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Energie aus vulkanischem Ursprung ist möglich – Im Süden und Osten von Gran Canaria

Bild Info: Antonio Morales und einige Experten berichteten auf einer Pressekonferenz über die Möglichkeiten der Geothermie auf Gran Canaria. Bild: Cabildo de Gran Canaria

Gran CanariaGeothermische Energie ist auf Gran Canaria tatsächlich möglich, zu dem Entschluss kommen Experten des Cabildo de Gran Canaria. Bereits 2015 hatte die Inselregierung angekündigt diese Möglichkeit überprüfen zu wollen, damals ging man davon aus, das der Norden der Insel dafür wohl am beste geeignet sei. Mittlerweile weiß man jedoch, dass der Süden und Osten der Insel dafür am besten geeignet ist. Das kanarische Institut für Vulkanologie konnte in den Bereichen der Insel Grundwasser mit einer Temperatur von 140 bis 150 °C nachweisen.

Wasser, welches eine solche Temperatur erreicht, kann für Anlagen mit Binärzyklen genutzt werden, um Strom zu erzeugen, dies sagte der wissenschaftliche Koordinator des Institutes, Nemesio Pérez auf einer Pressekonferenz, an der nahm auch Antono Morales teil. Allerdings müssen noch weitere Überprüfungen der Daten erfolgen, bevor man genau sagen kann, was und wo es genau möglich ist.

Der Experte glaubt, dass Investoren bereitstehen werden, sobald detaillierte Daten vorliegen. Den geothermische Energie ist immer von Interesse. Auf den Azoren gibt es bereits geothermische Kraftwerke und auch Teneriffa sowie La Palme überprüfen derzeit das Potential der jeweiligen Insel. Antonio Morales sagte, die Regierung hat für die weitere Prüfung und Entwicklung derzeit einen Haushaltsposten von 1 Million Euro bereitgestellt, um das Thema abschließend zu behandeln. Er sagte, dass dieses Projekt ein „Teil des Ziels ist, Energie-Souveränität von Gran Canaria zu erreichen“.

Pérez gab noch weitere Details bekannt, die man bisher bestätigen konnte. Darunter auch, dass die entdeckten heißen Quellen gelöste Gase enthalten, die darauf hindeuten, dass der Ursprung auf einen Mischprozess von Herkunftsgasen zurückzuführen ist, dies passiert in einer hohen Tiefe. Dies deutet darauf hin, dass die Gase aus einem Bereich mit höherer Permeabilität stammen und damit einen Flüssigkeitsaufstieg widerspiegeln. Also genau das, was man benötigt, um Geothermie zu nutzen.

Ein aktuelles 3D-Modell zeigt eine zentrale Widerstandsstruktur, etwa 2 Kilometer unter dem Meeresspiegel, die mit der Tejeda-Caldera zusammenfällt. Von dort aus gehen leitfähige Anomalien aus, diese wiederum im Osten und Süden der Insel in zwei Intervallen auftreten. Der erste Intervall besitzt eine mögliche Bohrtiefe von 600 bis 1.200 Metern unter dem Meeresspiegel und der zweite Intervall besitzt eine mögliche Bohrtiefe von 1.600 bis 3.000 Metern.

Mit genaueren Prüfungen der Daten durch Infrarotmessungen am Meeresgrund, thermischen Satellitenbildern und einer Studie durch seismische Tomografie sollen die Daten genauer spezifiziert werden und ein neues geoelektrisches Modell für Gran Canaria erstellt werden. Wie lange dies noch alles dauern wird, ist jedoch nicht bekannt. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Strom aus vulkanischer Energie auf Gran Canaria?, vom 29.09.2015

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