Mehr Armut auf den Kanaren als anderswo

Bild Info: Neue Statistik sorgt für Unmut. Bild: Archiv

Kanarische Inseln – Erschreckende Daten wurden heute vom nationalen Statistikamt bekannt gegeben. Einer von drei Einwohnern der Kanarischen Inseln leidet unter Armut, insgesamt sind es 33,8% der Bevölkerung. Damit sind die Kanarischen Insel die Region in Spanien, in der es den Menschen am schlechtesten geht. Insgesamt liegt man 12 Punkte über dem Landesdurchschnitt bei der Armut. Gleich gefolgt von Extremadura (31,9%) und Andalusien (31,7%). Am besten geht es den Menschen in der Region Navarra, wo lediglich 8,8% der Bevölkerung unter Armut leidet. Die Daten beruhen auf dem Jahr 2011. Man leidet unter Armut, wenn man in Spanien als Single weniger als 7.355 Euro zur Verfügung stehen hat. Bei einem Haushalt mit 2 Erwachsenen und zwei Kindern liegt die Armutsgrenze bei 15.445 Euro.

Aus der Statistik geht auch hervor, dass im Jahr 2012 19,1% der kanarischen Bevölkerung Schwierigkeiten haben überhaupt über die Runden zu kommen. Damit liegt man auch 6,4 Punkte über dem landesweiten Durchschnitt. Weiterhin geht hieraus hervor, dass fast 2/3 der Bevölkerung unerwartete Kosten nicht auffangen können, 60,8% der Haushalte sind es genau. 53,4% der Canarios müssen komplett auf Urlaub verzichten und bei 8,5% reicht es nicht einmal, den monatlichen Zahlungsverpflichtungen bei der Miete nachzukommen. Durchschnittlich stehen einem kanarischen Haushalt 24.609 Euro zur Verfügung, um das Jahr zu überstehen.

Im Jahr 2012 erwartet man einen landesweiten Rückgang der Armut um 0,7%, von durchschnittlich 21,8% auf 21,1%. Dies liegt jedoch nur an den neuen Rentnern, die hinzukommen werden, denn dies ist das einzig positive in der Statistik. Altersarmut ist nicht das Hauptproblem. Denn die Altersarmut, bei Menschen über 65 Jahren ist von 21,7% auf nur noch 16,9% gesunken, dies liegt an den stabilen Renten, die in Spanien üblich sind.

Die Kluft zwischen gut gebildeten Personen und Personen, die lediglich die Primärschule besucht haben, deutet auch auf das Bildungsproblem hin, denn lediglich 10% der Menschen in Armut haben einen hohen Bildungsabschluss.

Als Single lebt es sich zurzeit am besten, denn nur 16% der Haushalte in Armut sind Singles. Jedoch 38,9 % der Haushalte bestehen aus zwei Erwachsenen mit mindestens einem Kind. Als Ausländer lebt es sich ebenfalls schwieriger den je, denn 26,2% der Menschen, die von Armut bedroht sind, sind Menschen mit anderer Nationalität. – MF

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