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Armutsbericht der Caritas – Die Situation auf den Kanaren hat sich weiter verschlimmert

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Kanarische Inseln – Die Caritas hat den Jahresbericht zur Armut auf den Kanarischen Inseln vorgelegt, es sieht nicht gut aus. Bei der Präsentation sagte der Direktor der Caritas, Gonzalo Marrero, dass „die Rückkehr zur Normalität nach der Corona-Pandemie den ärmsten Menschen auf den Kanarischen Inseln, die von der Caritas versorgt werden, nichts gebracht hat“. Im ersten Pandemie-Jahr hatte die Caritas noch 14.623 Haushalte auf den Kanaren unterstützt, dies betraf 14.331 Menschen, die von sozialer Ausgrenzung und Armut betroffen waren. 83 % mehr als es 2019 der Fall war.

Im Jahr 2021 erreichte die Zahl der betreuten Personen auf den Kanarischen Inseln fast 18 % der gesamten Haushalte der Inseln. Genauer gesagt wurden 14.774 Haushalte unterstützt, darin lebten mehr als 53.000 Menschen.

Der Bischof der Kanarischen Inseln, José Mazuelos äußerte sich besorgt über die stetige Zunahme der Armut auf den Kanaren. Durch die Pandemie ist „die Kluft zwischen sozialer Ausgrenzung und Armut noch größer geworden“, so der Bischof.

72,6 % der betreuten Menschen sind Arbeitslose, davon generieren 57,4 % keinerlei Einkommen, also auch keine staatliche Hilfe, 40,6 % dieser Menschen müssen neben den Fixkosten Kinder versorgen oder regelmäßig Medikamente kaufen.

81 % der bei der Caritas betreuten Personen haben kein festes Zuhause. Dies entspräche 7,8 % der kanarischen Bevölkerung.

Ausgrenzung in allen Bereichen

Aus all diesen Gründen wurde festgestellt, dass auch die Zahl der Menschen, die einen Abbruch der medizinischen Behandlung vorgenommen haben, gestiegen ist. Die Menschen können sich die Medizin einfach nicht leisten. 13 % der betreuten Personen der Caritas benötigten medizinische Betreuung. 28 % der betreuten Personen benötigte Hilfe dabei, die Mietkosten zu stemmen, so konnte die Caritas 250 Familien vor der Zwangsräumung schützen.

Man stellte auch fest, dass die Zahl der psychischen Probleme deutlich zugenommen habe. Etwa 19 % der kanarischen Bevölkerung benötigen seit der Pandemie eine psychologische Betreuung. Das sind mehr als 400.000 Menschen auf den Inseln. Die Pandemie hat dazu beigetragen, dass die Bevölkerung im Allgemeinen deutlich schlechtere mentale Gesundheit und auch körperliche Gesundheit ausweisen, so die Caritas.

63 % der bei der Caritas registrierten Personen sind Frauen, Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, 8 von 10 dieser Frauen sind Alleinerziehende. Aus Verzweiflung prostituieren sich diese Frauen häufig, hier wurde ein Anstieg von 114 % zum Jahr 2020 beobachtet.

All diese Probleme verschärfen ein weiteres, der Zugang zu digitalen Welt. Arme Menschen können sich diesen Zugang nicht leisten und werden noch schnell und noch weiter abgehängt. Dies „führt zu einer weiteren Ausweitung der Isolation“, die „Pandemie hat diese Kluft nochmals vergrößert“. Hier dann noch besonders betroffen Kinder und Jugendliche, die viel über das Internat machen müssen, um der Schule folgen zu können. Etwa 30,4 % aller Haushalte auf den Kanarischen Inseln sind davon betroffen.

Die aktuelle Wirtschaftskrise durch die hohe Inflation wird diese Situation wohl wie einen Brandbeschleunigender verschlimmern. – TF

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