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Wird es auf den Kanaren eine LGTBI Altersresidenz geben?
Bild Info: Altersresidenz für LGBTI? - BILD: IGC

Wird es auf den Kanaren eine LGTBI Altersresidenz geben?

Kanarische Inseln – Wird es auf den Kanaren bald eine erste „große Altersresidenz“ für LGBTi geben? Wenn es nach dem Verein 26D gehen würde, in jedem Fall. In einem Interview mit SEIZ sprach der Präsident des Vereins 26D, Frederico Armentos, über dieses Thema. „Es ist das, was wir auf den Kanaren starten wollen, ohne Dinge bauen zu müssen, sondern indem wir Räume wiederverwenden. Wir wollen diesen Menschen eine Antwort geben, damit sie würdevoll Leben können“. Ein Ort an dem „alle Menschen die gleichen Rechte haben“.

Der Verein 26D kümmert sich um ältere Menschen, die bis Ende der 1979er Jahre Opfer des Francoismus wurden. Der Verein ist bestrebt, spezielle physische und soziale räume für ältere LGBTI-Menschen zu schaffen. Es ist eine besonders gefährdete Gruppe in der Gesellschaft, verlassen und ohne spezifische Rückzugsorte. Im Alter verschlechtert sich das Leben, man vereinsamt und solche Heime lindern die Abhängigkeitsprobleme.

Der Präsident sagte, ein solcher „Raum ist eine historische Schuld, ein Fortschritt, der mehr als nötig ist und hoffentlich finden wir eine Zusammenarbeit, damit dieser Ort umgesetzt werden kann“.

Zeugnisse des Francoismus werden aufgearbeitet

Zur Zeit des Francoismus wurde Homosexuelle in Spanien verfolgt, ähnlich wie in Deutschland. Sie wurde von sozialen Leistungen ausgeschlossen und verurteilt. Auf den Kanarischen Inseln wurden diese dann in Arbeitslager nach Fuerteventura geschickt. Octavio García war einer von diesen verurteilten „Verbrechern“. Er erzählt, „als wir auf Fuerteventura ankamen, verbrachten wir viele Stunden mit Handschellen in der Sonne, dann kam ein Beamter, es war schrecklich, schrecklich demütigend“. Er überlebte das Lager in Tefía.

Ocatvio erzählt weiter, dass die Fenster offen gelassen wurden, bei jedem Sturm und Calima um die Insassen zu quälen. Es gab fast nur Suppe, voll mit Rüsselkäfern zum Essen. So wurde es in einer Akte von Octavio niedergeschrieben.

Aufgearbeitet wird diese Geschichte vom Historiker Miguel Ángel Sosa Machín, er durchforstet Akten die im Zusammenhang mit dem Gesetzt von „Vagos y Malleantes“ stehen. Bei dem Gesetzt handelt es sich um ein Gesetzt, welches nur dazu da war, homosexuelle Menschen aufgrund der sexuellen Orientierung als Straftäter zu verurteilen. Machín hat dazu auch einen Roman verfasst, der Titel des Romans lautet „Reise ins Zentrum der Schande“, im Original also „Viaje al Centro de la Infamia“.

Homosexuelle waren perverse Pädophile

In der Akte von Octavio finden sich auch Hinweise, wie die Menschen in dem Lager in Tefía behandelt wurden und was die Lager-Leiter über diese Personen dachten. Er wird als „Schaufensterpuppe mit femininen Bewegungen und Gesten“ bezeichnet, zudem sei die „Sprechweise sehr feminin“. Seine Psyche sei, durch „seine eigene Perversion deformiert, er zeigt keine Tendenz zur Kriminalität, der Körper ist in normalem Zustand“.

Es wurde wohl auch eine Untersuchung des Schließmuskels durchgeführt, dabei kam man zu dem Entschluss, das Octavio wohl „ein passiver Pädophiler“ ist.

Laut Historiker und Schriftsteller Machín ist dieses Zeugnis allein Beleg für „die historische Schuld der Gesellschaft gegenüber älteren LGBTI-Menschen“. – TF

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