Infos Gran Canaria | Das Inselportal
Natur & UmweltNews

Gran Canaria & Teneriffa wieder auf erhöhter Waldbrandgefahrenstufe

Vorwarnung weiter für die anderen Inseln!

Lesedauer 3 Minuten

Sengende Hitze, ausgetrocknete Wälder und kritische Winde: Die Regierung der Kanarischen Inseln hat offiziell eine Warnung vor erhöhter Waldbrandgefahr ausgerufen. Ab Donnerstag, dem 13. August 2026, um 11:00 Uhr gilt auf Gran Canaria und Teneriffa erhöhte Wachsamkeit. Einwohner und Urlauber sind aufgerufen, äußerste Vorsicht walten zu lassen, um die empfindliche Natur der Inseln und Menschenleben vor den Flammen zu schützen.

Die Katastrophenschutzbehörde der Inselregierung (Dirección General de Emergencias) traf diese Entscheidung auf Basis der aktuellen Wetterdaten der staatlichen Wetteragentur AEMET sowie im Rahmen des Notfallplans für Waldbrände (INFOCA). Die Kombination aus hohen Temperaturen und extrem trockener Luft sorgt in Teilen des Archipels für eine bedrohliche Wetterlage.

Brennende Hitze und extreme Dürre: Diese Regionen sind besonders betroffen

Die Warnung gilt nicht für die gesamten Inseln gleichermaßen, sondern betrifft vor allem die höher gelegenen Regionen und Hanglagen, an denen sich die heiße Luft staut:

  • Gran Canaria: Besonders gefährdet sind die Gipfelbereiche sowie die Nordhänge oberhalb von 600 Metern Höhe. An den West-, Süd- und Osthängen beginnt die Gefahrenzone bereits ab einer Höhe von 400 Metern. Im Inselinneren und im Südwesten steigen die Temperaturen vielerorts auf über 34 °C, lokal werden Spitzenwerte von bis zu 37 °C erwartet. Im Osten wehen mäßige bis starke Winde aus Nordost bis Südost, im Westen dreht der Wind auf Nordwest bis Südwest.
  • Teneriffa: Auf den Gipfeln sowie in den mittleren Höhenlagen (Mittelland) der Süd- und Westhänge werden Temperaturen von weit über 30 °C gemessen, die punktuell bis zu 34 °C erreichen können. Hier wehen mäßige Winde aus wechselnden Richtungen.

Besonders besorgniserregend ist die relative Luftfeuchtigkeit: In all diesen Höhenlagen sinkt sie weit unter die kritische Marke von 30 %. Wenn Hitze, Trockenheit und Wind zusammenkommen, genügt ein einziger Funke, um eine verheerende Katastrophe auszulösen.

Vorwarnstufe für La Palma, La Gomera und El Hierro

Auch die übrigen Inseln der westlichen Provinz bleiben nicht verschont. Für El Hierro, La Palma und La Gomera gilt weiterhin die Vorwarnstufe gemäß dem offiziellen INFOCA-Bulletin 02/2026/INFOCA vom 1. Juni 2026. Die Einsatzkräfte stehen in Bereitschaft, um bei möglichen Brandherden sofort eingreifen zu können.

Der neue IPIF-Index der Wetterbehörde signalisiert höchste Gefahr

Dass die Situation ernst ist, belegt auch die wissenschaftliche Bewertung der Spanischen Wetterbehörde AEMET. Die Einstufung der Waldbrandgefahr erfolgt auf Basis des neu eingeführten Brandgefahr-Index IPIF (Índice de Peligro de Incendios Forestales). Anders als frühere Modelle berücksichtigt dieser moderne Index neben rein meteorologischen Faktoren wie Temperatur und Wind auch hochpräzise Satellitendaten zum Zustand der Vegetation und der Bodenfeuchte (Quelle: AEMET – Agencia Estatal de Meteorología).

Die aktuellen Auswertungen des IPIF zeigen für die Gipfelregionen von Gran Canaria und Teneriffa ein extrem hohes Risiko. Die ausgetrocknete Pflanzendecke dient dem Feuer als leicht entzündlicher Brennstoff.

Verhaltensregeln des Katastrophenschutzes: So schützen Sie Leben und Natur

Um Brände gar nicht erst entstehen zu lassen, appellieren die Behörden eindringlich an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und der Feriengäste. Die Generaldirektion für Notfälle empfiehlt folgende Sicherheitsmaßnahmen (Quelle: Gobierno de Canarias – Dirección General de Emergencias):

  • Kein Feuer im Freien: Das Entzünden von Feuern jeglicher Art, einschließlich Grillen auf Rastplätzen oder Privatgrundstücken in Waldnähe, ist strengstens untersagt.
  • Rauchverbot in der Natur: Werfen Sie niemals Zigarettenkippen oder Streichhölzer weg – weder beim Wandern noch aus dem Autofenster.
  • Vermeidung von Funkenflug: Der Einsatz von Maschinen, die Funken schlagen können (wie Motorsägen, Freischneider oder Schweißgeräte), sollte in Wald- und Gebirgsregionen unbedingt vermieden werden.
  • Kein Müll im Wald: Glasflaschen und Müll dürfen nicht in der Natur zurückgelassen werden, da sie wie Brenngläser wirken oder leicht entzündlich sind.
  • Aufmerksam bleiben: Beim Wandern sollten ausschließlich ausgewiesene Wege genutzt werden. Achten Sie auf Ihre Umgebung und vermeiden Sie unwegsames Gelände.

Sollten Sie eine Rauchsäule oder ein Feuer bemerken, bewahren Sie Ruhe und wählen Sie unverzüglich den kostenlosen Notruf 1-1-2. Schnelles Handeln kann im Ernstfall Leben retten und das einzigartige Naturerbe der Kanarischen Inseln bewahren. – MF

Weitere Artikel zum Thema:
Gran Canaria BLOG: Waldbrandgefahr im Sommer – Die Regeln für Feuer & Co. in den Bergen
Wetter auf Gran Canaria: Temperaturanstieg und trockene Luftmassen ab heute, vom 13.08.2026

Frisches AMAZON TOP-Angebot eingetroffen, nicht verpassen!

Alle News immer sofort auf das Handy? Jetzt unseren Telegram-Kanal abonnieren.
NEU: Folgen Sie Infos-GranCanaria.com direkt bei Google-News!
Jetzt auch unseren WhatsApp-Kanal abonnieren, um immer die neusten News zu erhalten!
Infos-GranCanaria.com ist auch blei BlueSky! HIER folgen!

Ähnliche Beiträge

Regeln der 2. Welle gefährden 300.000 Selbstständige und 500.000 Arbeitsplätze bei diesen

Thomas F. InfosGC

Erneuter Rückschlag für Metro-GuaGua in Las Palmas

Thomas F. InfosGC

2 Festnahmen wegen des Waldbrandes in San Mateo vom 24. Mai 2020

Thomas F. InfosGC