Gruppe von Hobby-Archäologen findet Grabhöhle auf Gran Canaria nur dank einer Drohne
Bild Info: Die Höhle kann zu Fuß nicht erreicht werden. Bild: Gruppe El Legado

Gruppe von Hobby-Archäologen findet Grabhöhle auf Gran Canaria nur dank einer Drohne

Gran Canaria – Eine Gruppe von Archäologie-Fans hat bereits im Sommer dieses Jahres eine prähispanische Grabhöhle in einer Schlucht im Südosten von Gran Canaria entdeckt. Dies wurde nun vom Kulturerbe-Service des Cabildo de Gran Canaria bestätigt, nachdem nun die Daten analysiert wurden. In der Grabhöhle befinden sich Überreste von etwa 70 bis 80 Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts, heißt es in der Mitteilung. Die Gruppe „El Legado“ hat die Höhle, nur dank einer Drohne ausfindig gemacht, diese ist aufgefallen, da sich vor den Eingängen mehrere Knochen aufgestapelt befanden.

Die Höhle selbst ist nicht für jeden so einfach zu erreichen, nur gute Kletterer können die Höhle mit den eigenen Beinen erreichen, trotzdem hält der Kulturerbe-Service des Cabildo de Gran Canaria den genauen Standort geheim, man will vermeiden, dass diese historische Entdeckung beschädigt wird. Mitarbeiter des Service waren bereits vor Ort und haben bestätigt, dass es sich um eine Grabstätte der Ureinwohner handelt.

Des Weiteren bestätigte man, dass die Höhle in einem Gebiet gefunden wurde, in denen die älteste bisher bekannte Kultur der Ureinwohner lebte. Die bisherigen Karbon Analysen bestätigten, dass die Menschen in diesem Gebiet zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert nach Christus hier lebten. Man hatte das Gebiet bereits in den 1980er Jahren in den Bestand des archäologischen Erbes von Gran Canaria aufgenommen, damals hatte man aber noch keine technischen Möglichkeiten diese Höhlen zu finden.

Da die Knochen alle durcheinander gebracht in der Höhle vorgefunden wurden, geht man davon aus, dass in der Vergangenheit bereits Menschen dort waren und dieses Chaos angerichtet haben, ohne die Höhle zu melden. Es kann aber auch sein, dass dies bereits Ende des 19. Jahrhunderts geschehen ist, damals gab es viele Plünderungen in Gräbern auf Gran Canaria, besonders Schädel wurden mitgenommen, ob dies im aktuellen fall ggf. auch passiert sein könnte ist unklar.

Bei ersten Untersuchungen wurden Pflanzenreste an einigen Knochen gefunden, dies könnten alte Kleidungsstücke sein aber auch Grabbedeckungen, die ersten Einwohner der Inseln begruben die Leichen nicht unter der Erde, sondern schufen offene Gräber wie dieses. Ebenso wurde holz gefunden. Die Techniker empfehlen nicht nur eine vollständige Untersuchung, sondern auch eine gute Konservierung der gefundenen Überreste, denn diese sind seit Jahrhunderten der Witterung völlig ausgesetzt. Man rechnet damit, dass in etwa 2 bis 3 Jahrzehnten von den Knochen kaum noch etwas übrig sein wird, wenn man diese nicht konserviert, dies ist teilweise schon passiert und ein Teil der Knochen ist stark beschädigt.

Man dankte der Gruppe El Legado für die vorbildliche Handhabung der Entdeckung, denn keiner hat dort etwas angefasst und umgehen die Behörden informiert. – TF

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