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Höhle Tara in Telde ist ein neues archäologische Erbe und kommt Risco Caído sehr nahe

Bild Info: Die Höhle Tara in Telde ist in einem guten Zustand, dank der Besitzer-Familie Verde. Bild: Screenshot Canarias7

Telde – Gran Canaria ist um ein archäologische Erbe reicher, denn die Höhle Tara in der Gemeinde ist ein alter Tempel mit Kalenderfunktion der Guanchen. Dies wurde nach einigen Studien nun belegt. Der Tempel ist damit der zweite seiner Art auf Gran Canaria, nachdem Risco Caído in Galdár bereits als ein solcher Tempel/Kalender bestätigt wurde. Es war aber auch nur eine Frage der Zeit bis ein weiterer Tempel dieser Art gefunden wird, denn Gran Canaria war in zwei sogenannte „Guanartemes“, zur Zeit der Guanchen, aufgeteilt, das alte Wort für Königreiche.

Die Tempel dienten den Faycanes (Schamanen der Guanchen) dazu, mit ziemlicher Genauigkeit Daten vorherzusagen, dies wurde recht simpel gelöst, durch perfektes Zusammenspiel von Sonnenstrahlung und Öffnungen in der Höhle erscheinen dort entsprechende Figuren an der Wand, diese dienten den Faycanes dazu genauere Bestimmungen vorzunehmen. So konnte genau bestimmt werden, wann im März und September die Tagundnachtgleiche stattfand und darauf hin wurden die perfekten Daten für die Aussaht und Ernte festgelegt. Im alten glauben stellten die Sonnenstrahlen die Befruchtung der Mutter Erde da.

Die Höhle ist schon lange bekannt und befindet sich derzeit im Privatbesitz der Familie Verde. Das Cabildo würde die Höhle nun gerne erwerben, um sicherzustellen, dass dieses gut erhalten bleibt, welches bereits von der Familie Verde getan wird. Sie hatte schon lange die Vermutung, dass der Ort ein besonderer sei. Die Familie hatte nach dem Erwerb des Grundstücks gleich diese Vermutung und räumte jeden Müll aus der Höhle und sicherte diese mit Zäunen ab.

Der Archäologe Julio Cuenca, der auch an der Erforschung von Risco Caído in Galdár beteiligt war, kennt diese Höhle schon seit den Achtzigerjahren. Und konnte seine Erkenntnisse nutzen um auch die Höhle von Tara nun genau zu verifizieren. Er verriet, dass ein Kalender in einer Höhle deutlich genauer sei als ein externer Kalender, denn in einer Höhle gibt es keine Einflüsse von Außen, dadurch sei es gar ein „perfekter Kalender“.

Damit ein Kauf durch die Inselregierung möglich ist, werden derzeit weitere Studien an der Höhle vorgenommen und anschließend eine wirtschaftliche Dotierung vorgenommen. Anschließend wird das Cabido de Gran Canaria der Familie Verde das Angebot zum Erwerb vorlegen. Gleichzeitig hat das Cabildo de Gran Canaria der UNESCO diese Höhle als Weltkulturerbe vorgeschlagen.

Da die Höhle Tara noch älter ist als die von Risco Caído erhoffen sich die Archäologen noch weitere spannende Erkenntnisse. Evtl. übertrifft diese Höhle ja auch die bisher einzigartige Höhle von Risco Caído. Denn Risco Caído ist weltweit bisher einzigartig auf allen 100.000 erforschten Inseln, die Genauigkeit des Kalenders dort ist sehr besonders, so die Forscher. – TF

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