Dertour

11,7 Mrd. Euro durch Schwarzarbeit, 28% des BIP der Kanaren

Bild Info: Auf dem "Bau" wird nicht soviel schwarz gearbeitet wie in der Gastronomie oder Landwirtschaft. Bild: Screenshot Television Canarias

Kanarische Inseln – Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist für jeden Staat bzw. jede Region ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit. Wie das Ministerium für Arbeit, Industrie und Handel nun mitteilte, geht man davon aus, dass etwa 11,7 Milliarden Euro durch Schwarzarbeit mit 125.000 Arbeitsplätzen verdient wird. Dies würde 28% des BIP ausmachen. Mit diesem Wert lieben die Kanarischen Inseln auf Platz zwei hinter der Region La Rioja, dagegen muss etwas unternommen werden.

Das Ziel der Regierung für das aktuelle Jahr ist, etwa 8.000 Arbeitsplätze, die zurzeit als Schwarzarbeit ausgeübt werden, zu legalisieren, das wären doppelt so viele Arbeitsplätze wie im vergangenen Jahr. Das Ganze soll jedoch ohne Gefährdung von Arbeitsplätzen geschehen.

In ganz Spanien liegt der Betrug bei etwa 72 Milliarden Euro (24% des BIP), wenn man sich überlegt, dass man damit das gesamte Gesundheitssystem finanzieren könnte, kann einem schon mulmig werden.

Ein Problem sei, dass „Steuerhinterziehungen nicht durch hohe Belastungen entstehen, sondern durch die geringe Investition, seitens der Regierung, solche Praktiken zu verfolgen“. So eine Sprecherin der Gruppe „Mixto“.

Man geht davon aus, dass 71% der großen Unternehmen betrügerisch arbeiten, 80% der Selbstständigen und etwa 12% der kleinen und mittleren Unternehmen. Am stärksten betroffen sei wohl die Hotellerie und Gastronomie, gefolgt von der Landwirtschaft.

Man kann nur hoffen, dass die Regierung dies in den Griff bekommt, denn das zusätzliche Geld in der Staatskasse würde sicherlich jedem Bürger guttun. – MF

Ähnliche Beiträge