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Zentralbank fordert Lohn- und Rentenbremse sowie Erhöhung der IVA (MwSt.)!

Spanien – Die rasant steigende Inflation in Europa, insbesondere in Spanien (8,3 % im April 2022) könnte einen „Zweiteffekt“ auslösen, wenn Unternehmen beginnen, die Preise der Produkte und die Löhne zu erhöhen, davor warnt die spanische Zentralbank. Deshalb fordert die Zentralbank einen „Einkommenspakt“, der dieses Risiko minimieren soll. Letztendlich gibt es dazu Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, aber dies ist bisher alles erfolglos gewesen, trotzdem sieht die Zentralbank, dass „Gehaltserhöhungen deutlich unter der Inflation liegen“, also ein aus Bankensicht positives Verhalten. Damit kann eine „Inflationsspirale“ vermieden werden, so die Bank bei der Präsentation des Jahresberichtes.

Die Bank würde aber eine mehrjährige Lohnbremse befürworten, man müsse sich nicht nur auf 2022 konzentrieren. Nachteil dieser Lohnbremse ist natürlich ein realer Kaufkraftverlust für die Bürger des Landes.

Die Zentralbank geht aber noch weiter und fordert von er Zentralregierung die Entkoppelung der Renten vom IPC, also der Inflationsrate. Diese Koppelung wurde erst jüngst eingeführt, damit Rentner in Spanien nicht abgehängt werden. Im Gegensatz zu Angestellten verlieren Rentner in diesem Jahr keine Kaufkraft, da die Renten im Gleichschritt mit der Inflation steigen.

Neben diesen beiden Maßnahmen seien weitere „neue Maßnahmen auf der Einnahmen-, Ausgabenseite oder beidem erforderlich“. Beispielweise sollen reduzierte IVA-Sätze (MwSt) in Spanien abgeschafft werden, zudem soll ggf. die allgemeine IVA angehoben werden. Diese liegt derzeit bei 21 %. Geringverdiener würden ja ohnehin über die geringere Einkommenssteuer entlastet.

Man kritisiert auch den Rabatt auf Kraftstoffe, denn dieser bewirkt für einkommensschwache Menschen rein gar nichts, es ist eine Entlastung für die Reichen im Land, so die Zentralbank. Der Rabatt bei der Stromsteuer hingegen würde überwiegend die einkommensschwachen Familien bevorteilen.

Aufgrund der aktuellen Lage musste die Zentralbank die Wachstumsprognose für das Jahr 2022 auf nun nur noch 4,5 % senken. Der Hauptgrund liegt im stagnierenden Binnenmarkt, denn dieser liegt weiterhin 8 % unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Besonders einkommensschwache Menschen, deren Anteil gewachsen ist, führen zu dem eingeschränkten Konsumverhalten. – TF

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