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Weitere Projekte für den künftigen Archäologiepark „La Fortaleza“ auf den Weg gebracht

Dafür werden nun über 350.000 € ausgegeben.

Lesedauer 3 Minuten

Santa Lucia de Tirajana – Die archäologische Stätte „La Fortaleza“ in Santa Lucia de Tirajana wird immer mehr zu einem archäologischen Park umgewandelt. Das Rathaus der Gemeinde unternimmt nun weitere Schritte zum Schutz, zur Erforschung und zur Aufwertung der Kulturstätte in den Mittelgebirgsregionen von Gran Canaria.

Damit diese weitere Umwandlung möglich wird, hat das Rathaus drei strategische Maßnahmen genehmigt. Alle drei werden durch verschiedene Verwaltungsorgane finanziert, aber trotzdem koordiniert abgestimmt. Mit diesen drei neuen Projekten will man zukünftig den Weg für den ersten archäologischen Park der Kanarischen Inseln ebnen.

Das Gesamtprojekt „Archäologischer Park“ sieht die Zusammenführung des Museums mit der archäologischen Stätte vor. Zu diesem Zweck wurden bereits einige Maßnahmen ergriffen, wie die Erweiterung und Renovierung des Museums sowie die Vorbereitungen für die Einrichtung eines kleinen Besucherzentrums. Beide Bereiche bedürfen jedoch weiterer Optimierung.

Dieses Projekt wurde unterdessen für 39.897,42 € ausgeschrieben und es wird durch die Regierung der Kanarischen Inseln finanziert. Sobald die Verträge abgeschlossen sind, sollen diese Arbeiten binnen vier Monaten abgeschlossen sein.

Drei Phasen für das erste Projekt bei La Fortaleza

Die erste Phase konzentriert sich auf die Verbesserung des Museums und des archäologischen Lehrpfads. Dazu gehören die Installation von neun mehrsprachigen Informationstafeln (Spanisch, Englisch und Deutsch), neue Beschilderungen im Innen- und Außenbereich, ein Wegleitsystem für den Botanischen Garten, Willkommenstafeln und ethnografische Elemente am Museumseingang.

Außerdem umfasst das Projekt den Bau eines maßstabsgetreuen Modells der Ausgrabungsstätte für Bildungszwecke sowie die Installation von 15 elektronischen Geräten für virtuelle Führungen.

Der zweite Teil konzentriert sich auf die digitale Archäologie, genauer gesagt auf die virtuelle 3-D-Rekonstruktion des alten Aborigine-Hauses, das als „Rosa Schlueters Haus“ bekannt ist. Mithilfe von Virtual-Reality-Tools, die auf internationalen wissenschaftlichen Kriterien basieren, können wir mehr über seine Struktur, Entwicklung und seinen Kontext erfahren.

Die dritte Phase ermöglicht die Erstellung des technischen, archäologischen und umweltbezogenen Managementberichts, der für die offizielle Beantragung der Ausweisung von La Fortaleza als archäologischer Park erforderlich ist. Dieser Bericht umfasst Pläne für Erhaltung, Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und die Nutzung durch die Öffentlichkeit. Das Antragsverfahren läuft bereits, und die Unterlagen warten derzeit auf die Genehmigung durch die Abteilung für historisches Erbe des Inselrats von Gran Canaria.

Das zweite Projekt – Der Höhlentunnel
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen läuft ein zweites Projekt: die Restaurierung des Höhlentunnels von La Fortaleza, einer einzigartigen Stätte, die bisher noch nicht umfassend archäologisch untersucht wurde. Dieses Projekt wurde mit einem maximalen Budget von 120.000 € ausgeschrieben und wird vollständig von der Regierung der Kanarischen Inseln finanziert. Die Ausführungszeit beträgt zwölf Monate.

Die Arbeiten ermöglichen die Entfernung zeitgenössischer Elemente, die die historische Interpretation verändern, die Durchführung archäologischer Untersuchungen, die Konsolidierung von Bauwerken und die Wiederherstellung des ursprünglichen Raums des Höhlentunnels sowie die Integration von Ruhezonen zur Verbesserung des Besuchererlebnisses.

Bemerkenswert ist, dass dieser etwa 40 Meter lange und 10 Meter breite Bereich den Bergrücken der Fortaleza Grande durchdringt. Sein Inneres zeichnet sich durch die seitlichen Mauern sowie die Steinhaufen im Zentrum aus. Der Bereich, der im 19. Jahrhundert vom Archäologen Víctor Grau-Bassas historisch dokumentiert und erwähnt wurde, enthält Mauern und Steinhaufen, die einst Teil einer bedeutenden indigenen Architektur waren.

Das dritte Projekt – die Ausgrabungsstätte

Das teuerste Projekt, mit immerhin 200.000 € Budget, betrifft die Ausgrabungsstätte. Welche sich am Westhang von La Fortaleza befindet. Das Geld dafür stammt aus dem Topf de Cabildo de Gran Canaria.

Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 650 Quadratmetern. Dort wurden Hinweise auf neue, bisher nicht ausgegrabene vorspanische Strukturen entdeckt. Die Arbeiten umfassen Ausgrabung, Restaurierung und Sicherung, wissenschaftliche Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit.

Konkret werden Arbeiten im Dorf der archäologischen Bauwerke rund um das sogenannte „Haus der Rosa Schlueter“, Bauwerk Nummer 7, durchgeführt. An dieser Stelle gibt es Bereiche, die einer eingehenden Bearbeitung bedürfen.

Man will damit die Anzahl der öffentlich zugänglichen Bereich erhöhen. Außerdem werden präventive Konservierungsmaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden durchgeführt sowie die Zugänglichkeit des Geländes verbessert.

Mit all diesen laufenden und weiteren geplanten Initiativen setzt sich der Gemeinderat dafür ein, das indigene Erbe zu bewahren, die vorspanische Geschichte Gran Canarias zu fördern und einen erstklassigen Kultur-, Bildungs- und Tourismusraum zu schaffen. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
BUCH: Neuer visueller Atlas für „La Fortaleza“ wird herausgegeben, vom 03.11.2022
Neue archäologische Funde rund um „La Fortaleza“, vom 11.07.2022

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