einzige Ausnahme bildete hierbei La Gomera, wo die Zahl der Arbeitslosen auch im direkten Monatsvergleich um 32 Personen (minus 3,68 Prozent) abnahm. – TF
Frisches AMAZON TOP-Angebot eingetroffen, nicht verpassen!
Alle News immer sofort auf das Handy? Jetzt unseren Telegram-Kanal abonnieren.
NEU: Folgen Sie Infos-GranCanaria.com direkt bei Google-News!
Jetzt auch unseren WhatsApp-Kanal abonnieren, um immer die neusten News zu erhalten!
Infos-GranCanaria.com ist auch blei BlueSky! HIER folgen!
