Streiks bei Post und Amazon gefährden BlackFriday und Weihnachten auf den Kanaren

Bild Info: In den Logistikzentren der Post auf den Kanaren wird gestreikt, ebenso im Zentrallager von Amazon in Madrid. Bild: Archiv

Kanarische Inseln – Derzeit gibt es in Spanien eine Streikwelle bei der Post (Correos), für den 30. November wurde ein kompletter Tag bei den Mitarbeitern auf den Kanarischen Inseln angekündigt. Dabei werden alle 2.500 Mitarbeiter der Paketsparte der Post auf den Inseln dazu aufgerufen die Arbeit niederzulegen. Ein ungünstiges Datum für den diesjährigen BlackFriday, der am 23. November stattfindet. Der darauf folgende CyberMonday am 26. November ist davon natürlich auch betroffen.

Zusätzlich zu den Paketmitarbeitern der Post wird es auch bei Amazon Spanien einen landesweiten Streik geben, also gleich doppelter Ärger für den Versandhandel. Ob es mit diesen Streiktagen getan sein wird bleibt abzuwarten, die Gewerkschaften haben jedenfalls angekündigt ggf. auch das Weihnachtsgeschäft zu bestreiken, das wäre ein besonders herber Schlag gegen die Branche.

Es gab schon erste Streiks bei der Post in Spanien, vorgestern unter anderem 3 Stunden in Santa Cruz und am 16. November dann auf Gran Canaria.

Begründet wird die Streikwelle bei der Post mit dem abgelaufenen Tarifvertrag, dieser ist im Übrigen schon seit dem 31. Dezember 2013 abgelaufen und die Mitarbeiter arbeiten derzeit ohne Sicherheiten, Respekt! Zudem seien viele Arbeitsverträge einfach verschlechtert worden, zumindest seitdem es keinen Tarifvertrag mehr gibt. Dies könne so nicht weitergehen, da sind sich alle Gewerkschaften einig.

Der erste landesweite volle 24-Stunden-Streiktag soll dann am 30. November stattfinden, wenn die Post dann immer noch nicht reagiert schieben die Gewerkschaften gleich zwei solcher Tage nach, und zwar am 21. Dezember und 26. Dezember, dann würde zu Weihnachten nicht ein Paket angefasst werden. Denn der 21. Dezember ist Freitag, der Samstag und Sonntag wird ohnehin nicht als Arbeitstag genutzt, am 24. und 25. Dezember wäre Feiertag und am 26. Dezember nochmals ein Streiktag, dies würde Hunderttausende Pakete blockieren, besonders zu den Feiertagen. Die Gewerkschaften sagen, für die Post „wird es dieses Jahr ein heißes Weihnachten werden“.

Letztendlich entscheidet aber auch die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez (PSOE) darüber, wie es weitergeht, denn der Tarifvertrag wird von der Regierung unterzeichnet, in der Opposition forderte die PSOE stetig einen neuen Vertrag für eben diese Mitarbeiter, nun wäre es an der zeit Farbe zu bekennen und dies umzusetzen.

Bei Amazon in Spanien wird es noch schlimmer werden, hier wird das Zentrallager in Madrid hart bestreikt, die Tage 23. und 24. November (BlackFriday) werden komplett bestreikt, dann die Brückentage zwischen den Feiertagen vom 7. bis 9. Dezember und der komplette Zeitraum 15. bis 30. Dezember wird bestreikt. Dann wird es am 3. Januar nochmals einen Streiktag geben. Die Gewerkschaft CGT kündigte aber auch an, sollte Amazon den Forderungen nachkommen würden der Streik natürlich abgesagt werden.

Der Grund bei Amazon liegt etwas anders, der Tarifvertrag wurde einseitig vonseiten des Unternehmens im vergangenen März aufgekündigt, seither gab es drei Streikrunden, nun soll die vierte folgen. Amazon ließ sich bisher kaum davon beeindrucken. Eine absolute Unmöglichkeit, wenn man mal darüber nachdenkt, welchen Milliardengewinn Amazon pro Minute weltweit einfährt. – TF

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