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Aufatmen an der Zapfsäule: So schützt die Kanaren-Regierung unsere Haushaltsbudgets vor dem Preis-Schock

Es gibt jedoch ein ABER...

Lesedauer 4 Minuten

Steuer-Hammer abgewendet: Kanaren frieren Sprit-Steuer weiter ein – Was das für Ihren Geldbeutel bedeutet

Kanaren – Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die daraus resultierende Inflation machen sich weltweit in den Geldbörsen der Verbraucher bemerkbar. Um die finanziellen Auswirkungen auf die Bürger und die heimische Wirtschaft abzufedern, hat die Regierung der Kanarischen Inseln nun einen entscheidenden Schritt beschlossen. Auf Vorschlag der Ministerin für Finanzen und Beziehungen zur Europäischen Union, Matilde Asián, billigte der Ministerrat am Montag ein neues Dekretgesetz. Dieses verlängert wichtige Steuererleichterungen auf Energieprodukte, die infolge der globalen Krisen eingeführt wurden, nun auch für das letzte Quartal des Jahres 2026.

Was der IGIC-Nullsatz für Verbraucher konkret bedeutet

Im Zentrum der staatlichen Hilfen steht die Verlängerung des sogenannten Nullsatzes bei der Allgemeinen Kanarischen Direktsteuer (IGIC) auf bestimmte Kraftstoffe. Die IGIC ist das kanarische Pendant zur Mehrwertsteuer und liegt für die meisten Güter und Dienstleistungen regulär bei sieben Prozent. Indem die Exekutive diesen Steuersatz für Energieprodukte vorübergehend auf null Prozent senkt, wird eine direkte, steuerbedingte Verteuerung an den Zapfsäulen vermieden.

Für die Einwohner der Inselgruppe ist dies eine spürbare Entlastung im Alltag. Da die Kanarischen Inseln stark vom Transportwesen auf dem See- und Luftweg sowie vom lokalen Straßenverkehr abhängig sind, schlagen sich hohe Treibstoffpreise unmittelbar auf die Lebenshaltungskosten nieder. Ohne das Eingreifen der Regierung würden sich diese gestiegenen Kosten nicht nur beim Tanken bemerkbar machen, sondern auch die Preise für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs in die Höhe treiben. Ziel der Maßnahme ist es daher, die Budgets von Familien und kanarischen Unternehmen vor einem weiteren Preisschock zu schützen.

Die geografische Lage der Kanaren als Archipel fernab des europäischen Festlands macht diese Steuerpolitik besonders brisant. Da ein Großteil der Konsumgüter importiert werden muss, sind die Logistikkosten ohnehin überdurchschnittlich hoch. Steigen nun noch die Kraftstoffpreise ungebremst an, droht eine Inflationsspirale, die den Tourismus als wichtigsten Wirtschaftszweig sowie den lokalen Handel schwer belasten würde.

Der automatische Preis-Mechanismus: Wann die Steuer zurückkehrt

Obwohl das neue Dekret am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt und auf das gesamte vierte Quartal ausgelegt ist, ist die Steuerbefreiung an strenge wirtschaftliche Bedingungen geknüpft. Die Regierung hat eine Klausel integriert, die sich an der Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) für Kraftstoffe orientiert. Als Referenzwert dient dabei eine Preisdifferenz von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Das bedeutet: Wenn der Preisanstieg für Kraftstoffe im September und Oktober die Marke von 15 Prozent im Vergleich zu den gleichen Monaten des Vorjahres nicht übersteigt, wird der Nullzinssatz im November beziehungsweise Dezember automatisch aufgehoben. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass die steuerlichen Notfallmaßnahmen nur solange greifen, wie die Preise auf einem außerordentlich hohen Niveau bleiben. So sollen gleichzeitig die öffentlichen Kassen der Autonomen Gemeinschaft geschützt werden.

Wichtige Entlastungen für Landwirte und Spediteure

Neben den privaten Haushalten nimmt die Regierung auch die stark belasteten Wirtschaftssektoren in den Blick, wie etwa die Landwirtschaft, das Transportwesen und die Luftfahrt. Für diese beteiligten Sektoren wird der Mechanismus der teilweisen Rückerstattung der kanarischen Sondersteuer auf Erdölprodukte beibehalten. Bis zum 31. Oktober 2026 sind die Steuersätze für den gewerblichen Bereich laut dem neuen Dekret fest definiert: Für professionelles Benzin fallen 0,2649735 Euro pro 1.000 Liter an, für professionellen Diesel sind es 0,2219778 Euro pro 1.000 Liter.

Auch bei der Sondersteuer ist die künftige Entwicklung an den VPI gekoppelt. Sollte der Index im September die 15-Prozent-Marke im Vorjahresvergleich überschreiten, treten ab dem 1. November 2026 angepasste Steuerbeträge in Kraft. In diesem Szenario würden sich die gewerblichen Steuersätze laut offiziellen Angaben auf 29,15 Euro für Benzin und 24,42 Euro für Diesel erhöhen. Überschreitet auch der Oktober-Wert die 15 Prozent, steigen die Sätze ab Dezember auf 55,65 Euro beziehungsweise 46,62 Euro.

Ein notwendiger Schutzschild in Krisenzeiten

Für Finanzministerin Matilde Asián ist diese Verlängerung die logische Antwort auf die aktuelle Weltlage. Die negativen Auswirkungen der globalen Energie- und Transportkosten auf das produktive Gefüge der Kanarischen Inseln seien weiterhin zu massiv, um die Hilfen jetzt schon auslaufen zu lassen. Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten hätten deutlich gezeigt, dass dieser wirtschaftliche Schutzschild dringend benötigt wird, um die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Wirtschaft zu erhalten.

Für Verbraucher und Unternehmer bedeutet die Verlängerung vorerst stabilere Preise. Ob dieser finanzielle Puffer jedoch bis zum Jahresende bestehen bleibt, hängt nun maßgeblich von der globalen Marktentwicklung ab. Sollten sich die Weltmarktpreise für Öl stark entspannen, könnte die Steuerbefreiung vorzeitig enden. Bis dahin bleibt das Dekret das zentralste Instrument der Regierung, um das tägliche Leben auf den Inseln bezahlbar zu halten. – MF

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